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Elbestadt wird Leitstelle für Güterverkehr

Wittenberge Elbestadt wird Leitstelle für Güterverkehr

Einige hunderttausend Euro hat Tino Hahn, Finanzvorstand beim Putlitzer Eisenbahn-Konzern Desag, schon am ersten Tag der Verkehrstechnik-Messe Innotrans ausgegeben: Wittenberge soll zur bundesweiten Güterverkehrsleitstelle im Konzern entwickelt werden. Zudem informiert die Desag an einem Messestand.

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Tino Hahn ist jetzt Finanzvorstand bei der Desag.


Berlin/Putlitz. Die Innotrans, internationale Fachmesse für Verkehrstechnik, hatte gerade ihre Türen geöffnet, da hat Tino Hahn, Finanzvorstand der Deutschen Eisenbahnservice AG, kurz Desag, schon kräftig eingekauft. Einen sechsstelligen Betrag hat die Desag für eine Softwarelösung aufgewendet, um künftig von Wittenberge aus ihre deutschlandweiten Gütertransporte managen zu können, die die Tochtergesellschaft Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) über die Schiene bringt. Ziel ist, den Werkstattstandort in Wittenberge zur bundesdeutschen Leitstelle zu entwickeln. „Die Investition ist Basis für ein künftiges Wachstum“, sagt Tino Hahn.

Bereits heute fährt die EGP als Dienstleister im Prinzip im gesamten Bundesgebiet, darunter für Audi und Volkswagen, in Ingolstadt gibt es ein Servicebüro. Transporte für die Bundeswehr übernimmt die EGP bei Magdeburg, in den nächsten Monaten bringen die EGP-Loks Zusatzstoffe für Babynahrung von Dallmin in die Niederlande. Etwa 100 Lokführer arbeiten bereits für die EGP, weitere werden dringend gesucht – oder auch an der Eisenbahnakademie der Desag in Pritz­walk selbst ausgebildet.

Mathias Tenisson (l) und Thomas Becken von der Desag bei der Innotrans

Mathias Tenisson (l.) und Thomas Becken von der Desag bei der Innotrans.

Quelle: Claudia Bihler

Die Desag stellte zudem ihren neuen Slogan auf der Innotrans vor: Mobilität und Logistik mit Leidenschaft und sozialer Verantwortung. „Von unseren 320 Mitarbeitern sind 200 in der Prignitz beschäftigt“, meint Tino Hahn, „und diese sollen zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sein. Zudem werden wir auch zukünftig unser Engagement in der Prignitz für Infrastruktur und Mobilität aufrechterhalten.“

Im Wittenberger Instandhaltungswerk hat die Desag weitere Summen investiert, so wurde eine sogenannte Achssenke zur leichteren Montage installiert. Zudem ist die Desag mit 61 Prozent der Anteile jetzt Mehrheitsgesellschafter der Hafengesellschaft. Thomas Becken, Vorstandsvorsitzender der Desag: „Der Hafen ist strategisch wichtig. Derzeit richten wir unser Augenmerk auf seine Funktion als Umschlagplatz von der Straße auf die Schiene.“ Der Wasserstand der Elbe lässt einen zuverlässigen Schiffstransport nicht immer zu. Von sieben bis acht Monaten könne man jedoch ausgehen, auch ohne, dass die Elbe abgesenkt werde: „Es wäre schon gut, wenn die Buhnen wieder hergestellt würden, damit der Fluss etwas langsamer fließt.“ Becken schließt zudem nicht aus, dass der Konzern ein Schiff kauft, konkret geplant ist derzeit jedoch noch nichts.

Cargotransport auf der Strecke zum Temnitzpark möglich

Tino Hahn ist zudem zuversichtlich, was das Gewerbegebiet Temnitzpark angeht. „Eventuell werden wir dort ein Umschlagterminal entwickeln.“ Nach der Insolvenz käme man am Standort langsam wieder in Schwung, sagt Hahn. Gemeinsam mit der Firma Bullinger sorgt die Infrastrukturtochter der Desag, die Regioinfra, dafür, dass zweimal pro Woche ein regelmäßiger Cargotransport auf der Strecke zum Temnitzpark möglich ist.

Dampflok wird wieder flottgemacht

Im Wittenberger Instandhaltungsbetrieb werden nicht nur die großen Elektro- und Dieselloks des Unternehmens gewartet. Derzeit arbeiten die Mitarbeiter auch daran, eine kleine Dampflok wieder in einen fahrtüchtigen Zustand zu versetzen. „Diese soll künftig dem Ausflugsverkehr dienen, und auf der Strecke zwischen Meyenburg und Plau eingesetzt werden. Die Dampflok soll dann als eine Art Zubringer zum Rundbus um den Plauer See dienen, mit dem Fahrgäste während der Saison mit einem Ticket den ganzen Tag über von einer zur anderen Sehenswürdigkeit fahren können. Bislang mussten Prignitzer Fahrgäste zu diesem Zweck mit dem Auto anreisen.

Unterstützt wurden die Putlitzer Eisenbahner bei der Innotrans von Uwe Büttner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Prignitz. „Generell bin ich hier, um alle logistischen Standorte in der Region zu vermarkten“, sagt Büttner. Er kündigte an, dass die Wirtschaftsförderung des Landkreises auch bei der nächsten Münchener Messe „Transport und Logistik“ gemeinsam mit den Eisenbahnern aus Putlitz wieder vertreten sein wird.

Von Cludia Bihler

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