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Prignitz Es stinkt zum Himmel
Lokales Prignitz Es stinkt zum Himmel
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02:15 23.01.2016
Wurde zum Unmut der Anwohner immer wieder erweitert: Die Biogasanlage in Neudorf in der Gemeinde Groß Pankow. Quelle: Fischer
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Groß Pankow

Schon seit Längerem klagen Einwohner von Neudorf und den umliegenden Orten über Beeinträchtigungen durch die immer wieder ausgebaute Biogasanlage am Rande von Neudorf. Mit einem Bebauungsplan will die Gemeinde Groß Pankow nun weitere Belastungen für Mensch und Tier einschränken und eine künftige Erweiterung ausschließen.

„Wir wollen den jetzigen Stand festschnüren, mit Gutachten soll untermauert werden, dass eine Kapazitätserweiterung in Neudorf nicht mehr möglich ist“, erklärt Bauamtsleiter Halldor Lugowski gegenüber der MAZ. Voraussetzung ist jedoch, sagt er, dass zuvor vom Landesumweltamt Flächen aus dem Landschafts- beziehungsweise Vogelschutzgebiet entlassen werden. Ein Planungsbüro ist beauftragt, das zu beantragen. „Wir können nur Flächen beplanen, über die wir auch Verfügungsmöglichkeiten haben“, so der Bauamtsleiter.

Bereits in den Jahren 2006 und 2009 waren die Planungen für die Biogasanlage der Firma Ahlers Biogas im Rahmen der „privilegierten Landwirtschaft“ gelaufen. Nach Änderungen des Energieeinspeisungsgesetzes erweiterten die Betreiber die Anlage innerhalb des Geländes. Es wurden auch Silos für Mais und Rückhaltebecken gebaut.

Belastung ist enorm

Dies schürte Unmut vor allem bei betroffenen Anwohnern. So gründete sich im Jahre 2014 die Bürgerinitiative „Stoppt die Umweltbelastungen durch Biogasanlagen“. Ihre Vertreter wiesen in Sitzungen der Groß Pankower Gemeindevertretung immer wieder auf Geruchsbelästigungen, eine Verunreinigung des Grundwassers und die zunehmende Verkehrsbelastung durch die Transporte hin.

Die Gemeinde möchte nun mit dem Bebauungsplan nicht nur einen weiteren Ausbau verhindern, der bislang nicht beantragt wurde, sondern auch auf die Betriebsabläufe in der Anlage und die Transporte Einfluss nehmen.

Rechnung getragen werden soll, wie im Informationsblatt „Rathauskieker“ der Kommune erläutert wird, auch neuen gesetzlichen Bestimmungen: Die neue Düngeverordnung verlangt größere Lagerkapazitäten, denn Gärstoffe aus der Anlage dürfen nur noch sehr begrenzt auf den Acker ausgebracht werden. Ihre Lagerung ist nur in speziellen Gärstoffbehältern zulässig.

Die Gemeinde will ein neues Verkehrskonzept für den Betrieb der Biogasanlage erstellen und nächtliche Belieferungen unterbinden. Halldor Lugowski: „Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages wollen wir erreichen, dass die Betreibergesellschaft Selbstbindungen eingeht über den rechtlichen Rahmen hinaus, um die Belastungen für die Bürger in Neudorf und Umgebung einzuschränken.“ Völlig belastungsfrei werde die Anlage aber nicht zu betreiben sein, räumt er ein.

Von Ulrich Fischer

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