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Endlich gefunden: Frauenärztin für Pritzwalk

Gesundheit Endlich gefunden: Frauenärztin für Pritzwalk

Damit hat kaum noch jemand gerechnet: Der drohende Frauenarzt-Mangel bleibt Pritzwalk (Prignitz) wohl erspart. Eine Medizinerin aus Berlin will schon im Mai die Praxis von Dorothea Simon übernehmen. Doch der Zulassungsausschuss muss noch seine Zustimmung geben.

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Blumen und ein Bild übergab Bürgermeister Wolfgang Brockmann zur Begrüßung an die neue Frauenärztin Elke Rodekamp.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Die drohende Vakanz in Sachen frauenärztlicher Versorgung bleibt Pritzwalk wohl doch erspart. Die Medizinerin Elke Rodekamp will die Praxis von Dorothea Simon übernehmen. Und auch wenn der Zulassungsausschuss bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Potsdam erst am Mittwoch abschließend darüber entscheidet, haben Bürgermeister Wolfgang Brockmann und Dietmar Sachs die Fachärztin bereits am Dienstag offiziell in Pritzwalk begrüßt.

Zum 1. Mai bereits wird, die Zustimmung des Ausschusses vorausgesetzt, Elke Rodekamp die Praxis in der Lindenstraße von Dorothea Simon übernehmen. Da dies ein Sonntag ist, lädt sie an diesem Tag ab 11 Uhr zu einem kleinen Umtrunk ein. Den regulären Praxisdienst nimmt sie dann am Montag, 2. Mai, auf. Die Sprechzeiten bleiben zunächst dieselben wie bisher, abgesehen davon, dass sie plant, entweder montags oder donnerstags zwei Spätsprechstunden einzuführen. Sie sei dazu „offen für Vorschläge aus der Bevölkerung“. Eine Mitarbeiterin hat Elke Rodekamp auch schon gefunden, allerdings nicht aus der alten Belegschaft, denn die hatte sich zwischenzeitlich bereits anderweitig orientiert. „Ich hoffe, dass ich zu Ihrer Zufriedenheit hier arbeiten kann“, sagte sie.

Hoffen auf Vernunft der Kassenärztlichen Vereinigung

Die aus Bielefeld stammende Elke Rodekamp hat seit 1990 in Berlin gelebt. „Meine klinische Heimat war in der Charité“, sagt sie im Gespräch im Rathaus, „bis ich von Frau Simon erfahren habe.“ Das geschah eher auf Umwegen, als sie einmal mit der Kassenärztlichen Vereinigung telefonierte. Seit Mitte März ist sie im Gespräch mit Pritz­walk gewesen. „Bisher hat mich Pritzwalk sehr freundlich willkommen geheißen“, erzählt sie. Damit meint sie insbesondere das Ehepaar Simon, aber auch Dietmar Sachs. „Den Dank können wir zurückgeben“, erwiderte Sachs, „denn die Sorgen in der Bevölkerung waren groß.“ Und Brockmann ergänzte: „Für uns wäre das ein Segen.“ Die drohende Nicht-Besetzung der Praxis habe in der Vergangenheit zu verständlichen Unmutsbezeugungen geführt, erklärte das Stadtoberhaupt. Er kritisierte dabei noch einmal den Verteilungsschlüssel, nach dem die Region ausreichend mit Frauenärzten versorgt wäre. Dabei werde aber ein Umkreis von 50 Kilometern gezogen, und das sei gerade für viele Menschen die auf dem Dorf lebten, schwierig. „Man sollte nicht vergessen, dass Städte zentrale Versorgungsfunktionen haben“, betonte er. „Und das, was wir tun können, machen wir auch möglich.“ Hinsichtlich der heutigen Entscheidung hoffe er auf die Vernunft der Kassenärztlichen Vereinigung, wohl wissend, dass diese auch nur gehalten sei, gesetzliche Vorgaben umzusetzen. Dabei hoben alle Beteiligten hervor, dass die KV in der Angelegenheit bislang sehr entgegenkommend gewesen sei. „Es kamen viele positive Signale aus Potsdam“, betonte Elke Rodekamp. Dass bereits am Mittwoch entschieden werde, sei „sensationell schnell“.

Keine Angst vor der Provinz

Dass sie nach Pritzwalk kommen wolle, sei eine „bewusste Entscheidung“, versicherte sie. Sie ließ durchblicken, dass sie sich schon seit geraumer nach einer solchen Praxis umgesehen hat. Der Gang in die Provinz schreckt sie dabei nicht. „In Berlin gibt es diesen Bedarf nicht“, sagte sie. „Und ich denke, dass ich hier genauso arbeiten kann wie in Berlin. Auch hier wollen die Menschen behandelt werden.“

Zunächst wird sie unter der Woche im Haus wohnen, in dem sich auch ihre Praxis befindet, und bis sich alles einspielt, noch ihr Haus in Berlin behalten.

Von Bernd Atzenroth

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