Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Es wird viele Schritte geben

Amtierender Bürgermeister Hans Rothbauer stimmt die Perleberger auf das Jahr 2013 ein Es wird viele Schritte geben

Zu großen Sprüngen will die Stadt Perleberg in diesem Jahr nicht ansetzen. „Wir hängen keinen Träumen oder Hirngespinsten nach“, erklärte der amtierende Bürgermeister Hans Rothbauer in einem Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen zum Jahresbeginn.

PERLEBERG. . Als vorrangiges Ziel gibt er aus, das zu erhalten, was die Stadt arbeits- und liebenswert macht. „Wir konzentrieren uns auf die wichtigen Dinge“, sagte Hans Rothbauer. Als wichtige Dinge bezeichnete er die beiden Grundschulen, die sich in Trägerschaft der Stadt befinden, sowie die Kindertagesstätten, die Belebung der Innenstadt, ein attraktives Leben in den Ortsteilen sowie die Ausrüstung der Feuerwehren.

Voraussetzung für die Entwicklung der Stadt sei ein ausgeglichener Haushalt, betonte der amtierende Bürgermeister. Nach der aktuellen Haushaltsplanung kommt die Stadt mindestens bis 2015 ohne ein Haushaltssicherungskonzept aus. „Wir müssen unser Geld zusammenhalten, damit wir weiter Projekte umsetzen und das eigene Geld durch Fördermittel vervielfachen können“, sagte Hans Rothbauer.

An Vorhaben mangelt es nicht in Perleberg. Der amtierende Bürgermeister nannte die Ausgestaltung der Lotte-Lehmann-Akademie. Zur Sommerakademie sollen weitere Projekte hinzukommen, im Januar wird es ein erstes geben, kündigte er an. Wichtig ist Hans Rothbauer, dass diese Projekte sich finanziell selbst tragen und ohne Unterstützung der Stadt auskommen. Die Akademie soll bis nach Berlin ausstrahlen und sich als ein Ort empfehlen, an dem man künstlerische Arbeiten in Ruhe umsetzen kann.

Schrittweise wird die Stadt weitere Investitionen in die Akademie vornehmen. Es geht um die Anschaffung von Instrumenten, Notenständern und die Schallisolierung. Die Summen, um die es dabei geht, seien jedoch überschaubar, erklärte Hans Rothbauer.

Im Tierpark sind einige Neuerungen vorgesehen. Die Erdmännchen sollen eine neue Anlage bekommen, und der gesamte Eingangsbereich des Tierparks einschließlich Parkplatz soll neu gestaltet werden.

Nachdem es etwas still um das Projekt Judenhof geworden ist, soll die Umgestaltung der Doppelgarage in zwei Ausstellungs- und Veranstaltungsräume erfolgen. Dokumentiert wird die Geschichte der Perleberger Juden von 1239 bis zu ihrer Verfolgung in der Nazizeit. Die Stadt will das Gebäude um- und ausbauen. Der Perleberger Kulturverein wird dann das Ausstellungs- und Informationszentrum übernehmen und betreiben.

Der Ausbau des Stadt- und Regionalmuseums soll in diesem und im nächsten Jahr zum Abschluss kommen. Der dritte Bauabschnitt umfasst die völlige Neugestaltung des Eingangsbereichs, auch wird es Veränderungen in dem alten Gebäudeteil bis unters Dach geben. Hans Rothbauer informierte, dass Peter Knüvener ab dem 1. Januar 2013 mit der Leitung des Museums beauftragt wurde. Die bisherige Leiterin Martina Hennies ist stellvertretende Sachgebietsleiterin Kultur, sie vertritt damit Ulrike Ziebell.

Eine weitere Belebung des Großen Marktes erwartet Hans Rothbauer. Die Stadt habe hier einiges getan mit der Sanierung des Gebäudes, in dem die Lotte-Lehmann-Akademie untergebracht ist. Auch das ehemalige Hotel Gröbler wurde zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Erfreulich wäre es, so Hans Rothbauer, wenn auch Gebäude in Privatbesitz saniert würden, wie der Große Markt 15, Sitz der Hoffmann-Axthelm-Stiftung, sowie die ehemalige Bäckerei Fischer neben der Sparkasse. Auch mit Hoffmanns Hotel am Hohen Ende sollte es weitergehen. Für die Notsicherung des Gebäudes steht eine Förderung über 300 000 Euro seit dem vorigen Jahr bereit. Hans Rothbauer kündigte eine Veränderung für den Kirchplatz an. Dort sollen schon in den nächsten Monaten Blumenampeln wie am Großen Markt aufgehängt werden.

Einen großen Gewinn für das Stadtbild erwartet Hans Rothbauer von der Sanierung des Areals zwischen Karl-Marx-Straße und Heilige-Geist-Straße. Ein Ereignis dürfte auch die Aufstellung des Stadtmodells aus Bronze werden, das der Perleberger Bürgerverein in Auftrag gegeben hat.

Beim Straßenbau geht es um das Fertigstellen des Hohen Endes, den Ausbau von Pferdeschwemme sowie der Gasse An der Mauer. Das nächste Projekt wird die Umgestaltung des Marienplatzes sowie der Ausbau der Wittenberger Straße zwischen Koloniestraße und Grahlplatz sein. Noch in diesem Jahr könnte damit begonnen werden, der Abschluss der Arbeiten einschließlich Grahlplatz erfolgt voraussichtlich 2014.

Hans Rothbauer geht davon aus, dass auch in diesem Jahr die Perleberger auf keines der großen Events verzichten müssen. Für das Perleberg-Festival, das immer mal wieder auf der Kippe stand, sieht er gute Chancen, dass es ein weiteres Mal stattfinden kann. Die Stadt wird sich ganz auf die Vorbereitung der 775-Jahr-Feier 2014 konzentrieren. Geplant ist ein viertägiges Festprogramm.

Hans Rothbauer wies die Ansicht zurück, dass Perleberg im Wachstumskern Prignitz zu kurz kommt. Bei der Gesamtzahl der Investitionen über die Jahre liege Perleberg mit den anderen Kommunen gleichauf. Die Lotte-Lehmann-Akademie ließ sich nicht als Schlüsselprojekt des Wachstumskerns umsetzen, sagte Hans Rothbauer. Dafür würde eine andere Förderung gefunden. Aktuell wird in diesem Jahr der Ausbau des Klärwerks als Perleberger Schlüsselprojekt umgesetzt. Er kündigte an, dass es auch in Zukunft Perleberger Schlüsselprojekte geben wird.

Er geht davon aus, dass 2013 ein gutes Jahr für Investitionen in Perleberg sein wird. In der Planung befindet sich die Errichtung eines Logistikzentrums sowie die Errichtung eines Zentrums für Medizintechnik. Nach der Insolvenz der Deutschen Biogas AG hat sich für die nicht fertiggestellte Biogasanlage im Gewerbegebiet Quitzow ein neuer Investor gefunden, der die Anlagen nun in Betrieb nehmen wird.

Mit besonderem Interesse verfolgt die Stadt die Diskussionen um die Kreisgebietsreform. Perleberg dürfe seinen Kreisstadtstatus nicht kampflos preisgeben, forderte Hans Rothbauer. Er warnte vor einen vorauseilenden Gehorsam. Weil andere Perleberg als Kreisstadt abschreiben, sollte man sich hüten, solchen Ansichten gleich zu folgen. Vielmehr müsse der politische Druck von unten derart groß werden, dass die Landesregierung einen solchen Plan einfach nicht umsetzen kann. Ein Beispiel könnten da die Kuhbierer sein, die letztlich erfolgreich für ihre Ortsumgehung gekämpft haben.

„Die Prignitz wird sich nicht einfach einem Nachbarkreis zuschlagen lassen“, erklärte Hans Rothbauer. Er finde es schon bedenklich, wenn gerade jene, die die Länderfusion zwischen Berlin und Brandenburg nicht auf die Reihe kriegen, nun den Zusammenschluss von Landkreisen fordern. (Von Michael Beeskow)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg