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Prignitz Erst Bombodrom, jetzt Honigtopf
Lokales Prignitz Erst Bombodrom, jetzt Honigtopf
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00:18 12.03.2017
Viel Aufmerksamkeit erhielt der Messestand des Landes Brandenburg bereits am ersten Öffnungstag der Internationalen Tourismusbörse in Berlin am Mittwoch, zu dem die Fachbesucher aus der Tourismusbranche eingeladen waren. Quelle: Claudia Bihler
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Berlin

Die Bilder, die die Tourismusmarketing Brandenburg zur Eröffnungsveranstaltung der Internationalen Tourismusbörse in Berlin zeigte, entsprachen dem, was der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, Mike Laskewitz, später aussprechen sollte: „Wenn man in der Kyritz-Ruppiner Heide ist, ist man mitten im Honigtopf.“ Das süße Erlebnis können Wanderer und Radfahrer demnächst noch umfassender genießen: Die Sielmann-Stiftung eröffnet Mitte Mai den zweiten Abschnitt der dann 13 Kilometer langen Route durchs ehemalige Bombodrom. Und weil der Begründer der Stiftung, Heinz Sielmann, 2017 seinen runden Geburtstag von 100 Jahren gefeiert hätte, widmet nun auch das Land Brandenburg dem Naturfilmer besonderes Augenmerk: Schließlich hatte der dafür gesorgt, dass vor allem großflächige Naturräume im Bundesland unter Naturschutz gestellt werden konnten – und so das Grüne Band viel Platz für den Erhalt der Natur und auf diese Weise selbst stark bedrohten Tierarten einen Rückzugsort bietet.

Zur Heideblüte wird das ehemalige Bombodrom zum Honigtopf. Quelle: Claudia Bihler

„500 000 Euro pro Jahr hat die Stiftung in die Entwicklung der so genannten Südspanne des ehemaligen Bombodroms gesteckt. Mit dem Geld wurden vor allem die Wege von Altmunition gereinigt“, sagt Elisabeth Fleisch, Sprecherin der Stiftung. Aber auch die Offenhaltung der Heide ist teuer. Wurde bisher der Heidebewuchs mit „Kaltem Brennen“ gepflegt, soll dies künftig ein Roboter erledigen: Der ferngesteuerte Mäher wird derzeit in einem Projekt des Geoforschungszentrums Potsdam mit der Sielmann-Stiftung entwickelt.

Ruppiner Seenland konzentriert sich aufs Wasser

Doch nicht nur um einen Wander- beziehungsweise Radweg ist die Region reicher. Wandern und Radfahren bleiben für die Tourismusverbände Ruppiner Seenland und Prignitz Hauptthemen. In Ruppin steht zudem der Wassertourismus im Mittelpunkt, weshalb der Verband 2017 auch nach zehnjähriger Pause wieder einmal auf der Messe „Boot“ in Düsseldorf geworben hat.

Peter Krause, Geschäftsführer des Ruppiner Seenlandes, setzt weiterhin auf den Wassertourismus. Quelle: Claudia Bihler

Forciert werden soll künftig der Elektroantrieb auf dem Wasser – auch, damit nicht motorisierte Paddler und die Fahrer von Motorbooten und Flößen einander nicht unnötig ins Gehege kommen. „Die Infrastruktur ist bereits wesentlich besser als auf der Straße“, sagt Peter Krause, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland. „An jeder Marina können die Boote ihre Batterien laden.“ Schließlich wolle der Verband die Ruhe und Stille der Region nicht zerstören: „Bananenboot-Fahren und ähnliches brauchen wir hier nicht.“

Europawanderweg soll Besucher anlocken

Eine große Aufgabe hat sich das Seenland zudem ins Programm geschrieben: „Bisher war die Region was das Wandern angeht ja mehr oder weniger jungfräulich“, sagt Krause. „Nun wollen wir entsprechende Routen entwickeln.“ Das erste große Vorhaben könnte europaweit Signalwirkung haben, denn es betrifft den Europawanderweg E 10, der über 2800 Kilometer von Finnland bis nach Andalusien führt. Dieser Fernwanderweg teilt sich in der Ruppiner Region in der Nord-Süd-Richtung in eine Ost- und eine Westtrasse. „Wir wollen die beiden Abschnitte mit einer Verbindung ausstatten, so dass der Weg bei uns auch für die Wanderer nutzbar wird, die nur ein Teilstück zurücklegen “, sagt Krause. Die Herausforderung: Für Wanderer müssen wegen ihres niedrigeren Tempos mehr attraktive Punkte entlang eines Weges liegen als für Radler – schöne Landschaftsausblicke beispielsweise.

In der Prignitz gibt es neue Radwanderrouten und neues Kartenmaterial für Fahrradfahrer. Quelle: Claudia Bihler

Die Knotenpunkt-Radwegweisung ist inzwischen auch im Ruppiner Seenland vervollständigt. Und nicht nur das: Auch die angrenzenden Reiseregionen haben ihre Radwegenetze inzwischen auf das Konzept Radeln nach Zahlen umgestellt“, sagt Krause. „So sind wir jetzt in der glücklichen Situation, dass wir in dieser Hinsicht gut vernetzt sind.“ Ebenso wie die Prignitz will der Verband nun entsprechendes Kartenmaterial herausbringen.

In der Prignitz gibt es inzwischen eine vierte Radfahrkarte, die die gesamte Radfahrregion zwischen Elbe und Müritz abdeckt. „Statt der bisherigen acht Routen haben wir nun 16 ausgewiesen“, sagt Mike Laskewitz. Dazu gehört nun beispielsweise eine „Sagentour“ oder eine „Klostertour“ durch die Region um Kyritz und Wusterhausen, die sich nun vollständig vom Prignitzer Verband vertreten lässt.

Zeitschätze für alle erlebbar

In den neuen Karten, die überall ausliegen, sind im Gegensatz zu vorher auch die Routen gekennzeichnet. Und statt einer leeren Rückseite bieten die Karten nun Informationen rund um die gewählten Touren – von der Sehenswürdigkeit bis zu gastronomischen Tipps. Gleich mehrere Routen führen die Radler an die „Zeitschätze“ der Prignitz heran und damit an die archäologischen Höhepunkte zwischen dem archäologischen Park in Freyenstein und dem Schloss Lenzen, für die es inzwischen auch Marketingmaterial für die Messebesucher gab. „Um das Konzept der Zeitschätze zu nutzen, sollten die Akteure nun auch daran arbeiten, Pauschalangebote für Urlauber zu erstellen“, meint Laskewitz.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber freut sich mit dem Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz über die Zertifizierung mit dem Service-Q. Quelle: Claudia Bihler

Das gelte im übrigen auch für die Landesgartenschau 2019 in Wittstock. „Wir haben in der Prignitz bei den Übernachtungszahlen einen Effekt der Bundesgartenschau im vorletzten Jahr gespürt und gehen davon aus, dass dieser bei der Landesgartenschau noch viel deutlicher zu merken sein wird“, sagt Laskewitz. Bereits heute sollten sich die Akteure mit dem Thema Laga auseinandersetzen und Pläne machen: „Wittstock allein wird die Übernachtungszahlen alleine kaum bewältigen können.“ Dies sieht auch der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ruppiner Seenlandes so: „Die Laga wird einen großen Strahleffekt in die gesamte Region haben“, sagt Krause.

Das große brandenburgische Tourismusthema des Jahres 2017 – nämlich das 500. Jahr nach der Reformation – wird in der Region eher zurückhaltend behandelt. Im Ruppiner Seenland bereitet man sich stattdessen gemeinsam mit dem Havelland auf das Fontanejahr 2019 vor, wie Peter Krause sagt. In der Prignitz steht die Reformation im Mittelpunkt einer Gemeinschaftsausstellung des Kloster Stifts Heiligengrabe, der Kirchengemeinde in Werben und der Wunderblutkirche Bad Wilsnack, weitere Veranstaltungen werden vorbereitet.

Von Claudia Bihler

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