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Elblandfestspiele: Nicht nur die Quote zählt

Wittenberge Elblandfestspiele: Nicht nur die Quote zählt

Nur noch jahresweise will das RBB-Fernsehen die Zusammenarbeit mit den Elblandfestspielen in Wittenberge fortsetzen. Die Einschaltquote sei nicht das Hauptkriterium, aber bei Unterhaltungs­sendungen zur besten Sendezeit erlange sie laut RBB „besonderes Gewicht“. Zwischen 2013 und 2015 schwankte die Quote zwischen sechs und neun Prozent.

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Stargast der 2016er Elblandfestspiele in Wittenberge: Ireen Sheer.

Quelle: Archiv Elblandfestspiele

Wittenberge. Der Zuspruch zu den Elblandfestspielen in Wittenberge verläuft wellenförmig. Ein bisschen wie die Elbe selbst, könnte man sagen. Von den rund 2000  technisch möglichen Plätzen für die Vorstellungen am Freitag und Sonnabend, 15. und 16. Juli, sind etwa drei Viertel unter das zahlungswillige Publikum gebracht. Das berichtete Hans-Jürgen Döllefeld, Geschäftsführender Vizepräsident der Gesellschaft Elblandfestspiele.

Etwa 150 Karten pro Abend noch zu haben

„Für den Freitagabend haben wir bisher 1300 Karten verkauft, für den Sonnabend sind es 1400 Tickets“, sagte Hans-Jürgen Döllefeld, der im Hauptberuf den Eigenbetrieb Kultur, Sport und Tourismus der Stadt Wittenberge leitet. Das sei im Vergleich zu den Vorjahren ein ganz guter Wert. „Pro Abend können noch etwa 150 Karten erworben werden“, sagte Döllefeld.

Katenerlöse und Sponsorengelder decken jeweils die Hälfte der Kosten

Die Festspiele finanzieren sich laut Bürgermeister Oliver Hermann „fast zur Hälfte“ aus den Erlösen für die Eintrittskarten und den Beiträgen der Sponsoren. Daher sei es gut, eine treue Sponsorenfamilie als Unterstützer zu haben. In Treue verbunden fühlt sich auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) den Festspielen. Dennoch wird der bis dieses Jahr geltende Vertrag, der die Aufzeichnung und Ausstrahlung des Ereignisses regelt, nur noch jahresweise fortgeführt (MAZ berichtete).

Jahresverträge gelten auch für den Cottbuser Karneval

„Das ist bei uns im RBB nichts Außergewöhnliches: Wir schließen für das Fernsehen jeweils Verträge und Verabredungen für ein Ereignis in einem Jahr. Das gilt für den Karneval in Cottbus ‚Heut steppt der Adler’ oder auch für das Eröffnungskonzert des ‚Classic Open Air’ auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Für die Elblandfestspiele haben wir es in den vergangenen Jahren anders gehandhabt. Ab 2016 wenden wir nun auch hier das übliche Prozedere an. Das ist aber kein Grund zur Sorge, sondern der Normalfall“, sagt RBB-Unterhaltungschefin Katrin Mandel. „Wir freuen uns schon auf die ‚British Summer Night’ in Wittenberge.“

Quoten lagen in den vergangenen Jahren zwischen 5,8 und 9,7 Prozent

Beim jüngsten Pressegespräch ließ der Präsident der Gesellschaft Elblandfestspiele, Michael Hansen, durchblicken, dass es künftig von den Einschaltquoten abhänge, ob die Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft Elblandfestspiele und dem RBB fortgesetzt werde. Ist das so? „Der Rundfunk Berlin-Brandenburg orientiert sich bei der Planung für das RBB-Fernsehen ausschließlich an seinem eigenen Sendegebiet“, teilt Sprecherin Claudia Korte auf Anfrage der MAZ mit. „In den Jahren 2013 bis 2015 erreichten die Übertragungen der Elblandfestspiele zwischen 130 000 und 190 000 Menschen in unserer Region. Das entsprach Marktanteilen zwischen 5,8 und bis 9,7 Prozent.“

Andere dritte Programme zeigen kein Interesse

Doch müssen die Übertragungen aus Wittenberge jetzt mehr „bringen“? „Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen orientieren wir uns bei der Auswahl unserer Programme nie allein an der Einschaltquote. Für Unterhaltungssendungen, die zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden sollen, erlangt sie allerdings besonderes Gewicht. Da wir bei der Entscheidung über eine Fortsetzung der Elblandfestspiele aber nicht allein Marktanteile betrachten, möchten wir auch nicht quantifizieren, wie hoch sie sein müssten.“ Ein Steigern der Quote über die Ausstrahlung in anderen dritten Programmen ist offenbar keine Alternative: „Über den ARD-Programmaustausch können andere Dritte Programme die Sendung übernehmen. Das war in den vergangenen drei Jahren nicht der Fall“, teilt die RBB-Sprecherin abschließend mit.

Von Andreas König

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