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Prignitz Erneut Wolfsangriff auf Schafherde in der Prignitz
Lokales Prignitz Erneut Wolfsangriff auf Schafherde in der Prignitz
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00:21 06.10.2018
Zwei Schafe waren so schwer verletzt, dass sie notgetötet werden mussten, drei Schafe waren ganz verschwunden. Quelle: privat
Lenzen

In Lenzen haben in der Nacht zu Dienstag erneut Wölfe eine Schafherde angegriffen. Wie der Bauernbund Brandenburg am Mittwoch mitteilte, sind dem Angriff diesmal sechs Schafe zum Opfer gefallen. Die Schafe gehörten dem Lenzener Schäfer Marc Mennle, der 350 Mutterschafe und 100 Lämmer hält. Mennle bestätigte den Wolfsangriff am Mittwoch gegenüber der MAZ.

Laut Mennle haben die Wölfe zwei Schafe mit Kehlbissen so schwer verletzt, dass sie notgetötet werden mussten. Ein weiteres wurde durch einen Keulenbiss verletzt. „Wir versuchen noch, es zu verarzten und zu retten“, so Mennle. Drei weitere Schafe seien verschwunden.

Schäfer ist mit seinem Latein am Ende

„Wir sind mit dem Latein am Ende“, sagt der Prignitzer Schäfer. „Es ist ja gerade so, als würde ich Wolfsfutter an den Elbedeich stellen“, beklagt er. Mennle, der seit 1998 Berufsschäfer ist, schützt seine Tiere sowohl mit Herdenschutzzäunen als auch mit speziellen Hunden. Die betroffene Herde am Elbedeich war zudem von vier Seiten eingezäunt, auch zur Wasserseite. „Ich habe jeden zumutbaren Aufwand betrieben“, sagt Mennle, „was soll ich denn noch tun?“

Schäfer Marc Mennle weiß nicht mehr weiter, immer wieder greifen Wölfe seine Herde an. Quelle: Claudia Bihler (Archivbild)

Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes, forderte das Land nun auf, endlich die Genehmigung „zur Entnahme des Wolfes an diesem Standort“ zu erteilen – spricht, den Wolf in Lenzen zum Abschuss freizugeben.

Hunde haben die Wölfe bekämpft

„Dass der Wolf die gefundenen Schafe nur schwer verletzen, sie aber nicht töten und fressen konnte, deutet darauf hin, dass die Herdenschutzhunde ihn diesmal aktiv bekämpft haben. Im Ergebnis ist der Schaden trotzdem da, das heißt,der vorgeschriebene Herdenschutz hat die Wolfsrisse an diesem Standort zum dritten Mal nacheinander nicht verhindern können“, so der Chef des Bauernbundes. Die vorangegangenen beiden Angriffe hatte Mennle im August dieses Jahres.

Ein Gutachter hatte damals den Wolfsangriff bestätigt. „An der Kehle sind deutliche Bisswunden zu erkennen, die einem großen Karnivoren zuzuordnen sind. Auf Grund der Zahnabstände ist ein Wolf als Verursacher nicht auszuschließen“, so damals Gutachter Uwe Schanz.

Das das Landesumweltamt den Wolf dort dennoch nicht abschießen lassen will, beweist in den Augen von Reinhard Jung, „dass die Wolfsverordnung nichts taugt und den Naturschutzbürokraten die Weidetierhalter völlig egal sind.“

Das Landesumweltamt war wegen des Feiertags am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Kathrin Gottwald

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