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„Es lebe die Mode“

Meyenburg „Es lebe die Mode“

„Es lebe die Mode“ – das Gedicht von Joachim Ringelnatz bildete den Auftakt der Lesung im Schlossmuseum Meyenburg. Die gebürtige Dresdnerin Ines Homann, Moderatorin, Sprecherin und Solo-Sopranistin, las Samstagabend Essays und Biografisches über die avantgardistische Mode des 20. Jahrhunderts.

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Der verruchte Frauentyp der 1920er Jahre.

Quelle: Martina Matuschewski

Meyenburg. „Es lebe die Mode“, lautet der Titel eines Gedichts von Joachim Ringelnatz (1883-1934) und war der Auftakt der Lesung im Schlossmuseum Meyenburg. Die gebürtige Dresdnerin Ines Homann, Moderatorin, Sprecherin und Solo-Sopranistin las am Samstagabend im Modemuseum Essays und Biografisches über die avantgardistische Mode des 20. Jahrhunderts. Das Essay „Philosophie der Mode“ von dem deutschen Philosophen Georg Simmel (1858-1918) untersucht und beschreibt die unterschiedlichen sozialen Schichten der Jahrhundertwende in Bezug auf die damalige Mode.

Die Publikation „die elegante Frau“ von der deutschen Kunsthistorikerin Gertrud Aretz (1989-1938) thematisiert die Emanzipation der Frau von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre. Mit Beginn der Industrialisierung, Ende des 19. Jahrhunderts, veränderte sich auch das Frauenbild. Die moderne Frau der zwanziger Jahre war selbstbewusst und aufgeklärt; das spiegelte sich auch in der Mode wieder. Die weiblichen Rundungen und verspielten Formen wichen dem knabenhaften Körper und der strengen Geradlinigkeit in der Kleidung.

Ines Homann (l) las im Modemuseum

Ines Homann (l.) las im Modemuseum.

Quelle: Martina Matuschewski

Die Mode war androgyn und sportlich bequem; das einzwängende Korsett wurde abgeschafft. Die neue, selbstbewusste Frau begann nun selber Mode zu machen. In dem literarischen Werk „Frauen machen Mode“ stellt die Literaturwissenschaftlerin Gertrud Lehnert drei interessante und wegbereitende Modemacherinnen dieser Zeit vor. Coco Chanel, Madeleine Vionett und Elsa Schiaparelli. Die wohl bekannteste Modedesignerin ist Coco Chanel (1883-1971), die mit ihrer zeitlosen, schlichten Eleganz bis heute modisch aktuell ist.

„Mode ist vergänglich. Stil niemals.“, Coco Chanel

Coco Chanel entwarf Mode für jene Frauen, die sie auch selbst verkörperte; selbstbewusst, unabhängig und ehrgeizig. Sie machte den Kurzhaarschnitt und den kurzen Rock salonfähig; und das legendäre „Coco Chanel Kostüm“ der 50er Jahre ist bis heute ein beliebter Klassiker. Aber eine der bedeutendsten Schauspielerinnen und Modeikonen dieser Zeit durfte an dem Abend nicht fehlen: Marlene Dietrich. In ihrer Biografie wird der letzte öffentliche Auftritt 1978 beschrieben, sie spielte mit 77 Jahren in dem Film „Just a Gigolo“ die „Baroness von Semering“; eine sehr kleine, aber prägnante Rolle. Marlene Dietrich verkörperte einen androgynen, verruchten Frauentyp, ein Frauenidol jener Zeit. Nach dem ersten informativen Teil der Lesung wurde es dann in der zweiten Hälfte lustiger. Ines Homann las aus „Küsschen, Küsschen“ von Roald Dahl (1883-1934) die Geschichte „Mrs Bixby und der Mantel des Oberst.“

Das Café des Modemuseums, dekoriert mit vielen Kleidern der vergangenen Stilepochen, bot ein sehr passendes Ambiente. Die Stimmung war entspannt und locker; die Zuschauer lauschten, lachten, stellten Fragen, und so wurde der Abend zu einem geselligen Beisammensein. Abschließende Worte sprach die Geschäftsführerin des Modemuseums Susan Hoyer und verwies auf die laufenden Ausstellungen im Museum.

Von Martina Matuschweski

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