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Prignitz Erste Brotprüfung der Prignitzer Kreishandwerkerschaft
Lokales Prignitz Erste Brotprüfung der Prignitzer Kreishandwerkerschaft
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14:21 26.10.2018
Der Brotprüfungs-Test fällt bei den kritischsten Testern gut aus: „Alles lecker!“ freuen sich die Kleinen. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

„So etwas gab es hier noch nie“, erzählt Wolfgang Grünberg, der ein bisschen aufgeregt ist und in einem leerstehenden Geschäft in der Lenzener Berliner Straße alles mit vorbereitet: Schließlich beginnt hier in einer halben Stunde die von der Kreishandwerkerschaft vorbereitete Brotprüfung. „Solche Prüfungen kenne ich seit den 1960er Jahren, da mussten die Qualitätsstandards erfüllt sein, um Fördermittel zu bekommen, für Plunder gab es das nicht“, erklärt der 71-jährige pensionierte Bäckermeister weiter.

Wie diese aussehen, ist vom mittlerweile eingetroffenen Sachverständigen des Deutschen Brotinstitutes, Michael Isensee aus Lehrte, zu erfahren: „Bei der Prüfung sind Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken wichtig, und es geht um Form und Aussehen, Oberflächenstruktur und Eigenschaften wie Lockerung und Krumenbildung. Außen Kruste, innen Krume, so soll es sein. Dann prüfen wir die Struktur und Elastizität und natürlich auch den Duft. Natürlich soll das Gebäck ansprechend daherkommen, aber wenn es nicht schmeckt, dann kauft man es nicht, auch wenn es noch so gut aussieht“, erklärt Isensee.

Auch das gehört zur Prüfung dazu: Hier wird am Gebäck geschnuppert. Quelle: Kerstin Beck

Das bestätigt Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Prignitzer Kreishandwerkerschaft, die die Ausstellung von mit Zetteln versehenen Broten und Brötchen mit vorbereitet hat: „Der Geschmack ist einfach am Wichtigsten“.

Beteiligt an der heutigen Prüfung, „die ansonsten in Schulen stattfindet, damit wir die jungen Menschen für diesen Beruf interessieren“, haben sich fünf Prignitzer Bäckerbetriebe aus Lenzen, Berge, Pritzwalk und Karstädt. „Mehr sind es leider nicht, da wir ja jetzt Ferien haben“, so die Managerin.

Nun geht die Tür auf und es kommt eine Gruppe ganz besonderer – da hungriger – Prüfer herein: acht Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von der hiesigen DRK-Kita, die schon einen Marsch von zwei Kilometern hinter sich haben und einen dementsprechenden Appetit mitbringen.

Manche Kinder sind bereits Experten in Sachen Brotbackkunst: „Das hier ist kein normales Brötchen, sondern ein „Lenzener“ aus Lenzen!“, weiß ein Fünfjähriger. Quelle: Kerstin Beck

Aufmerksam hören die Kleinen zu, wie Michael Isensee die Prüfung erklärt: „Wenn man in ein Brötchen drückt, muss es krachen. Und jetzt schneide ich es auf und pule da etwas raus. Macht ihr das zu Hause genauso?“ – „Nein!“ tönt es von den guterzogenen Jüngsten. Aber da geht es schließlich um die Krume, und die macht einen guten Eindruck. Dann wird das Gebäck in kleine Stücke geschnitten und die Kinder dürfen zulangen.

„Mhmm, lecker!“ ist nun zu hören. Bei einem Pizza-Brötchen heißt es: „Das isst mein Opa auch gern, dem war mal ein Zahn abgebrochen, aber dann kam der wieder rein“. Dazu meint Michael Isensee nur: „Es macht einfach Spaß, mit Kindern die Prüfungen durchzuführen, die sind einfach offen und zeigen ihre Gefühle“.

Ein weiteres Brötchen ist nun an der Reihe. „Das ist kein Weizenbrötchen, sondern ein „Lenzener“ aus Lenzen!“ belehrt ein kleiner Junge den Prüfer und setzt noch dazu, dass ein Knüppel immer hell aussähe. Der Fünfjährige, so stellt es sich heraus, ist wirklich bereits ein Fachmann. „Mein Henry ist abends immer schon mit dabei, wenn ich den Sauerteig auffrische und die dritte Stufe mache“, berichtet sein Vater, der Lenzener Junior-Bäcker- und Konditormeister Ulf Grünberg. „Und er will natürlich ebenfalls Bäcker werden“, verrät der 40-jährige.

Zur Brotprüfung sind nicht nur Michael Isensee, Sachverständiger vom Deutschen Brotinstitut, Thomas Hausbalk, Obermeister der Prignitzer Bäckerinnung und Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Prignitz (v. l. n. r.) gekommen, sondern auch die Kinder der dortigen DRK-Kita. Quelle: Kerstin Beck

Jetzt, nach einer Stunde, ist die Kleingebäck-Prüfung abgeschlossen: „Bei den Brötchen haben wir insgesamt ein gutes Ergebnis“, so Isensee. Die Kinder sind satt.

Nun kommen die ausgestellten Brote an die Reihe, deren Vielfalt erstaunt: Es gibt Roggen-, Kartoffel-, Roggen-Dinkel-, Dinkel-Vollkorn, Schrot-, Misch-, Mehrkorn- und natürlich auch Weißbrot. Von der Form her sticht ein „Hausbalken“ aus der Fretzdorfer Bäckerei Hausbalk ins Auge. Aber es geht ja auch um den Geschmack, und der wird sich vermutlich ebenfalls „sehen lassen“ können.

Die insgesamt 39 Proben, so stellte es sich zuletzt heraus, erhielten ein vorzeigbares Ergebnis: Sieben Brötchen, 22 Brote und ein Stollen wurden mit „sehr gut“ bewertet,, drei Brötchen und vier Brote sowie ein Stollen mit „gut“. Ein Brötchen konnte leider nicht prämiert werden.

Und zum Nachlesen: Jeder erfolgreiche Betrieb wird auf der Website www.brot-test.de vorgestellt.

Von Kerstin Beck

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