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Eltern wollen Waldkindergarten gründen

Rohrlack Eltern wollen Waldkindergarten gründen

Alles ist da in Rohrlack. Der Ort ist ausgezeichnet mit dem Dorferneuerungspreis. Nur eine Kinderbetreuung für Kinder bis zum Schuleintritt fehlt. Überzeugte Eltern arbeiten seit zwei Jahren daran, dass sich das ändert. Mit Bauern und Kirche wollen sie zusammenarbeiten.

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Sie machen sich stark für einen Naturkindergarten in Rohrlack im Pfarrgarten.

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Rohrlack. Rohrlack erhielt vor neun Jahren den Europäischen Dorferneuerungspreis „für eine ganzheitliche und nachhaltige Dorfentwicklung von herausragender Qualität“. Zu Recht. „Rohrlack hat so viel zu bieten“, sagt Ulrike Apitz. Alles ist da, nur eine Kinderbetreuung fehlt, jedenfalls für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt, bedauert die Rohrlackerin.

Das soll sich nun ändern. Daran arbeitet eine Gruppe von überzeugten Eltern seit zwei Jahren. Sie wollen in Rohrlack einen Naturkindergarten gründen. Dabei handelt es sich nicht um Eltern, die für ihre eigenen Kinder eine aus ihrer Sicht optimale Betreuung sicher stellen wollen. Sie wollen eine Alternative zu den regulären Kindergärten in der Region schaffen. „Der Bedarf nach Alternativen ist da“, sagt Steffi Wagner aus Ganzer. Sie ist die einzige Nicht-Pädagogin in der Gruppe, alle anderen haben auch beruflich mit Kindern zu tun. Mit dem Naturkindergarten sieht Sylvia Anblank das verwirklicht, was sie sich für ihr eigenes Kind gewünscht hätte, damals in der Region aber nicht gefunden hat.

Im Dezember 2015 organisierte sich das Team als Verein Kairos. Der Name ist Programm, steht er doch für den richtigen Augenblick beziehungsweise Zeitpunkt. Der kommt für die engagierten Eltern hoffentlich noch in diesem Jahr. Doch „noch sind nicht alle Genehmigungen da“, sagt Gerd Alexowitz. Der Bauantrag für einen Unterschlupf ist gestellt. Dazu dient das Rohrlacker Pfarrhaus. „Ein ziemlich komfortabler Unterschlupf“, meint Steffi Wagner. Anders als in herkömmlichen Kindereinrichtungen gibt es keine Gruppenräume. Der Ort dient lediglich zur Aufbewahrung von Wechselkleidung, aber auch als Schutz bei Unwetter und als Warteraum. Er befindet sich in der hinteren Wohnung des Pfarrhauses. Dort sind auch eine kleine Teeküche und Toiletten. Der Pfarrgarten und die nähere Umgebung bieten sich für Entdeckungstouren in die Natur an.

Der Pfarrgarten in Rohrlack

Der Pfarrgarten in Rohrlack

Quelle: privat

Das pädagogische Anliegen ist, dass die Kinder draußen und nicht drinnen ihre Zeit verbringen. „Der Raum ist die Natur“, sagt Gerd Alexowitz. Und in der sollen sich die Kinder frei bewegen, Flora und Fauna kennen lernen, und sich selbst erfahren, unbeeinflusst von äußeren Reizen wie Computer und Fernsehen, aber auch ohne vorgefertigtes Spielzeug. Die allen Kindern eigene Kreativität wird angeregt, sich mit natürlichen Materialien zu beschäftigen. Durch den Aufenthalt in der Natur zu jeder Jahreszeit und jedem Wetter erfahren sie die Natur hautnah, lernen, auf ihren Körper zu hören und können ihren angeborenen Bewegungsdrang ausleben.

Angedachte Öffnungszeiten: 8 bis 14 Uhr

Betreut werden maximal 18 Kinder an fünf Tagen in der Woche. Die Betreuungszeit ist gesetzlich vorgeschrieben und auf sechs Stunden pro Tag beschränkt, von denen der größte Teil im Freien verbracht wird. Angedachte Öffnungszeiten sind von 8 bis 14 Uhr. Die Eltern geben ihren Kindern Frühstück und einen Mittagsimbiss mit. Begleitet werden die Kinder von zwei qualifizierten Pädagogen mit Natur- und Wildnispädagogikkenntnissen. Außerdem springen im Notfall Eltern und Ehrenamtliche ein. Von deren Kenntnissen sollen die Kinder profitieren. Das Elternteam denkt dabei an Leute mit bestimmten Hobbys , die beispielsweise Vogelstimmen bestimmen, Wetterbeobachtungen anstellen, oder sich handwerklich einbringen und den Kindern etwa schnitzen und Körbe flechten beibringen können.

Angedacht ist Zusammenarbeit mit Biobauern und Kirchengemeinde

Geplant ist die Zusammenarbeit mit Biolandwirten wie der im benachbarten Vichel ansässigen „Keimzelle“, mit Künstlern und der Tagespflege von Ulrike Apitz, aber auch mit der evangelischen Kirchengemeinde Temnitz. Ideen haben die Organisatoren viele – wie etwa das Anlegen eines Gartens, damit die Kinder erfahren, wie Obst und Gemüse gesät und geerntet werden. Zurzeit beschäftigt sich das Elternteam damit, zu prüfen, wie die Fahrten nach Rohrlack nachhaltig und ökologisch sinnvoll organisiert werden können, damit nicht jedes der 18 Kinder einzeln gefahren werden muss. Auch dafür wird die engagierte Gruppe eine Lösung finden, die im Einklang mit ihrem Konzept steht.

Wer mehr erfahren möchte , kann sich per E-Mail an mail@naturkindergarten-rohrlack.de wenden.

Von Dagmar Simons

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