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Prignitz Eine Venus für Kunow
Lokales Prignitz Eine Venus für Kunow
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00:17 13.05.2016
Die Bruchstücke von Granit- und Marmorplatten faszinieren Giampaolo die Cocco. Er hat sie bemalt. Quelle: Sandra Bels
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Kunow

Ein Jahr ist vergangen, seitdem der Florentiner Giampaolo di Cocco die letzte Ausstellung in seinem Atelier „Abaco Space“ in Kunow gezeigt hat. Jetzt ist wieder Mai und di Cocco wieder Gastgeber. Für den 21. Mai hat er sich befreundete Künstler eingeladen. Es sind Edoardo Malagigi und Beatrice Paola Ruffini. „Edoardo war bis vor kurzem Professor an der Akademie der Künste in Florenz“, erzählt di Cocco. Er ist mit dem Designer seit einer Ewigkeit befreundet. Während sich der Künstler früher eher ideologisch orientierte, distanziere er sich heute davon, zeige sich aber dennoch politisch. Er gestaltet Kunstwerke aus Tetrapack-Streifen. „Für Kunow hat er extra etwas entwickelt“, sagt di Cocco erfreut.

Beatrice Paola Ruffini ist Modedesignerin und war Schülerin bei Malagigi. Sie hat einen Film über Kunow und das „Abaco Space“ gedreht und zeigt ihn am 21. Mai. Die 30-Jährige hat Ateliers in Mailand und Berlin. „Sie ist gut vernetzt“, so di Cocco. Er selbst war in den vergangenen Monaten auch nicht untätig. „Von September bis heute habe ich 14 neue Objekte gebaut“, sagt der Wahl-Kunower. Einige entstanden in Florenz, die anderen in der Prignitz. Alle werden am 21. Mai zu sehen sein, auf dem Dachboden der Scheune.

Zu den neuen Kunstwerken gehören auch Wagen. Quelle: Sandra Bels

Di Cocco erzählt, dass er eine für sich absolut neue Technik dabei ausprobiert hat. „Ich habe mit Silikon und Kunststoff gearbeitet und erstmals auch digital“, sagt er und zeigt auf die „Venus von Kunow“ – einer Frau mit Laptop und Spiegeln. Im „Tempel der Barken“ steckt 120 Jahre altes Blei. „Es ist von alten Dächern, nur die haben eine solche Patina“, erklärt der Künstler. Das Kunstwerk gehört zu den 14 neuen Exemplaren. Jedes erzählt eine Geschichte.

„Ich habe noch so viele andere Projekte im Kopf“, sagt der Künstler. So schrieb er inzwischen auch ein Buch, was zwar noch nicht publiziert, aber in Italien bereits vorgestellt wurde. Auch hat er in einem Film eine kleine Rolle gespielt. Im Atelier stehen Platten an der Wand. Belgischer Marmor findet sich darunter, aber auch rosa Marmor aus Portugal oder roter Granit aus Schweden. Giampaolo die Cocco hat die Platten bemalt.

Ideen kommen ihm beim Reisen und Lesen. Auch Geschichte spielt für ihn eine große Rolle. Am liebsten mag er die Römer und die Griechen. „Modernes fasziniert mich, aber ich bin kein Fan der modernen Zeiten“, sagt der 68-Jährige.

Die Venus von Kunow. Quelle: Sandra Bels

Die Vorbereitungen für 2017 hat der Florentiner auch schon in Angriff genommen. Es soll eine Ausstellung in Stuttgart geben und bereits im Februar eine Performance in einem italienischen Theater in Köln, welche die Situation der Theater aufgreift. Der Arbeitstitel lautet „Die Kunst der Träume“. Die Szene spielt im Mittelalter. In Rom wird ein Sarg mit einer Flüssigkeit gefunden. Darin liegt eine Römerin, die komplett erhalten ist.

Särge begleiten di Cocco bereits sein ganzes Leben. „Ich messe ihnen nicht nur negative Bedeutung bei“, sagt der Künstler. Für ihn haben sie unter anderem auch etwas mit Reisen zu tun. Im Oktober zeigt er deshalb auch eine Serie Zeichnungen zum Thema Sarg in Genua.

Bis Juli will der Künstler nun erst einmal in Kunow bleiben und arbeiten. Oft sieht man ihn im Dorf spazieren gehen. Er genießt die Ruhe auf dem Land. Seine Frau Birgit pendelt von Kunow nach Berlin zur Arbeit. Auch er sucht Kontakte in Berlin für die Verwirklichung seiner Ideen.

Ausstellung: Giampaolo di Cocco erwartet Gäste am 21. Mai ab 15 Uhr in der Thomas-Müntzer-Straße 21.

Die 6. Ausstellung

Giampaolo di Cocco lädt bereits zur 6. Ausstellung in Kunow ein. Die erste fand im Mai 2012 statt.

Der Künstler wurde 1947 in Florenz geboren und arbeitet als Maler und Filmemacher, Stadt- und Raumplaner. Er baut auch raumgreifende Inszenierungen, meist als Flugzeuge.

Sein Atelier „Abaco Space” ist benannt nach der Zeitschrift „Abaco”, die sich seit 1977 künstlerischen und philosophischen Themen widmet. Jeder, der neue Ideen und Denkanstöße aus verschiedenen Blickwinkeln liefern will, kann dafür schreiben. Im „Abaco Space” in Kunow soll sich jeder präsentieren können, der etwas zu zeigen oder zu sagen hat.

Von Sandra Bels

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