Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Einwohner fürchten Windrad-Umzingelung
Lokales Prignitz Einwohner fürchten Windrad-Umzingelung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 19.03.2018
Der Plattenburger Ortsteil Söllenthin ist geradezu umzingelt von Windrädern. Laut Regionalplanung Prignitz-Oberhavel sollen dort noch mehr Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Quelle: Andreas König
Söllenthin

34 Windräder recken sich rund um Söllenthin (Gemeinde Plattenburg) in die Luft, und in Zichtow sieht es ähnlich aus. Das wäre an sich schon eine erhebliche Belastung, denn jede der Anlagen wirft Schatten, erzeugt hörbaren und unhörbaren Schall, und verändert das Landschaftsbild.

Doch es könnten bald noch mehr Anlagen werden, die außerdem noch viel höher sind als die bereits vorhandenen. Das fürchten jedenfalls Jochen Geppert und Andreas Palmer, die in der Gemeinde Plattenburg wohnen. „Zum Regionalplan Wind sind 1 800 Stellungnahmen mit über 7500 Einzelargumenten eingegangen“, sagt Andreas Palmer.

Windkraftgegner fühlen sich übergangen

Obwohl viele Argumente gegen einen weiteren Ausbau der Windkraftanlagen vorgelegt wurden, soll „zum Entsetzen vieler der Plan offenkundig möglichst lautlos durchgewinkt werden“, schreiben Andreas Palmer und Jochen Geppert in einem Brief an den Regionalvorstand der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. Dieses Gremium ist kurz davor, den seit 2003 in Überarbeitung befindlichen Regionalplan fortzuschreiben, also neu zu formulieren

Aus Sicht der Windkraftgegner aus Söllenthin und Zichtow werden deren Interessen „besonders krass“ übergangen. „Einem Ort, in dem die zulässigen Grenzwerte der Lärmimmission schon jetzt überschritten werden, würde eine noch mal gesteigerte Belastung zugemutet – gleichzeitig bleiben schwerwiegende Kriterien des Landschafts- und Artenschutzes unbeachtet“, sagen die Kritiker.

Surren und Brummen kommt nicht von einer Autobahn

Der Lärm sei unter realen Bedingungen ohnehin noch nie gemessen worden. „Mit der laut neuem Regionalplanentwurf noch größeren Nabenhöhe der Windräder fällt die schalldämmende Wirkung des Bodens noch geringer aus“, sagt Andreas Palmer. Schon jetzt würden sich Besucher erkundigen, wieso der Lärm der Autobahn in beiden Dörfern so groß ist.

Doch kommt das Surren und Brummen nicht von einer Autobahn, sondern von den zahlreichen Windrädern. Deren Abstand zur Wohnbebauung will die regionale Planungsgemeinschaft auf 750 Meter statt der empfohlenen 1000 Meter senken. Das würde für Söllenthin und Zichtow bedeuten, mit noch mehr Windrädern umgeben zu sein, die Kritiker sagen „umzingelt“ zu werden. „Wenn die Pläne Wirklichkeit werden, hätten wir in einem Winkel von 180 Grad nur Windräder vorm Dorf“, sagt Andreas Palmer. Das wäre aus seiner Sicht „der Todesstoß“ für ein Leben in den Dörfern.

Politiker versichern, dass Region nicht übergangen wird

Die Aktivisten haben versucht, auf allen möglichen Ebenen aktiv zu werden. Unter anderem sprachen sie mit den Prignitzer Landtagsabgeordneten Thomas Domres (Linke) und Holger Rupprecht (SPD). Auch mit Prignitzer Vertretern im Regionalvorstand sprachen die beiden.

Dazu zählt neben Landrat Torsten Uhe und Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann, die Perleberger Bürgermeisterin Annett Jura. „Ich nehme die Sorgen der Bürger sehr ernst“, sagte Annett Jura. „Aber nur, weil ein Windeignungsgebiet nicht noch einmal explizit beraten wurde, heißt das nicht, dass die Regionale Planungsmeinschaft irgendetwas durchwinken will“, sagte sie. Dennoch werde sie die Bedenken der Einwohner noch einmal im Regionalvorstand ansprechen.

Von Andreas König

Prignitz Vidoedreh in Prignitz-Dorf - Ein Lied für Bälow

Die Rosenau-Schwestern haben ein Lied für das Prignitz-Dorf Bälow arrangiert. Gemeinsam mit Einwohnern haben sie es einstudiert und ein Video gedreht. „Wir leben gerne hinterm Deich“ wird am Sonntag erstmals öffentlich zu sehen sein und danach auch auf Youtube präsentiert.

16.03.2018

Als stabil betrachtet der Prignitzer Polizeichef Dieter Umlauf die Kriminalitätslage in der Prignitz. Positiv ist insbesondere die 62,7 Prozent hohe Aufklärungsquote. Negativ ist die Zunahme bei Körperverletzung.

19.03.2018
Ostprignitz-Ruppin Polizeidirektion Nord legt Unfall-Statistik vor - Unfallzahlen auf neuem Höchststand

22 Menschen sind auf den Straßen von Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel im vorigen Jahr ums Leben gekommen. Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt hat einen neuen traurigen Rekord erreicht.

19.03.2018