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Erneuerter Gedenkstein zur 700-Jahr-Feier

Tüchen Erneuerter Gedenkstein zur 700-Jahr-Feier

Dass in diesem Jahr der 700. Geburtstag von Tüchen (Gemeinde Groß Pankow) begangen wird, haben Recherchen von Wilfried Vierjahn ergeben. Gefeiert wird jedenfalls am Sonnabend, 1. Oktober. Los geht es ab 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche des Ortes. Eine Stunde später, um 11.30 Uhr wird der erneuerte Gedenkstein enthüllt.

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Hübsch gestaltete Strohpuppen werben für die 700-Jahr-Feier Tüchens am 1. Oktober. Ortsvorsteher Peter Schröder freut sich auf das Jubiläum.

Quelle: Andreas König

Tüchen. Strohpuppen, die am Straßenrand stehen und für Feste auf dem Land werben, sieht man immer wieder mal. Das Bauernpaar aus Stroh, das vor der Friedenseiche in der Dorfmitte steht, guckt spitzbübisch in die Welt und weckt das Interesse an der 700-Jahr-Feier von „Tuchem“ oder „Duchem“, wie der Ort einst hieß. „Ja, das haben die Frauen vom Treff in Reckenthin wirklich toll gemacht“, lobt Ortsvorsteher Peter Schröder. „Ich habe nur ein paar Bunde Stroh hingefahren, alles andere haben die Frauen angefertigt.“

Dass in diesem Jahr der 700. Geburtstag gefeiert wird, haben Recherchen von Wilfried Vierjahn ergeben. Der geborene Tüchener ist Peter Schröders Onkel und lebt heute im Ruhrgebiet. „Er hat sich viel mit der Geschichte des Ortes befasst“, sagt Peter Schröder. Die Hauptquelle, in der das Alter des Dorfes erwähnt wird, ist die historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg von Johann Christoph und Bernhard Ludwig Beckmann.

Das Denkmal bekommt eine Inschrift

Das Denkmal bekommt eine Inschrift.

Quelle: Andreas König

Darin wird das „Dorfe Tuchem“ als „Filia von Reckentien“, also ein Ortsteil Reckenthins erwähnt. „Geschehen und gegeven“ seien die in der Chronik geschilderten Ereignisse „na Gots borth Drehundert Jahr und deme Sesteyenden Jahre des Frydages vor Palmen“. Dass der Schreiber der Chronik in seinem Text 1000 Jahre unterschlagen hat, sei ihm verziehen. Immerhin wird anhand dieser Erkenntnisse deutlich, dass Reckenthin auch älter sein muss als bisher auf der offiziellen Seite von Groß Pankow vermerkt. Dort wird 1422 als Jahr der Ersterwähnung angegeben.

Gefeiert wird jedenfalls am Sonnabend, 1. Oktober. Los geht es ab 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche des Ortes. Eine Stunde später , um 11.30 Uhr wird der erneuerte Gedenkstein enthüllt. „Es war wohl früher mal eine Art Kriegerdenkmal“, sagt Peter Schröder. Genauere Erinnerungen hätten jedoch nicht einmal mehr die ältesten Einwohner des Ortes. „Auf jeden Fall wurde das Denkmal in den 1960er Jahren umgebaut, um an den Zusammenschluss der LPG zu erinnern“, sagt der Ortsvorsteher. Nun soll der mit neuem gelben Anstrich versehene Sockel mit einer Inschrift versehen werden, die an das Ortsjubiläum erinnert. Gegenwärtig werden die Buchstaben noch beim Steinmetz angefertigt. Nach der feierlichen Enthüllung gibt es ab 12 Uhr Mittagessen – Erbsensuppe und Gegrilltes“, wie Peter Schröder verrät. Am Nachmittag zeigt das Marion-Etten-Theater aus Lindenberg ein Puppenspiel, die Kinder- und Jugendband „Unter 18“ aus Gulow spielt auf und es gibt einige Stände zu Kinderbelustigung, unter anderem gestaltet von der Jagdgenossenschaft, dem Wahrbergeverein aus Groß Woltersdorf und dem Heimatverein des Ortes.. Ab 20 Uhr ist dann Disko im Kulturhaus Reckenthin.

Auf Festumzug bewusst verzichtet

„Auf einen Festumzug haben wir bewusst verzichtet, weil dann jedes mal die Bundesstraße gesperrt werden müsste“, erklärt Peter Schröder. „Außerdem haben wir einfach nicht mehr genügend Leute, die sich aktiv einbringen können.“

Froh ist er darüber, dass sich der Heimatverein neu formieren will. Das Gremium steht jetzt unter der Leitung von Anke Chmielecki aus Reckenthin. „Der alte Vereinsvorstand hat sich zurückgezogen“, berichtet Peter Schröder. Das neu gewählte Gremium bemüht sich vor allem darum, die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt zu bekommen, die der alte Heimatverein verloren hatte.

Eine Feier für alle Bürger

Ein Wunsch, den der Ortsvorsteher gern zum Dorfgeburtstag erfüllt gesehen hätte, wird sich auf keinen Fall mehr in diesem Jahr umsetzen lassen. „Eigentlich sollte der Löschteich an der B 107 ausgebaggert und hergerichtet werden“ erinnert Peter Schröder. „Aber das wird wohl bis zum Dorfjubiläum nichts mehr.“ Windparkbetreiber Eberhard Voß von Vossenergy hatte sich bereiterklärt, diese Arbeiten zu übernehmen. „Das ist auch für dieses oder nächstes Jahr fest eingeplant“, sagt der Rostocker Unternehmer. „Nur ist es ja heute sehr kompliziert und langwierig, so etwas umzusetzen. Aber unser Versprechen halten wir.“ Im Übrigen beteilige sich das Unternehmen als Sponsor an den Feierlichkeiten in Tüchen. Zu den Finanzquellen, auf die Peter Schröder zurückgreifen kann, gehört übrigens auch der Prignitz-Sommer. „Ich habe erst kürzlich erfahren, dass man dort für solch spezielle Anlässe bis zu 1000 Euro bekommen kann, habe einen Antrag gestellt und tatsächlich die 1000 Euro bekommen“, freut sich der Ortsvorsteher. „So müssen wir nicht so viele Klinken putzen, um Sponsoren zu gewinnen. Darauf müsse man zurückkommen, wenn die Weihnachtsfeier ansteht. „Erstmals wollen wir eine Feier für alle Bürger gestalten“, erklärt Peter Schröder. Nur als Rentnerweihnachtsfeier veranstaltet, wie in den vergangenen Jahren üblich, würden die jüngeren Dorfbewohner ausgeschlossen.

Und ausgeschlossen werden soll in Tüchen, Reckenthin und Klenzenhof niemand.

Von Andreas König

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