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Prignitz Eine Landpartie zur Alpaka-Zucht in Breese
Lokales Prignitz Eine Landpartie zur Alpaka-Zucht in Breese
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00:06 15.06.2015
Jedes der possierlichen Tiere hat ein anderes Gesicht. Untereinander sind die Alpakas sehr sozial. Quelle: Wegner
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Breese

Gäste aus den großen Städten und von nebenan nutzten am Wochenende die 21. Brandenburger Landpartie, um sich das ländliche Leben anzusehen. Es öffneten all jene ihre Stalltüren, die gern Gäste über ihren Hof führen. Einer von ihnen war der Familienbetrieb Elbtal-Alpaka in Breese.

Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich Dietmar Krempner mit der Alpaka-Zucht. 2009 wurden die ersten Tiere angeschafft. „Die Alpakazucht macht viel Arbeit. Wir haben mal ein Tier der Rasse Suri mit der Flasche großgezogen. Das heißt, dass es alle zwei Stunden die Flasche kriegen musste“, berichtete er den Gästen. Die Überlebensrate der neugeborenen Tiere in Deutschland beträgt rund 80 Prozent. In Peru liegt sie bei 40 bis 50 Prozent. Elf Stuten, zwei Fohlen, acht Hengste und vier Absetzer-Hengste hält Krempner auf seinem Hof. Die Nachfrage ist im Moment größer als das Angebot. Das lässt die Preise stabil bleiben. Die Tiere kann man getrost auf Obstwiesen lassen. Sie fressen nur das Gras und nicht die Bäume an. Auf der Wiese haben sie einen festen Dungplatz, den sie auch mal wechseln. Ihr Dung lässt die Pflanzen sehr gut sprießen.

Alpakas sind "sozial"

„Die Tiere sind sehr sozial“, berichtete der Züchter. Die Mutter ist bei der Geburt von Tanten umgeben, die sich nach der Geburt um das Junge kümmern. Neue Tiere werden schnell in die Gruppe aufgenommen. Alpakas wurden rein für die Wolle gezüchtet. Die Inkas hatten schnell erkannt, dass die Wolle sehr wärmt. Ihren Ursprung haben die Alpakas in Südamerika. Im Hochland in einer Höhe von 4000 bis 5000 Metern sind sie zu Hause. Einst waren sie vom Aussterben bedroht. Es gab nur noch rund zwei Millionen Exemplare auf der Welt. 1998 wurden sie dann als landwirtschaftliche Nutztiere freigegeben. Seitdem wächst ihre Zahl wieder.

Dieter Krempner erzählt den Gästen alles über die Zucht seiner Alpakas. Quelle: Wegner

Als Hobbyzucht empfiehlt der Fachmann Hengste oder Wallache. Die sind ruhig in der Gruppe und werden schnell zahm. Nach zwei Jahren sind Alpakas erwachsen. Die Tiere werden bis zu 25Jahre alt. Die zwei Rassen Suri und Huacaya unterscheiden sich durch ihre Fasereigenschaften voneinander. Das Vlies der Suris scheitelt sich am Rücken und wächst glatt nach unten. Das Huacaya-Haar wächst zur Seite und dreht sich. Je gedrehter es wächst, desto hochwertiger ist es. Aber es muss eine gewisse Feinheit aufweisen. Graue Tiere sind selten und begehrt, deshalb auch teuer.

Söckchen aus wärmender Alpaka-Wolle

„Wir haben einen Hofladen, gehen auf Märkte und verschicken unsere Waren auch“, erzählte der Züchter den Gästen. Die Produkte – Schals, Socken, Mützen, Decken – kommen aus Peru. „Vor zwei Jahren waren wir da und haben geguckt, wie die Leute dort leben“, erzählte Renate Krempner. Elbtal- Alpaka ist ein Familienbetrieb. Neben Dietmar Krempner und seiner Frau Renate arbeiten ihre Tochter und der Schwiegersohn auf dem Hof mit. Selbst der Enkel interessiert sich schon für die Tiere.

Beeindruckende Leistung

Sabine und Bernd Weisheit aus der Nähe von Brandenburg/Havel lieben die Natur. Am Sonnabend lasen sie im Internet über den Alpakazuchtbetrieb in Breese und machten sich spontan auf den Weg in die Prignitz. „Wir sind hier gut empfangen worden. Uns wurde alles über die Tiere erzählt, was wir wissen wollten“, sagte Sabine Weisheit. „Es ist schon sehr beeindruckend, was Menschen alles leisten“, meinten sie nach dem Rundgang. Mitgenommen haben sie nicht nur neue Eindrücke, sondern auch warme Socken aus Alpaka-Wolle. Ein Steppbett aus Alpaka-Wolle ist bestellt und wird Ende August geliefert.

Die Brandenburger Landpartie existiert seit 1994. Sie ist eine besondere Einladung ins Märkische. Höfe, Gärten und ländliche Betriebe öffnen ihre Tore und geben einen Blick hinter die Kulissen des Landlebens frei. Landpartie ist eine schöne Möglichkeit, Brandenburg zu entdecken, zu erleben und zu genießen.

Von Jens Wegner

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