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Elbtalaue: Der lange Weg zur Nachhaltigkeit

Lenzen Elbtalaue: Der lange Weg zur Nachhaltigkeit

In Lenzen fanden am Wochenende die Naturschutztage zum zwanzigjährigen Bestehen des Bioshärenreservates Elbtalaue statt. Unter dem Themenschwerpunkt „Zukunft nachhaltig gestalten“ konnten sich über 100 Teilnehmer von Freitag bis Sonntag bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen informieren.

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Zu dem dreitägigen Programm in Lenzen gehörte auch eine Podiumsdiskussion.

Quelle: Fariba Nilchian

Lenzen. Über fünf Bundesländer erstreckt sich seit 1997 das Unesco-Biosphärenreservat Elbtalaue – von Sachsen-Anhalt bis Schleswig-Holstein. An dem insgesamt 400 Kilometer langen Flussabschnitt liegt auch die Prignitz, mit einer geschützten Fläche von etwa 350 Quadratkilometern. Am Wochenende hat der BUND zu den zehnten Naturschutztagen in die Burg Lenzen eingeladen. Unter dem Themenschwerpunkt „Zukunft nachhaltig gestalten“ konnten sich über 100 Teilnehmer von Freitag bis Sonntag in Vorträgen und Podiumsdiskussionen informieren. Workshops und Exkursionen in die Elbtalauen haben das Angebot ergänzt.

Starke Verwurzelung am Standort Lenzen

Die Veranstaltung „zeigt unsere starke Verwurzelung am Standort Lenzen“, so der Vorsitzende des BUND, Professor Hubert Weiger. Der Naturschutzverband hat die baufällige Burg zu einem Besucherzentrum mit Hotelbetrieb ausgebaut. Er hat sein Bildungszentrum nach Lenzen verlegt und das Europäische Auenökologische Zentrum hier eröffnet. Etwa 40 Arbeitsplätze sind so entstanden. Nun, so Weiger „tritt der Trägerverbund der Burg Lenzen als regionaler Vermittler der Region auf“ – ein hoch gestecktes Ziel für einen Naturschutzverband, denn das Verhältnis zwischen den verschiedenen Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz ist ein spannungsreiches Feld.

Idyllisch gelegen

Idyllisch gelegen: die Burg Lenzen.

Quelle: Fariba Nilchian

So zeigen sich auch bei der lebhaften Podiumsdiskussion auf der Burg Lenzen die Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände und des Naturschutzes mit sehr kontroversen Positionen. „Die Landwirtschaft muss einen Mehrwert vom Naturschutz haben“, erklärt Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forum-Natur Brandenburg und wünscht sich finanzielle Anreize für eine nachhaltige Landwirtschaft. „Planetare Belastungsgrenzen sollte man bei Landwirten besser gar nicht erwähnen“, fügt er hinzu.

Die Gegenposition vertritt die Leiterin des Referats für Biosphärenreservate in Brandenburg, Heike Ellner. Sie glaubt einen Paradigmenwechsel zu erkennen, „die neue Generation der Landwirte will unabhängig von Subventionen wirtschaften“. Eine Tendenz, die in der Prignitz nur schwer zu erkennen ist und sich auch deutschlandweit mit nur 7 Prozent Ökolandbau wenig widerspiegelt.

Förderprogramme für ökologischen Landbau

In einem sind sich die verschiedenen Akteure an diesem Wochenende jedoch einig – die Politik muss stärker in die Pflicht genommen werden. „Es gibt zwar Förderprogramme für ökologischen Landbau in Biosphärenreservaten“, so Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe, „aber sie sind nicht attraktiv genug. Der konventionelle Anbau ist immer noch lukrativer“. Die 17 Biosphärenreservate in Deutschland sollen mit 3,7 Prozent Landesfläche „einen unverzichtbaren Teil der biologischen Vielfalt in Deutschland sichern und Raum für die Erprobung naturnaher Lebens- und Wirtschaftsweisen bieten“, so die Vorstellung des Bundesministeriums für Umwelt.

Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlichen Flächen

Insgesamt kommt man jedoch zu einer eher finsteren Bestandsaufnahme über den Zustand der Schutzgebiete. Vor allem der Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlichen Flächen sei zu hoch, aber auch der Phosphorgehalt im Wasser und der Anteil der versiegelten Flächen. Nur 28 Prozent der Biosphärenreservate sind in einem „günstigem Zustand, 70 Prozent hingegen in unzureichendem Erhaltungszustand“. Es gibt noch viel zu tun, um den Naturschutz und die Landwirtschaft in besseren Einklang zu bringen.

Von Fariba Nilchian

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