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Ernte fiel vielerorts ins Wasser

Prignitz Ernte fiel vielerorts ins Wasser

Das Frühjahr brachte späten Frost, der Sommer viel Regen und auch der Herbst zeigte sich nicht gerade von seiner goldenen Seite: Viele Prignitzer Landwirte hatten Probleme, die Ernte von den nassen Feldern einzubringen. Auch die Bestellung für die Wintersaat bereitete Sorgen. Beim Kreisbauerntag soll es daher auch um Hilfsprogramm gehen.

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Zwischen Giesenhagen und Falkenhagen sieht der Acker aus wie die mecklenburgische Seenplatte.

Quelle: Beate Vogel

Prignitz. Es scheint, als habe es im Sommer nicht genug geregnet: Nach der nassen Witterung der vergangenen Tage schwellen nicht nur Flüsse und Bäche an, auch auf den Feldern steht das Wasser . In knietiefen Spurrinnen, die die schwere Technik im Boden hinterlassen hat, stehen Pfützen. An anderer Stelle breiten sich weite Wasserflächen auf den Flächen aus. Weil der Boden vollgesogen ist, können die Landwirte vielerorts gar nicht ernten. Der Mais bleibt stehen, die Wintersaat kann nicht ausgebracht werden. Der Umgang mit den Folgen für die Bauern soll auch beim heutigen Kreisbauerntag in Karstädt ein Thema sein, kündigt Christina Stettin an, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes (KBV).

„In einigen Bereichen ist die Lage prekär, die Landwirte kommen mit ihren Maschinen oft gar nicht auf die Felder“, weiß die Geschäftsführerin. Je nach Bodenbeschaffenheit steht das Wasser auch auf leichten Erhebungen, während die Senken trockener sind. „Das hängt mit der Sättigung zusammen“, so Stettin. Dabei gebe es regional starke Unterschiede: Besonders betroffen seien Bauern im Bereich Dallmin und Berge, aber auch rund um Pritz­walk. „Wir haben dieses Jahr die Ernte vom Feld stehlen müssen“, formuliert es die Geschäftsführerin.

Probleme beim Gülleaustrag und bei der Wintersaat

Die Maisbauern versuchen laut Stettin, das Beste draus zu machen: „Sie können warten und Körnermais ernten, der dann aus den trockenen Pflanzen gedroschen wird“, erklärt sie. Mais könne bis Dezember, Januar stehen bleiben, um dann auf dem tragfähigen Boden geerntet zu werden. „Wo der Boden jetzt befahrbar ist, können die Bauern den Mais als Silage ernten oder ihn als Futtermais vom Feld holen.“

Probleme gebe es auch da, wo Gülle oder die Wintersaat ausgebracht werden soll. Hier und da ist es gelungen, die Felder zu bestellen. Zwar nähmen die Keimlinge in diesem Stadium Staunässe noch nicht so übel. „Aber wenn es zu lange nass ist, verfault die Saat im Boden“, so die KBV-Geschäftsführerin. Für die nachträgliche Gülleausbringung kann sich Stettin Ausnahmegenehmigungen vorstellen. Die Arbeitsabläufe sind durcheinander. Nicht zuletzt beseitigen die Landwirte immer noch Sturmschäden auf vielen Feldern und Wegen.

Staatssekretärin informiert über Landeshilfen

Insgesamt verschiebe die aktuelle Witterung die gesamte Fruchtfolge. „Dabei dürfen wir nicht so laut jammern: Im Rhinluch sieht es noch schlimmer aus“, weiß Stettin. Dort standen zeitweise 9000 Hektar Acker unter Wasser. In ganz Brandenburg sei die Nässe dieses Jahr ein Phänomen, unter dem auch die Qualität etwa beim Getreide arg gelitten habe. Nicht zuletzt deshalb werde beim heutigen Kreisbauerntag, zu dem unter anderem Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde erwartet wird, und um das aktuelle Hilfsprogramm des Landes gehen. An der Richtlinie zur „Unterstützung des Landes Brandenburg für die Milderung der wirtschaftlichen Auswirkungen widriger Witterungsverhältnisse im Jahr 2017“ wird seit Monaten gearbeitet – zumal sich bereits nach späten Frösten im Frühjahr und im nassen Sommer Probleme mit der Ernte abzeichneten. „Die Richtlinie liegt in den letzten Zügen“, sagt Stettin.

Von Beate Vogel

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