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Erinnerung an Befreiung vom Todesmarsch

Below Erinnerung an Befreiung vom Todesmarsch

KZ-Überlebende aus sieben europäischen Ländern und viele weitere Gäste kamen am Freitagnachmittag zur Gedenkstunde in den Belower Wald. Sie erinnerten an den 72. Jahrestag der Befreiung. Zwischen 16 000 und 18 000 Häftlinge aus Sachsenhausen lagerten unter qualvollen Bedingungen Ende April 1945 im Belower Wald.

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Überlebende des Todesmarsches und viele weitere Besucher kamen am Freitag zur Gedenkstätte Belower Wald.

Quelle: Christamaria Ruch

Below. Jahr für Jahr kehrt das Schrecken zurück. Denn die Erinnerungen an den Todesmarsch im April 1945 vom Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen über Below bei Wittstock in Richtung Norden sitzen bei den Überlebenden noch immer tief. Auch am 72. Jahrestag zur Befreiung der Häftlinge des Todesmarsches stand in der Gedenkstätte Belower Wald die Erinnerung im Vordergrund.

Zehn Überlebende des Todesmarsches aus Frankreich, Norwegen, Polen, Russland, Ukraine, Ungarn und Weißrussland kamen am Freitagnachmittag zur Gedenkstunde. Darunter befanden sich auch Angehörige ehemaliger KZ-Häftlinge der französischen Amicale. Mehr als 120 Bürger aller Altersgruppen folgten der Einladung mit Kranzniederlegung. Zwischen 16 000 und 18 000 Häftlinge aus Sachsenhausen lagerten vom 23. bis 29. April 1945 im Belower Wald. Sie wurden bei diesem Todesmarsch in Richtung Nordwesten weiter vorangetrieben. Erst zwischen dem 3. und 5. Mai 1945 endete dieser Marsch im Raum Parchim, Ludwigslust und Schwerin mit ihrer Befreiung.

Gedenken am Mahnmal

Gedenken am Mahnmal.

Quelle: Christamaria Ruch

Carmen Lange, Leiterin der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, dankte „den Überlebenden, dass Sie gekommen sind, um von Ihren schrecklichen Erlebnissen zu berichten.“ Zugleich äußerte sie ihre Überzeugung, dass „die Mehrheit der deutschen Gesellschaft gelernt hat, sich mit den Verbrechen der Vorfahren auseinanderzusetzen.“ Der Überlebende Eduard Zimavets aus Weißrussland, Mireille Cadiou, Präsidentin der französischen Häftlingsvereinigung und Tochter des Überlebenden Marcel Siullerot, sowie Ulrike Gutheil, Staatssekretärin im Brandenburger Kulturministerium, sprachen ebenfalls am Mahnmal.

Am Rande der Gedenkstunde sagte Jürgen Jonker, Vorsitzender des Präventionsrates in Pritzwalk: „Wir kommen jedes Jahr im September mit 40 bis 50 Schülern und sie sind jedes Mal gefesselt und beeindruckt von den Schilderungen der Zeitzeugen“, sagte er. Jürgen Jonker sind die Besuche in Below „ein inneres Bedürfnis. Die Erinnerung bleibt immer wichtig.“ Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn betonte: „In dieser Zeit müssen wir uns Themen der Relativierung und Verklärung offensiv entgegen stellen.“ Auch für die Bundestagabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) ist es wichtig, sich „der erstarkenden neuen rechten Kräfte entgegen zu stellen.“ Der Gedenkstunde am Mahnmal folgte ein Zeitzeugengespräch mit dem französischen Überlebenden Marcel Suillerot.

Von Christamaria Ruch

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