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Prignitz Experimentelle Kunst in Gumtow
Lokales Prignitz Experimentelle Kunst in Gumtow
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00:33 21.08.2015
Eva-Marie Niemann vor einem ihre Kunstwerke. Quelle: Renate Zunke
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Gumtow

Mit Blitz und Donner wurde am Sonnabend in der Galerie 5, Schmiede Zempel, in Gumtow eine neue Ausstellung eröffnet. Doch der dadurch bedingte zeitweilige Stromausfall minderte die faszinierende Ausstrahlung der ausgestellten Kunstwerke in keiner Weise. Es sind Arbeiten der Berliner Künstlerin Eva-Marie Niemann. Sie zeigt großformatige Bilder in Acrylmalerei sowie Stoff- und Papiercollagen. Eva-Marie Niemann bezeichnet sich selbst als Autodidaktin in Sachen Kunst. Ihre beruflichen Wurzeln liegen in der Modebranche. Und das ist unverkennbar. Sie kann mit dem Material umgehen, ist stilsicher und beweist großes Gespür für Farben. „Die Basis war vorhanden, die Technik neu“, sagt Niemann. „Malen mit Luft“ nennt sie salopp ihre künstlerische Arbeitsweise: Stoffreste werden mittels Thermoverfahren auf einen Untergrund aufgebügelt. Dadurch entstehen spannende Effekte. Die Bilder wirken auf den ersten Blick, wie mit Farbe und Pinsel auf Leinwand aufgetragen. „Jede der Arbeiten ist ein Experiment“, sagt Eva-Marie Niemann. Sie hat anfangs auch mit Plastiktüten gearbeitet, die unter der Hitze schmolzen. Die Ergebnisse wären schon interessant gewesen, so die Künstlerin. Doch wegen der giftige Dämpfe hat sie schnell die Finger davon gelassen. Seitdem arbeitet sie nur noch mit Stoff und Papier. Sie zeigt auf ein Bild und erklärt: „Das war mal ein schöner Rock von mir, da ist noch ein Saum zu erkennen und dazwischen eine Serviette“. Anfangs weiß sie eigentlich nur, ob das entstehende Kunstwerk hell oder dunkel werden soll. Dann lässt sie sich vom Material und den Farben inspirieren. Das künstlerische Experiment beginnt. Wird das Bild zu hübsch, zerstört Niemann es gnadenlos. Sie sagt: „Ich mag es nicht geschmäcklerisch“.

Aus alten Röcken werden neue Kunstwerke. Quelle: Renate Zunke

Eine Ausstellung im Textilmuseums in Berlin/Dahlem lenkte das Interesse von Karin und Eckhard Zempel auf die Arbeiten von Eva-Marie Niemann. Die 1938 Geborene absolvierte in Berlin einen Industrieschneiderlehre und dann an der Meisterschule für Kunsthandwerk das Staatsexamen in Modegestaltung. Danach erhielt sie ein Stipendium für einen einjährigen Studienaufenthalt in Paris, arbeitete dann in der Modebranche in Berlin, Hamburg, Essen und im Münsterland. Nach 35 Jahren kam sie zurück nach Berlin. Die ehemalige Westberlinerin lebt jetzt im Prenzlauer Berg. Sie ist Mitglied im Fachverband textil e. V., Regionalverband Berlin/Brandenburg. Dessen Kerntruppe rekrutiert sich aus dem alten Stamm des Zirkels für künstlerische Textilgestaltung des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit Potsdam unter Regie von Ingeborg Bohne-Fiegert. Die Vorsitzende des Regionalverbandes Jutta Lademann war bei der Vernissage anwesend. Sie bezeichnete die Schmiede Zempel als einen idealen Ausstellungsort, der die Vielfalt der Exponate von Eva-Marie Niemann auf beeindruckende Weise repräsentiert.

Die Bilder von Eva-Marie Niemann können bis zum 31. Oktober in der Galerie 5, Schmiede Zempel in Gumtow, besichtigt werden. Voranmeldung bitte unter Tel. 033977/12 99 20. Man kann aber auch einfach an der Tür klingeln. Wenn Karin und Eckhard Zempel zu Hause sind, öffnen sie gern die Tür für Kunstinteressierte.

Von Renate Zunke

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