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Erinnern als Kunst

Pritzwalks Museumsleiterin Katja Rosenbaum stellte ein neues Projekt vor Erinnern als Kunst

Es könnte ein interessantes Vorhaben werden: Die Kulturstiftung des Bundes stellt für ein Programm Mittel zur Verfügung, das dazu beitragen soll, regionale Museen wieder attraktiver für die Menschen in den Städten zu machen. Pritzwalks Museumsleiterin Katja Rosenbaum hat dazu eigene Vorstellungen und sucht Partner für einen Förderantrag.

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Katja Rosenbaum

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. 130 000 Schriftzeichen hat das Buch über die Sieben Künste, das morgen in Potsdam der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Es gibt also ganz schön viel zu sagen über das, was bei dem Projekt herausgekommen ist und inwiefern Pritzwalk davon profitiert hat. Ein ganz praktisches und vorzeigbares Ergebnis ist die Gründung der Kunstfreunde Pritzwalk. Bei ihrer Jahreshauptversammlung stellte ihnen Pritzwalks Museumsleiterin Katja Rosenbaum am Mittwochabend in der Marktstraßen-Galerie ein Projekt vor, das geeignet wäre, vieles von dem weiterzuentwickeln, was mit den Sieben Künsten angefangen worden war. „Erinnern als Kunst – Pritzwalk zwischen gestern und übermorgen“ lautet der Arbeitstitel, den sich Katja Rosenbaum dafür ausgedacht hat.

Hintergrund: Die Kulturstiftung des Bundes hat einen antragsoffenen Fonds mit dem Titel „Stadtgefährten“ mit Mitteln in Höhe von bis zu 3,85 Millionen Euro für die Jahre 2015 bis 2018 eingerichtet, der sich an Stadt- und Regionalmuseen in Städten und Kommunen bis zu 250 000 Einwohnern richtet. Gefördert werden sollen so kulturelle Vorhaben, die auf eine stärkere Öffnung des jeweiligen Stadtmuseums für Bewohner der Stadt abzielen. Das Heraustreten des Museums aus seinen angestammten Räumen solle dabei erprobt und die Stadtgesellschaft zur aktiven Mitwirkung an der Museumsarbeit eingeladen werden. Es sollen neue Netzwerke geknüpft werden, in denen die Stadtmuseen gemeinsam mit ihren Partnern an Fragen arbeiten wie: Was bedeutet Heimat heute? Wie wollen wir leben? Wem gehört die Stadt? Ziel sei es, der Stadtbewohnerschaft eine größere Identifikation mit „ihrem Museum“ zu ermöglichen. Umgekehrt soll das Museum animiert werden, stärker aktuelle Themen aus der Stadt in seiner Arbeit zu berücksichtigen. Eine praktische Umsetzung des Konzepts könnte das Anlegen von historischen Pfaden durch die Innenstadt sein.

Katja Rosenbaum erklärte nun, dass das Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk zum 29. Februar einen entsprechenden Förderantrag bei der Kulturstiftung des Bundes stellen will – bis dann läuft die Antragsfrist. Vor Ort braucht sie einen Partner, mit dem es bislang noch keine Kooperation gab. So kam sie zu den Kunstfreunden, die es ja noch nicht lange gibt.

Es könnte dabei durchaus um eine Summe von 150 000 Euro an Fördergeld gehen, allerdings sind zehn Prozent Eigenmittel aufzubringen. Das ist nicht wenig für die hiesigen Kommunen, doch könnte sich eine solche Investition rentieren. Gerrit Gohlke, einst Kurator der Sieben Künste, riet unbedingt dazu, die Sache zu unterstützen. Mittelbar sei so ein Projekt auch eine Form der Wirtschaftsförderung. Nach eingehender Diskussion versagten sich die Kunstfreunde auch nicht einer Zusammenarbeit, unter anderem deswegen, weil sich im Rahmen eines solchen Projekts viele gerade einmal angerissene Ideen weiterführen lassen, die bereits während der Sieben Künste 2014 entwickelt worden waren.

Eine Kooperation könnte es aber auch mit dem Stadt- und Regionalmuseum Perleberg geben, allein schon, um die Chancen auf Förderung zu erhöhen. Katja Rosenbaum hat ein Gespräch darüber mit dem Perleberger Museumsleiter Frank Riedel geführt. Der ein oder andere Anwesende äußerte sich skeptisch gegenüber einer Zusammenarbeit mit der Kreisstadt. Ob man gemeinsam agiert oder ob es doch jede Stadt für sich versucht, wird sich schon sehr bald entscheiden. Bereits gestern hat sich der Perleberger Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigt – ihm lag ein vergleichbares Themenkonzept mit dem Arbeitstitel „Perlen für Perleberger“ vor.

In Pritzwalk hat am Mittwochabend die Ideensammlung begonnen, mit der ein Projektantrag unterfüttert werden könnte. Katja Rosenbaum möchte vor allem wissen, was alles mögliche Identifikationspunkte für die Pritzwalker sein könnten.

Von Bernd Atzenroth

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