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Einwohner fordern einen Blitzer

Triglitz Einwohner fordern einen Blitzer

Auf der langen Geraden in der Ortsmitte von Triglitz wird regelmäßig zu schnell gefahren. Angesicht von Kita- und Schulkindern fordern die Eltern die Aufstellung eines Blitzers. Das Landesstraßenamt möchte hingegen sogar die nvorhandene Fußgängerampel entfernen.

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Blick auf die Ortsdurchfahrt mit zahlreichen Fahrzeugen. Auf diesem Abschnitt wird die Geschwindigkeit regelmäßig überschritten, daher soll dort ein Blitzer aufgestellt werden.

Quelle: Michael Beeskow

Triglitz. „Hier wird durchgerast.“ Die Gemeindevertreterin Daniela Sünder kritisiert nicht nur die verantwortungslosen Verkehrsteilnehmer, sondern auch dass von den Behörden nichts gegen die Raserei auf der Ortsdurchfahrt in Triglitz (Amt Pultitz-Berge) unternommen wird. Kurven am Ortsein- und am Ortsausgang zwingen zum Reduzieren des Tempos, doch dann kommt die lange Gerade in der Ortsmitte. „Und da wird wieder richtig beschleunigt“, hat nicht nur die Gemeindevertreterin beobachtet. „Gerade, wo hier auch die Kita ist und der Schulbus hält“, fügt sie hinzu. Es hat schon viele Beschwerden der Eltern gegeben, doch mehr als eine kurze Kontrolle durch die Polizei ist nicht passiert. Die Forderung für die Triglitzer ist klar: „Hier muss eine Blitzer aufgestellt werden.“ In anderen Orten werden sie ja auch errichtet, etwa in Sachsen-Anhalt entlang der B 189.

Selbst Tempo 30 vor der Kita ist kaum durchzusetzen

Auch das Amt Putlitz-Berge hat sich mit dem Problem schon befasst. Es unterstützt die Forderung der Einwohner nach mehr Verkehrssicherheit. Bau- und Ordnungsamtsleiter Peter Jonel möchte am liebsten eine Tempo-30-Zone im Bereich der Kita und der Bushaltestelle ausweisen lassen. Doch die Anordnung muss die Untere Verkehrsbehörde treffen, auch ist die Ortsdurchfahrt eine Landesstraße. Peter Jonel hat die Erfahrung machen müssen: „Das ist schwierig hinzukriegen.“

Nach Beschwerden hat der Ordnungsamtsleiter im vorigen Jahr eigene Messungen mit einem Seitenradarmessgerät (SDR) in den Ortslagen Triglitz an der L 111 und in Silmersdorf an der K 7022 jeweils im Bereich der Bushaltestellen vorgenommen. Das Messgerät wurde übrigens 2014 von der Gemeinde Gülitz-Reetz angeschafft. Es können damit PKW und LKW in beiden Fahrtrichtungen zahlenmäßig und auch mit der gefahrenen Geschwindigkeit erfasst werden. „Da wir in den letzten Jahren kaum Verkehrserfassungen vom Landkreis oder auch den Straßenbaulastträgern erhalten haben, ist dieses nun eine gute Methode, um eigene Anliegen im Amtsgebiet Putlitz-Berge zu begründen“, erklärt Peter Jonel.

Wie schwierig es ist, verkehrsrechtliche Anordnungen bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Prignitz zu erwirken, zeigte sich jüngst.

Statt Tempolimit nur ein Hinweisschild

Für Silmersdorf hatte Peter Jonel aufgrund erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen und auch wegen der schlechten Straße für den Haltestellenbereich die Anordnung von 30 Stundenkilometer von Montag bis Freitag in den Schulbuszeiten 5 bis 7 Uhr und 14bis 18 Uhr beantragt. Genehmigt wurde lediglich eine Beschilderung mit dem Gefahrenzeichen Kinder und dem Zusatzzeichen „Schulbus Mo-Fr 05-07h und 14-18h“. Die Kreisstraßenmeisterei Prignitz brachte die Schilder inzwischen an.

Für Triglitz konnte er aufgrund seiner Messungen ebenfalls Geschwindigkeitsüberschreitungen nachweisen. Aber sie waren noch nicht so hoch, dass sie für die Anordnung eine Geschwindigkeitsreduzierung gereicht hätten. Peter Jonel kritisiert das Landesamt für Straßenwesen Brandenburg, dass die Zusatzschilder mit dem Zeichen Kinder bisher nicht angebracht hat.

Jetzt will das Landesamt auch noch die Ampel abbauen

Völlig unverständlich ist ihm das Ansinnen des Landesstraßenamtes, die Fußgängerbedarfsampel entfernen zu wollen. Im April 2016 erhielt er ein Schreiben zum beabsichtigten „Rückbau der Lichtsignalanlage in der Ortslage Triglitz“, in dem es heißt: „Das Verkehrsaufkommen ist nach der Abstufung der ehemaligen B 321 zur L 111 rückläufig. Dies wird auch durch die turnusmäßige Verkehrszählung bestätigt. Der Landesbetrieb sieht die Einsatzkriterien, insbesondere die Verkehrsstärken, als nicht gegeben.“ Der Ordnungsamtsleiter hat dies in einem Antwortschreiben zurück gewiesen. Von turnusmäßiger Verkehrszählungen des Landesamtes sei ihm nichts bekannt. Ein Rückbau sei nicht nachvollziehbar.

„Genau in diesem Straßenbereich haben wir zudem auch noch die Feuerwehrzufahrt und den Spielplatz sowie in kürzerer Entfernung auch noch die gut ausgelastete Kita, also warum soll dann die Ampel weg?“ fragt Peter Jonel. Ob damit die Rückbaupläne des Landesbetriebs vom Tisch sind, ist bislang noch nicht klar.

Von Michael Beeskow

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