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Prignitz Ein Wanderer und Verfasser von Büchern
Lokales Prignitz Ein Wanderer und Verfasser von Büchern
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00:18 28.11.2016
Thomas Niedlich hat bisher zwei Bücher veröffentlicht. Ein drittes Buch ist in Arbeit. Quelle: Renate Zunke
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Groß Welle

Thomas Niedlich aus Groß Welle ist ein begeisterter Wanderer und der Verfasser von Büchern. Zwei hat er bisher veröffentlicht. Ein drittes ist in Arbeit. Und alle haben etwas mit der Wanderlust zu tun. Die wurde wohl schon in der Kindheit geweckt, damals, als er fast jedes Wochenende mit den Eltern in Thüringen auf Wanderschaft war. Geboren ist er 1956 in Arnstadt. In Groß Welle in der Prignitz lebt er seit 1990. Hier kann man weit ins Land schauen. Es gibt keine hohen Berge, die man erklettern könnte. Nur die hohen Windkrafträder bei Groß Welle durchschneiden das flache Land.

Dass Thomas Niedlich, der im Herzen Thüringer geblieben ist, jetzt in der Prignitz wohnt hat einen Grund. Auf der Medizinischen Fachschule in Weimar, wo er seinerzeit zum Zahntechniker ausgebildet wurde, lernte er seine zukünftige Ehefrau kennen, die aus Groß Welle stammte. Eigentlich wollte Thomas Niedlich, der dann auch noch Betriebswirtschaft studierte, in Weimar bleiben. Er sagt: „Hier wurde auch schon zu DDR-Zeiten kulturell viel geboten. Es gab die Hochschule für Architektur und Bauwesen mit vielen Studenten. In den Clubs war immer etwas los.“

Zu Besuch in der Galerie 5 in Gumtow

Aber Sonja Niedlich wollte 1990 wieder zurück in die Heimat und Thomas folgte der Angetrauten. Doch die Sehnsucht nach der alten Heimat blieb. „Als ich aus Weimar hierher zog, hätte ich mir am liebsten selbst ein paar kleine Berge aufgeschüttet“, erzählte Niedlich unlängst in der Galerie 5 in Gumtow (Zempels Schmiede). Hierher hatten die Hausherren Karin und Eckhard Zempel zu einer Lesung mit Thomas Niedlich eingeladen.

Der 60-jährige Wanderschriftsteller stellte seine Bücher vor: „Unterwegs im Thüringer Wald – Zwischen Arnstadt und Altenbergen“ und „Unterwegs an der Werra – Zwischen Werra-Quelle und Bad Salzungen“, erschienen unter dem Obertitel „Auf den Spuren von August Trinius – Gestern und Heute“. Die Gäste der Lesung sahen auch eine Aufzeichnung der Sendung „Thüringen Journal“ des MDR vom 2. August, in der der Autor vorgestellt und seine Bücher besprochen wurden. Außerdem hatten die Fernsehleute Thomas Niedlich auf einer Wanderstrecke begleitet.

Treffen mit Freunden auf dem Weimarer Zwiebelmarkt

„Thüringen, seine Natur und seine Menschen, lassen mich trotz der Entfernung zwischen meinem jetzigen und früheren Wohnort nicht mehr los“, sagt Niedlich, der mit 53 Jahren das erste Mal auf dem Rennsteig wanderte. So trifft er sich unter anderen seit 40 Jahren immer noch jedes Jahr zur gleichen Zeit mit Freunden auf dem Weimarer Zwiebelmarkt.

Erst im Jahr 2009 wurde die Idee geboren, den gesamten 168,3 Kilometer langen Rennsteig zu erwandern. „Das war ja zu DDR-Zeiten wegen des Grenzgebietes nicht möglich“, erklärt Thomas Niedlich. Beim Organisieren der einzelnen Etappen stieß er dann auf die Wanderbücher von August Trinius. Zur Erklärung: August Trinius, 1851 in Schkeuditz geboren und 1919 in Waltershausen gestorben, wurde als Wanderschriftsteller bekannt. Sein größtes Verdienst lag darin, dass er mit seinem Buch „Der Rennsteig des Thüringer Waldes“ ab 1890 einen regelrechten Rennsteig-Boom auslöste.

Notizen nach einem langen Wandertag

Die Aufzeichnungen von Trinius nahm Thomas Niedlich nun als Grundlage, um auf dessen Spuren heutige neue und gangbare Wege zu suchen. Dafür plant er in der Regel immer eine Woche ein. Er kommt mit Leuten ins Gespräch, und die zeigen ihm dann auch oft so manchen verborgenen Weg. „Was hat Trinius damals vor 100 Jahren gesehen und empfunden? Was sehe und empfinde ich heute? Diese Gedanken bilden die Grundlage für die Notizen nach einem langen Wandertag.

Erst wieder Zuhause in Groß Welle, beginnt für den Vater zweier erwachsener Söhne die schriftstellerische Arbeit. „Trinius hatte zum Beispiel Angst vor dem Eisenbahnbau, der die Landschaft zerstören könnte. Heute sind es die Autobahnen, dafür werden die Eisenbahnstrecken stillgelegt“, erzählt der Groß-Weller. Er vergleicht in seinen Büchern das Alte mit dem Neuen und stellt fest: „Trinius sah Flüsschen und Dörfer. Ich sehe oft nur noch Bäume.“

Den Harzduft in der Nase

Weil Thomas Niedlich nicht nur Wanderführer schreiben, sondern auch das Emotionale rüberbringen will, ist er am liebsten allein unterwegs. So kann er aus dem Bauch heraus entscheiden, wo er entlang geht. Er schwärmt: „Du kommst aus dem Wald heraus, hast noch den Harzduft in der Nase und triffst auf eine Wiese. Dieser Geruch: Als ob Du in einem Honigglas schwimmst.“

Die Landschaft, die Natur sind für den Groß Weller wichtig, aber auch die Menschen, auf die er trifft. Oft kommt es ganz spontan zu Gesprächen. Wenn es um die Übernachtungsmöglichkeiten geht, handelt er allerdings nicht spontan. Die klärt er lieber im Vorfeld. Thomas Niedlich sagt: „Nächstes Jahr mache ich auf jeden Fall die Werra zu Ende. Trinius ist ja auch bis Hannoversch Münden gelaufen. Zwei Wochen plane ich ein. Dann bin ich mal wieder weg.“

Von Renate Zunke

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