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Prignitz Epitaph in der Kirche wurde restauriert
Lokales Prignitz Epitaph in der Kirche wurde restauriert
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00:18 25.06.2017
Das Epitaph für Hans von Rohr aus dem Jahr 1569 erstrahlt nach der Restaurierung durch Daniela Geyer in neuem Glanz. Quelle: Beate Vogel
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Neuhausen

Noch bis vor einem Jahr zeigte sich das Epitaph in der kleinen Neuhausener Kirche (Amt Putlitz-Berge) farblos und blass. Nun erstrahlt es in Gold und Ultramarinblau. Es ist das vorletzte Stück in der Kirche, das restauriert wurde. Nun ist sie rundumerneuert, bis auf ein kleines, hölzernes Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert, berichtet Richard-Albrecht Küsell, der die restauratorischen Maßnahmen in und an der Kirche angeschoben hatte – auch die am Epitaph.

Seit 2009 wurde in und an der Kirche allerhand restauriert, berichtete Küsell. Das Dach, das Mauerwerk und die Decke wurden 2009 erneuert. Im selben Jahr wurde die schlichte Innenausstattung überarbeitet und im Jahr 2012 die Kanzel restauriert. Für das Epitaph, das in den vergangenen 450 Jahren sehr gelitten hatte, konnte die kleine Kirchengemeinde erst jetzt das Geld aufbringen.

Mit Wattestäbchen und Pinsel

Unterstützt wurde die Reparatur auch von der Sparkassenstiftung und der Landeskirche. Für rund 5000 Euro hat nun die Restauratorin Daniela Geyer das Epitaph innerhalb von drei Wochen farblich aufgearbeitet.

Zunächst legte sie mit Spatel, Pinsel und Glasfaserradierer den alte Untergrund in der bauzeitlichen Fassung frei. Der Sandstein war noch gut erhalten, so dass eine Festigung nicht nötig war.

Mit Wattestäbchen und einem wasser- und Ethanolgemisch reinigte die Restauratorin dann die Malschicht. Für die Bemalung verwendete Daniela Geyer hochwertige Gouachefarben, Aquarellfarben und eben Gouache-Ultramarinblau, das mit seiner Leuchtkraft dem Betrachter jetzt so sehr ins Auge fällt.

Das Kircheninnere ist nun zur Freude von Richard-Albrecht Küsell bis auf eine Kleinigkeit – das Taufbecken – fertig restauriert. Quelle: Beate Vogel

Zwar ist die Kirchengemeinde Neuhausen, die zum Pfarrsprengel Berge-Neuhausen gehört, sehr klein, neben den kirchlichen Anlässen gibt es nur wenig Aktivitäten. doch wird das die Kirche in der Nähe des Schlosses laut Küsell gern für Hochzeiten genutzt. Sie bietet Platz für gut 100 Gäste. „Viele Paare wählen extra Neuhausen, weil es so abgeschieden ist.“ So manche Familie kommt dafür von weither, erzählt Küsell: „Sogar aus Australien.“

„Die Kirche gehörte zur Burg- und Schlossanlage in Neuhausen“, erklärt Küsell. Das kleine Gotteshaus sei zu seiner Zeit – etwa um 1430 – sehr teuer erbaut worden: „Mit Ziegeln im Klosterformat und glasierten Ziegeln“, erzählt der Wahl-Neuhausener. Damals lebte ein Zweig der Familie von Rohr, die Vettern Hans und Joachim von Rohr, auf zwei Burgen in Neuhausen. Ein Beleg dafür sind die Wappen der beiden Herren sowie die ihrer Frauen aus der Familie von Maltzan, die die Kanzel zieren.

Die ganze Familie ist zu sehen

Ab etwa 1600 sei ein Pfarrer in Neuhausen nachgewiesen, so Küsell. „Die Kirche hat innerhalb der Grenzbefestigung gestanden.“ Auf der Empore haben laut Küsell die beiden Familien getrennt voneinander den Gottesdienst verfolgt. „Das gemeine Volk wohnte der Andacht stehend oder knieend bei.“ Damals gab es noch keine Kirchenbänke. Bis etwa 1620 lebten die beiden Familien von Rohr in dem kleinen Ort. Das Kircheninnere hatte einst eine Gewölbedecke, die aber laut Küsell beim Dorfbrand Anfang des 19. Jahrhunderts eingestürzt ist. Die danach eingezogene Holzdecke täuscht mit ihrer Bemalung fast perfekt die typische klassizistische Kassettenform vor.

Die steinerne Grabplatte, die linker Hand des Altars in die Wand eingelassen ist, ist Hans von Rohr gewidmet, der 1569 in Neuhausen starb. Seine erste Frau, Katharina von Maltzan, starb 1564. 1565 heiratete er Dorothea von Finecke aus der Nähe von Güstrow. Sie schenkte ihm zwei Töchter. Hans von Rohr starb nur vier Jahre nach der Heirat. Die ganze Familie ist auf dem Epitaph zu sehen, unter dem Kreuz Jesu knieend. In den Ecken finden sich die Wappen der Familien des Paares. In der blau-goldenen Schrifttafel ist neben Hans von Rohr auch Dorothea Finecke erwähnt, die das farbig gefasste Epitaph nach dem Tod ihres Mannes an der Nordwand der Kirche anbringen ließ.

Von Beate Vogel

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