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Pritzwalker Wehren übten Großeinsatz

Falkenhagen Pritzwalker Wehren übten Großeinsatz

13 von 14 Wehren aus dem Pritzwalker Stadtgebiet, Rettungsdienst und Katastrophenschutz trafen sich am Samstag zu einer großen Übung auf dem Gelände der Firma TUL im Gewerbegebiet Prignitz bei Falkenhagen. Die etwa 100 Einsatzkräfte mussten einen Brand löschen, Verletzte bergen und Giftstoffe entsorgen.

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Quelle: Bernd Atzenroth

Falkenhagen. Um 9 Uhr ging es los: Eine Verpuffung hatte für einen Brand in einer Werkstatt gesorgt, eine Person wurde danach vermisst. Am Gleisanschluss der Firma TUL stand ein Güterzug mit Gefahrengut. Zwar fuhr der Lokführer geistesgegenwärtig aus der Gefahrenzone, doch fielen dabei drei Gefahrgutfässer herunter. Am anderen des Geländes zeigte sich ein Lkw-Fahrer über die Verpuffung so erschreckt, dass es zu einem Unfall mit mehreren Verletzten kam. All dies war nun für die Einsatzkräfte gleichzeitig zu managen.

Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung. Und auch um keine, zu der offen alarmiert wurde, wie Stadtbrandmeister Volker Lehmann erklärte: „Wir fahren nur auf dem Gelände mit Blaulicht.“ Die Kräfte waren darauf eingestellt, bei der komplexen Übung gemeinsame und besondere Abläufe zu erproben. Immerhin 13 der 14 Wehren aus dem Stadtgebiet waren vertreten. Zusammen mit dem Rettungs- und Sanitätsdienst sowie dem Katastrophenschutz waren etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort dabei.

Am Gleis war derweil die Gefahr erkannt und der Giftstoff als Ethylchlorazetat identifiziert – gefährlich und brennbar. Spezialkräfte waren anzufordern, Absperrungen zu errichten und ein Zelt aufzubauen. Wie wichtig solche Übungen sind erklärte Zugführer Adrian Zechser an einem aktuellen Beispiel: Der große Gefahrgutunfall auf der A24 ist ja noch nicht lange her. Während sich am Bahngleis Pritzwalker, Buchholzer und Sarnower Einsatzkräfte darauf vorbereiteten, die Gefahr durch die Giftfässer zu bannen, schnitten Einheiten aus Falkenhagen, Seefeld und Mesendorf rund 300 Meter entfernt eine Fahrzeugkabine auf, um die drei Verletzten – gespielt von Nachwuchsfeuerwehrleuten aus Preddöhl – zu bergen und abtransportieren zu können. Derweil waren weitere Einsatzkräfte damit beschäftigt, den Werkstattbrand zu löschen. Einsatzleiter war an dieser Stelle Thomas Lesker, der trotz des guten Übungsverlauf auch Ansätze sah, wo man noch weiter trainieren muss. Unter Atemschutz waren Einsatzkräfte aus Sadenbeck und Pritzwalk an der Löschaktion beteiligt, außerdem Feuerwehrleute aus Beveringen, Wilmersdorf, Schönhagen und Giesensdorf. Auch vom ausgefahrenen Drehkorb aus wurde das Feuer von oben bekämpft. Die Wasserversorgung wurde vom Löschteich gelegt.

Am Gleis wiederum wechselten sich nun die Einsatzkräfte im grünen Schutzanzug bei der Dekontaminierung ab – der Giftstoff wurde in Fässern gesichert. Nach dem Einsatz mussten sie erst durch eine Kabine, in der im realen Einsatz der Schutzanzug abgespritzt worden wäre, bevor ihnen dann aus der Montur geholfen wurde.

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Es war eine komplexe Ausgangslage, mit der sich in einem Übungsszenario Brand- und Katastrophenschützer aus Pritzwalk und Umgebung auseinandersetzen mussten. Hier ein paar Fotoimpressionen.

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Von Bernd Atzenroth

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