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Eine Milliarde Euro für die Prignitz

Viele Investitionen in 25 Jahren Eine Milliarde Euro für die Prignitz

Die Milliarde ist geknackt: So viel Geld wurde für gewerbliche Investitionen in der Prignitz ausgegeben, die die Investitionsbank des Landes Brandenburg seit 1990 mit 250 Millionen Euro gefördert hat. Bankchef Tillmann Stenger überreichte deshalb Prignitz-Landrat Torsten Uhe einen symbolischen Förderbescheid.

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Tillmann Stenger (3.v.l.) übergab den symbolischen Scheck an Landrat Torsten Uhe. Beide wurden flankiert von Edelgard Schimko (l.), Dietmar Gornig (2.v.l.), Mike Blechschmidt (3.v.r.), Uwe Büttner und Marion Talkowski.

Quelle: Bernd Atzenroth

Meyenburg. Man mag es kaum glauben, aber seit der Wende sind in der Prignitz Milliardensummen investiert worden. Allein die gewerblichen Investitionen, die von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in den vergangenen Jahren gefördert worden sind, betragen eine Milliarde Euro. Die ILB hat die 632 Vorhaben im Rahmen der gewerblichen Förderung durch das Programm mit einer Fördersumme von insgesamt 250 Millionen Euro unterstützt. Knapp 5000 Arbeitsplätze wurden auf diese Art neu geschaffen.

Grund genug, um diese Entwicklung angemessen zu würdigen. Tillmann Stenger, Vorstandsvorsitzender der ILB, überreichte dafür am Freitag einen symbolischen Förderbescheid an den Prignitzer Landrat Torsten Uhe. Dafür war auch ein passender Ort gefunden worden: die Meyenburger Möbelwerke. Denn das Unternehmen, das für das schwedische Möbelhaus Ikea Billy-Regale und vieles mehr produziert, steht exemplarisch für eine kontinuierliche Entwicklung im vergangenen Vierteljahrhundert und ist ein Vorzeigebetrieb geworden. Daher freute sich Möbelwerke-Geschäftsführer Dietmar Gornig darüber, dass man seinen Betrieb für die Zeremonie ausgewählt hatte. Gornig: „Wir sind stolz darauf, was wir hier geleistet haben.“ Bei dem Termin waren auch andere anwesend, die zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen haben – etwa die beim Landkreis zuständige Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko, der Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz, Uwe Büttner, Marion Talkowski,, Leiterin des Regionalcenters der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam in Pritzwalk, Undine Ebert für die Kreishandwerkerschaft Prignitz und Mike Blechschmidt als Vorsitzender des Vereins Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock.

Der Rundgang in den Meyenburger Werkshallen beeindruckte

Der Rundgang in den Meyenburger Werkshallen beeindruckte.

Quelle: Bernd Atzenroth

Für Torsten Uhe sind die Meyenburger Möbelwerke ein gutes Beispiel dafür, dass mit der wirtschaftlichen Förderung nicht nur Betriebe neu errichtet, sondern schon bestehende Firmen ausgebaut werden konnten. Der Landrat erinnerte daran, dass die Arbeitslosenquote in der Region 1992/1993 mitunter nahe an der 30-Prozent-Marke lag. Heute sei demgegenüber mit 10,8 Prozent ein historischer Tiefstand erreicht worden – immer noch viel, aber gemessen am Ausgangspunkt eine tolle Entwicklung. Büttner hatte herausgefunden, dass die Firma TUL Agroservice aus Falkenhagen den allerersten Förderantrag aus der Prignitz an die ILB gestellt hatte. Sein Volumen lag bei etwa 200 000 Euro. Die Zahl der Prignitzer Förderanträge lag im vergangenen Vierteljahrhundert insgesamt sogar bei 1500, denn über die 632 Investitionsvorhaben hinaus ging es um vieles anderes wie Forschung, Entwicklung oder Fachkräftesicherung.

Stenger war selbst kurz nach der Wende in der Prignitz und damals skeptisch hinsichtlich deren künftiger Entwicklung. Heute ist die Skepsis gewichen: „Wir haben viel geschafft in der Region“, sagte er und freute sich, dass die ILB dazu beitragen konnte. Dabei belegen nicht nur Unternehmensneugründungen eine erfolgreiche Entwicklung. Gerade aus Anträgen zur Erweiterung einer Betriebsstätte leitet Stenger die eigentliche Erfolgsgeschichte ab: nämlich dass es Unternehmen gibt, die kontinuierlich weiter investieren.

Die Meyenburger Möbelwerke produzieren auch für Ikea

Die Meyenburger Möbelwerke produzieren auch für Ikea.

Quelle: Bernd Atzenroth

Wie zum Beispiel die Meyenburger Möbelwerke. Deren Geschäftsführer Gornig wartete mit beeindruckenden Zahlen auf. Sein Unternehmen, das bereits 1946 als Ein-Mann-Betrieb gegründet worden war, wagte 1990 mit damals 150 Mitarbeitern einen Neustart. Jetzt sind es auf einer Produktionsfläche von 58 500 Quadratmetern 500 Arbeitsplätze – und das, obwohl die Produktion zunehmend automatisiert wird. Für den weiteren Ausbau wurden im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt – eine Deponie wurde abgetragen und das abschüssige Gelände auf eine Ebene gebracht. Beeindruckend auch, dass die Fläche des pro Tag verarbeiteten Furniers etwa 55 000 Quadratmeter beträgt – also fast die Fläche der ganzen Firma. Spanplatten, Beschläge und Verpackungen sorgen für regen Lkw-Verkehr rund um das Werk.

Die Möbelwerke suchen weitere Mitarbeiter

Einzig eine Sache stimmt Gornig traurig: Dass es schwierig ist, einheimische Abiturienten zu finden, die Holz-Ingenieur werden wollen. Dabei bietet das Unternehmen in Sachen dualer Ausbildung und internationaler Verbindungen dafür beste Voraussetzungen und hat so seinen Personalstab schon erheblich verjüngt. „Wir brauchen aber Nachschub und setzen auf Heimkehrer“, sagte Gornig. Blechschmidt erinnerte daran, dass der Anteil der Industriearbeitsplätze mit 37 Prozent in der Prignitz weit über dem Landesschnitt liegt und fände es daher gut, wenn am Oberstufenzentrum dazu passende Ausbildungsgänge eingerichtet würden. Seine Gebäudereinigungsfirma ist im übrigen ein gutes Beispiel dafür, wie sehr ein gut funktionierender Betrieb in die Region hineinwirkt. Die Reinigung der Möbelwerkshallen sichert alleine zehn Arbeitsplätze.

Wie modern in den Meyenburger Werkshallen gearbeitet wird, zeigte Gornig seinen Gästen bei einem Firmenrundgang, der alle sichtlich beeindruckte. „Wir sind gerüstet für die nächsten Entwicklungen“, sagte Gornig. Die nächsten Investitionen werden teuer, konzentrieren sie sich doch auf die weitere Automatisierung. Er hofft auf erneute Förderung, zumal die internationale Konkurrenz auch Fördermöglichkeiten hat. In Deutschland jedoch sind große Erweiterungsinvestitionen im Moment schwer förderfähig – vielleicht ein Grund, warum die ILB momentan mehr Fördergeld zur Verfügung hat, als beantragt wird. „Wir freuen uns über jeden Antrag“, erklärte Tillmann Stenger.

Von Bernd Atzenroth

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