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Einbrecher erneut vor Gericht

Pritzwalk Einbrecher erneut vor Gericht

Sie können es offensichtlich nicht lassen: Bereits im Januar wurden ein 36-Jähriger aus Meyenburg wegen Bandendiebstahls zu fünf Jahren Haft verurteilt, ein 32-jähriger Pritzwalker zu drei Jahren und drei Monaten. Nun stehen sie mit einem dritten Mittäter erneut vor dem Landgericht Neuruppin, wegen zahlreicher Einbrüche unter anderen in Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Es ist nicht verwunderlich, dass sich Ronny R. nicht an die einzelnen Einbrüche erinnern kann. Immerhin wirft die Staatsanwaltschaft dem 36-Jährigen 54 Einbrüche vor, die er zwischen Mai und November 2016 begangen haben soll. Merkwürdig nur, dass er bei der Polizei wohl noch ein besseres Gedächtnis hatte. Mit ihm auf der Anklagebank sitzen Christian C. und Tobias S.

Keine Unbekannten auf der Anklagebank

Für Ronny R. und den 32-jährigen Christian C. ist das Landgericht Neuruppin nicht fremd. Dort wurden sie im Januar dieses Jahres zu fünf beziehungsweise drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Gemeinsam mit anderen Mittätern waren sie in unterschiedlicher Besetzung von Dezember 2014 bis April 2015 auf nächtlichen Diebestouren unterwegs gewesen, waren in Büros und Geschäfte unter anderem in Pritzwalk, Meyenburg, Wittenberge, Walsleben und Perleberg eingebrochen. Das gerichtliche Nachspiel schon vor Augen, machten sie munter weiter, mit den Taten, für die sie sich jetzt verantworten müssen.

Die Prignitz unsicher gemacht

Der 24-jährige Tobias S. soll erst ab September dabei gewesen und an zwölf Einbrüchen beteiligt gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft trafen sich die Angeklagten in einer Pritzwalker Spielothek. Von dort aus ging es mit dem Auto von Christian C. nach Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk, Walsleben, Wittstock, Neustadt (Dosse), Falkenhagen. Teilweise erbeuteten sie in einer Nacht mehr, als sie mit ihrer regulären Arbeit im Monat verdienten. In einem Handyshop in Pritz­walk gelangten Ronny R. die gesamten Tageseinnahmen von 1500 Euro in die Finger: Bei einem Friseursalon in Wittenberge waren es mehr als 3000 Euro.

Mal mehr mal weniger erfolgreich

Nicht immer waren die Einbrüche so erfolgreich. Manchmal scheiterte es bereits daran, dass sich Fenster oder Türen nicht aufhebeln ließen. Bei anderen war schlicht und einfach nichts zu holen. Manchmal waren die Einbruchschäden größer als die Beute. Bereits einmal war ihnen die Polizei auf der Spur: In Lüschow mussten sie den Tresor mit über 1100 Euro stehen lassen, um unerkannt das Weite suchen zu können. In Breddin am 7. November wurden Ronny R. und Christin C. dann erwischt und festgenommen. Vier Tage später wurde auch Tobias S. verhaftet.

Während Ronny R. sich gewaltsam Zutritt zu den jeweiligen Objekten verschaffte und die Geschäftsräume durchsuchte, stand Christian C, später gemeinsam mit Tobias S., draußen Schmiere. Die Beute wurde anschließend aufgeteilt. Sie waren auf Geld aus, das sie in der Spielhalle auf den Kopf hauten. Und nicht nur dafür. Alle drei nahmen, eigenen Angaben zufolge, Drogen wie Amphetamine, Ketamin und Kokain. Ronny R. und Christian C. haben bereits Therapien wegen ihrer Spielsucht hinter sich.

Angeklagter erinnert sich nicht mehr

Bei der Polizei hatte Ronny R. wie bereits im vorherigen Verfahren ausgepackt und umfassend gestanden. Davon wollt er am Dienstag nichts mehr wissen. Er könne nicht sagen, wie es wieder zum Kontakt mit Christian C. gekommen sei. Befragt zu den einzelnen Einbrüchen stellte er sich bockig. Daran könne er sich nicht erinnern. Bei der Polizei habe er unter Drogen gestanden. „Ich hätte gar nicht vernommen werden dürfen“, meinte er patzig.

Am 2. Mai wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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