Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Einwohner gegen Güllefahrten
Lokales Prignitz Einwohner gegen Güllefahrten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 14.01.2018
Als unerträglich empfinden Anwohner und der Ortsbeirat von Vettin die Verkehrsbelastung durch Transporte von und zur Milchvieh- und Biogasanlage (v.l.): Jörg Schulz, Birgit Krämer, Harry Schneeberg und der Ortsvorsteher Ernst Bohusch. Quelle: Andreas König
Anzeige
Vettin

Es ist wohl ein typischer Vorführeffekt. Ausgerechnet zum Ortstermin ist keiner der großen Radlader zu sehen. Doch die Fahrzeuge mit den Ballonreifen haben Spuren im Ortsbild von Vettin (Gemeinde Groß Pankow) hinterlassen: Die Straßenränder der Ortsdurchfahrt Vettin sind an manchen Stellen so zerfahren, dass sich wegen des Dauerregens fast teichgroße Pfützen gebildet haben.

„Alle Wege sind kaputt“

Für Birgit Krämer aus dem Ort steht fest: Das ist nicht mehr das beschaulich Dorf ihrer Kindheit. „Alle Wege sind kaputt, wir sind hier wie eingesperrt“, klagt sie. Die Fahrzeuge, die Mais und anderes „Futter“ zur Biogasanlage Vettin bringen und Gülle von der Milchviehanlage im Ort holen, sind zu breit für die Dorfstraße,. Dem Empfinden der Einwohner nach sind sie außerdem zu schwer und zu schnell unterwegs. Das alles brachte den Ortsbeirat dazu, sich hilfesuchend an die Gemeinde Groß Pankow zu wenden. Auch Birgit Krämer hat ihre Sorgen zu Papier gebracht und in Form von Neujahrswünschen an die beteiligten Firmen und Behörden geschickt.

Anlagenbetreiber haben geantwortet

Das sind vor allem die Betreiber der Biogasanlage – die Firma Osters und Voss, die Firma Lindenberger Agrar, die Gemeinde Groß Pankow und der Ortsbeirat. „Während der Geschäftsführer der Biogasanlage und der Ortsbeirat geantwortet haben, war von der Gemeinde Groß Pankow bislang nichts zuhören“, sagt Birgit Krämer.

Fahrzeuge sind zu breit für die Dorfstraße

Ernst Bohusch kann die Sorgen der Einwohner nur zu gut verstehen. „Die Fahrzeuge sind in der Regel 3,20 Meter breit., die Dorfstraße ist höchstens sechs Meter breit“, sagt er. „Begegnungsverkehr ist kaum möglich, und so weichen die Fahrzeuge auf den Seitenstreifen aus und fahren ihn kaputt.“ Er hat sich die Mühe gemacht, an einem Tag die Fahrzeuge zu zählen, die durch den Ort fahren. „Am 27. November waren es binnen einer Stunde 16 große Traktoren mit Anhägern“, sagt Ernst Bohusch. „Das macht auf acht Stunden gerechnet 128 Lastzüge pro Tag.“ Dabei sei das noch sehr wohlwollend betrachtet, denn die Fahrten würden bereits in den frühen Morgenstunden beginnen und bis in die Nacht hinein dauern.

Sorge um die Trinkwasserqualität

„Die Verkehrsbelastung ist das eine“. ergänzt das Ortsbeiratsmitglied Harry Schneeberg. „Aber die Trinkwasserbelastung kommt ja noch dazu.“ Sein Ortsbeiratskollege Jörg Schulz ergänzt „als hier noch Spargel gestochen wurde, durfte keine Gülle aufs Feld. Jetzt soll das auf einmal möglich sein?“ Der Wasser- und Abwasserzweckverband Pritz­walk will bis Mitte des Jahres mit Hilfe eines Gutachtens mögliche Beeinträchtigungen des Vettiner Trinkwasserreservoirs feststellen lassen.

Einwohnerversammlung geplant

Die Probleme mit der Ortsdurchfahrt und den Gülle- und Maistransporten sollen in einer Einwohnerversammlung am 2. Februar um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Vettin zur Sprache kommen. Daran wird auch die Gemeinde Groß Pankow teilnehmen, sagte deren Ordnungsamtsleiter Karsten Lehman.

Von Andreas König

Der wohl verrückteste Bayern-München-Fan kommt aus Brandenburg – genauer: aus der Prignitz. Seine Liebe zu dem Serienmeister geht so weit, dass er den Club ins Trainingslager im fernen Doha begleitet. Damit nicht genug: Tony Daugals hat sich ganz offiziell den Namen seines Idols Arjen Robben zugelegt und diesen in Doha getroffen.

12.01.2018

Geldgeschenke oder Gutscheine auf dem Gabentisch zu Weihnachten veranlassen viele Menschen in Prignitz und Ruppin noch bis weit in den Januar hinein, ihre Präsente einzulösen oder Waren zu kaufen. Selbst der Warenumtausch oder Reklamationen bei Händlern vor Ort bieten der Branche die Möglichkeit, noch ein Geschäft mit den Kunden zu machen.

14.01.2018

Ob durch Drogenabhängigkeit oder Handicap – wer als junger Mensch Schwierigkeiten hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, erfährt seit drei Jahren Hilfe vom Projekt „Integration statt Ausgrenzen“. Hatte es bisher nur in der Westprignitz Räume, ist ein Integrationscoach seit Donnerstag nun auch in einem Büro in Wittstock anzutreffen.

14.01.2018
Anzeige