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Elektrofachleute sind wieder mehr gefragt

Meyenburg Elektrofachleute sind wieder mehr gefragt

Beim Azubi-Frühstück der Meyenburger Elektrobau (MEB) wurde der brandenburgische Ausbildungspreis nachgefeiert, den das Unternehmen für seine Integrationsbemühungen im Ausbildungsbereich erhalten hat. Dabei zeigt sich auch, warum die MEB ein solcher Vorzeige-Lehrbetrieb ist.

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Azubis und Belegschaft sind stolz auf den brandenburgischen Ausbildungspreis, den die Meyenburger Elektrobau erhalten hat.

Quelle: Bernd Atzenroth

Meyenburg. Wer wissen möchte, warum gerade die Meyenburger Elek-trobau (MEB) einen Ausbildungspreis des Landes Brandenburg erhalten hat (die MAZ berichtete), der fand dafür am Freitag beim Azubi-Frühstück in der Firma gleich ein ganzes Bündel von Gründen. Zum einen bemüht sich die Firmenleitung sehr, die jungen Leute zu motivieren und einzubeziehen. So werden auch die 1000 Euro, mit denen der Preis dotiert war, wieder ihnen zugute kommen. Geplant ist eine Fahrt zu einer Ausbildungsmesse, bei der sie dabei sein können.

Zum anderen aber bemüht man sich hier um eine möglichst umfassende Ausbildung. „Ihr geht hier alle raus als voll ausgebildete Person“, formuliert dies zum Beispiel Peter Niemann, bei der MEB für Anlagenbau zuständig. Dabei werden auch alte Berufsbilder wieder reaktiviert: Was früher der Elektrozeichner war, heißt heute Systemplaner und wird mehr denn je für die Vorplanung und Montageplanung benötigt. Die MEB hat eigens dafür eine separate Ausbildungslinie geschaffen. Christoph Lüdecke gibt hier sein Wissen an junge Leute weiter.

Großbildfernseher für gute Ausbildungsergebnisse

Zur Zeit befinden sich hier 17 Jugendliche in der Ausbildung, davon eine als Kauffrau für Büromanagement, einer als Technischer Systemplaner und 15 als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Ein großer Teil von ihnen war beim Frühstück dabei. „Wir brauchen auch für die Zukunft Leute, die uns betrieblich vorwärts bringen“, sagte Geschäftsführer Gerd Altenburg. „Wir wollen die Grundlage schaffen, Sie hier im Betrieb zu halten.“ Vorteil sei auch, dass die Ausbildung bei der MEB sehr praxisbezogen sei. Viele der jungen Leute haben sich aus seiner Sicht extrem gut entwickelt. Für die drei, die bei den wöchentlichen Auswertungen im Schnitt am besten abgeschnitten haben, gab es Preise. Tim Nasert nahm einen Großbildfernseher mit nach Hause, für Alexander Nickold und Marvin Meyer gab es Tankgutscheine. „Elektrofachleute werden wieder gefragter und auch mehr geschätzt“, betont MEB-Ausbilder Dirk Radatz. Die Azubis konnten im Gespräch auch sagen, wo in der Ausbildung etwas nicht rund läuft, Radatz ermunterte sie, sich damit immer direkt an die Firmenleitung zu wenden.

Den Landespreis gab es allerdings vor allem für die Integrationsbemühungen des Unternehmens. So zählt zu dem Quintett, dass jetzt neu eine Lehre bei MEB angetreten hat, auch der Syrer Tarek Ibrahim – er hatte die Firmenleitung in einem vorgeschalteten Praktikum von seinen Leistungen und auch von seinen Deutschkenntnissen überzeugt. Allerdings hat man in diesem Bereich auch Enttäuschungen erlebt: „Einige haben aufgehört, obwohl sie gut waren.“ Das galt jüngst für einen jungen Afghanen, der sogar die besten Prüfungsergebnisse aufwies. Insbesondere aber hat man nicht nur gute Erfahrungen mit dem Mobipro-Programm gemacht, mit dem speziell Azubis aus EU-Ländern angeworben werden sollten.

In der Prignitz so gut leben wie in Berlin

Was aber hebt die Ausbildung bei der MEB so heraus gegenüber der bei anderen, auch größeren Unternehmen? „Wir machen uns wirklich Gedanken, wie wir die Leute motivieren können“, sagt dazu Martina Spitzner, bei der MEB in der Verwaltung tätig. Das Frühstück, das auch eine offene Aussprache mit einschließt, ist so eine Maßnahme, die Fahrt zur Ausbildungsmesse eine weitere. Und für die Mitarbeiterfortbildung wird pro Jahr ein nicht unerheblicher Betrag zur Verfügung gestellt.

Altenburg ist überzeugter Prignitzer, will etwas für die Region tun und jungen Menschen eine Perspektive geben. „Man kann in der Prignitz sehr gut leben, aber die Grundlage dafür ist ein solider Beruf“, sagt er, „dann kann man hier genauso gut leben wie in Berlin.“ Altenburg und sein Team kämpfen dafür, dass die theoretische Ausbildung in Wittenberge erhalten bleibt. Sie wissen aber, dass die Fachlehrer fehlen. Daher bieten Altenburg und Radatz ihren Azubis an, ihre theoretische Ausbildung im Unternehmen selbst vertiefen und vervollständigen zu können – Gerd Altenburg zeigte sich sogar bereit, anderen Kleinunternehmen dabei zu helfen.

Von Bernd Atzenroth

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