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Erinnern an Paul Lincke

Wittenberge Erinnern an Paul Lincke

Die Wittenberger erinnerten am Montag an den 150. Geburtstag des Komponisten Paul Lincke. Der Mann, der wie kaum ein anderer für die Berliner Luft steht, hat sein Handwerk in der Stadt an der Elbe gelernt und blieb ihr sein Leben lang verbunden. Bei den Elblandfestspielen erklingt deshalb stets die „Wittenberger Luft“.

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Die Mitglieder des Arionchors gratulierten dem berühmten Komponisten und Musiker Paul Lincke auch mit Rosen.

Quelle: König

Wittenberge. „Der Berliner liebt Musike“ oder „Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft“ – die allermeisten würden Paul Lincke natürlich mit der Hauptstadt in Verbindung bringen und allenfalls noch Paris als Wirkungsort in Betracht ziehen. Doch der vor 15o Jahren (in Berlin) geborene Operettenkomponist hat eine starke Beziehung zu Wittenberge. Dort lernte er im zarten Alter von 19 Jahren das musikalische Handwerk. Daran erinnerte in typischer Weise Stadtführer Jürgen Schmidt, als am Montag des 150. Geburtstages Paul Linckes vor dem Festspielhaus gedacht wurde.

Paul Linckes große Leidenschaft galt eigentlich der Militärmusik. Doch weil eine Krankheit und die fehlenden Gardemaße einer Musikkarriere in Berlin im Weg standen, schickte ihn seine Mutter nach Wittenberge in die Lehre. Bei Rudolf Kleinow in der Wittenberge Stadtpfeiferei lernte der junge Paul Lincke das Fagottspiel, darüber hinaus das Tenorhorn, das Schlagzeug und die Geige. „Eigentlich wollte Paul Lincke ja Klavier lernen, aber der Klavierspieler war kurz vor seiner Ankunft verstorben“, berichtete Jürgen Schmidt. Immerhin durfte sich der Berliner Lehrling im Hause Kleinow selbst das Klavierspiel beibringen.

Lincke war Wittenberge dankbar

„In dem kleinen Wittenberge habe ich den Grundstein für mein Schaffen als Komponist gelegt und dort gelernt, was andere auf Akademien nie erfahren haben: Marschmusik, Operetten und Opernpotpourris, Walzer, Polkas, Mazurken, Saisonmusik, Rheinländer und vor allem Stimmungsmusik, Rundgesänge, Gassenhauer und Moritaten“, sagte Paul Lincke einst dankbar über seinen Lehrort. Seinen Aufenthalt in der Prignitz beschloss er mit einem musiklaischen Geschenk an die Gastgeberstadt, den 1884 entstandenen Marsch „Gruß an Wittenberge“. Die stellvertretende Wittenberger Bürgermeisterin Waltraud Neumann, der Chef des Kultur-, Sport- und Tourismusvereins Uwe Neumann und einige andere Gäste ehrten den Künstler, in dem sie eine Rose an der Büste ablegten, die 2001 aufgestellt wurde.

Der Arion-Chor unter der musikalischen Leitung von Christian Reishaus brachte einige der bekanntesten Stücke des Komponisten zu Gehör. Dazu gehört natürlich die „Berliner Luft“, die alljährlich zu den Elblandfestspielen als „Wittenberger Luft“ die Festspiele beschließt. Jürgen Döllefeld, geschäftsführender Vizepräsident der Gesellschaft Elblandfestspiele, berichtet von den Verhandlungen mit dem RBB-Fernsehen. „Erstmals werden wir im kommenden Jahr kein bestimmtes Land hervorheben, sondern die Festspiele unter dem Motto feiern: „Ein Sommer an der Elbe – Welthits aus aller Welt in Wittenberge“. Die „Wittenberger Luft“ beendete die Feierstunde.

Von Andreas König

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