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Fahrender Supermarkt, rollende Nachrichtenzentrale

Buckow Fahrender Supermarkt, rollende Nachrichtenzentrale

Fährt Sven Krüger mit dem rollenden Supermarkt des Nahkaufs in Berge über die Dörfer der Gemeinde Kümmernitztal, eröffnen Senioren mit ihren Rollatoren auch mal mobile Sitzecken in der Frühjahrssonne. Einmal die Woche hält die fahrende Einkaufsmeile in Dörfern wie Buckow.

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„Herta Grabow aus Buckow bei Grabow“, stellt sich die rüstige 83-Jährige schmunzelnd vor.

Quelle: Claudia Bihler

Buckow. Irgendwie hat Sven Krüger geschafft, den langen Lkw in der engen Gasse in Buckow zu wenden. Später verrät er, dass er eine Rückfahrkamera hat, aber jetzt parkt er erstmal direkt vor der Haustür bei Herta Grabow und hupt zwei Mal vernehmbar. Nur Sekunden später geht bei der Buckower Seniorin die Tür auf, sie kommt gut vorbereitet mit Jacke und Mantel aus dem Haus und zieht ihren Einkaufstrolli hinter sich her. „Nicht alle Fahrer halten hier in der Straße, weil sich nicht jeder hier entlang traut“, freut sie sich an diesem Tag. „Manchmal muss ich auch bis zur Dorfmitte gehen.“ An diesem Tag aber sind es nur wenige Schritte bis zum rollenden Supermarkt, der einmal in der Woche seine Tour über die Dörfer der Gemeinde Kümmernitztal zurücklegt.

Manchmal ist das Manövrieren schwierig

Sven Krüger freut sich, wenn er den Senioren das Leben leicht machen kann. Und er weiß auch, dass der allwöchentliche Einkaufstermin auch schon mal eine Gelegenheit für seine Kunden ist, sich zu treffen. Wie etwa an der Straße bei Struck, wo die Senioren schon frühzeitig in der schönen Frühlingssonne eine mobile Sitzecke mit ihren Rollatoren eröffnet hatten und auf den Einkaufs-Lkw warteten. Krüger: „Viele sind früher da und nutzen dann die Gelegenheit, sich einfach mal zu treffen.“

Sven Krüger (45 Jahre) ist schon viele Jahre mit einem rollenden Supermarkt in der Prignitz unterwegs

Sven Krüger (45 Jahre) ist schon viele Jahre mit einem rollenden Supermarkt in der Prignitz unterwegs.

Quelle: Claudia Bihler

20, 25 Jahre, so schätzt er, rollt der Supermarkt bereits über die Dörfer – auch, wenn die fahrende Einkaufsmeile in dieser Zeit unterschiedliche Fahrzeuge ebenso wie unterschiedliche Inhaber hatte. Seit mehr als zehn Jahren gehört der rollende Supermarkt zum Nahkauf in Berge – seither arbeitet Sven Krüger bei dem Unternehmen.

Seinen Beruf weiß er zu schätzen, auch, wenn es im Winter mitunter schwierig sein kann, das große Fahrzeug zu manövrieren: „Aber das ist nur manchmal der Fall.“ Und kalt kann es an Bord werden – schließlich ist die Tür zum Supermarkt bei jedem Stopp geöffnet.

Alles kann geordert werden

Auch nur selten werden die Waren in den Regalen durchgerüttelt. „Passieren kann das schon mal, aber meisten fallen nur solche Sachen herunter, die jemand aus dem Regal genommen und nicht wieder richtig einsortiert hat“, sagt der rollende Einzelhändler.

An Bord hat er ein komplettes Supermarktsortiment. Frisches Obst und Gemüse, Tiefkühlkost, Wurst, Fleisch, Fisch, Honig, Fruchtkaltschalen und Zeitschriften, Katzenfutter oder Kohlen. Was er nicht dabei hat, wird bestellt und bei der nächsten Tour geliefert. Sogar Hafer für die Kleintiere kann geordert werden: „Wir haben in Berge ja auch noch einen Landhandel.“

Nachrichtenzentrale und Supermarkt in einem

Für Herta Grabow ist das Angebot an Bord des Supermarktes völlig ausreichend. Die Rentnerin sieht zwar mindestens zehn Jahre jünger aus, zählt aber inzwischen bereits 83 Jahre. „Ich gehe nur noch alle sechs Wochen mit meiner Schwiegertochter in Meyenburg einkaufen.“ Vor allem schwere Dinge besorgt sie sich dann, und solche, die sie in großen Mengen benötigt. „Alles andere beschaffe ich mir hier“, sagt sie und greift zum Einkaufskorb, um sich für die Woche mit Lebensmitteln zu versorgen.

Sven Krüger ist aber nicht nur Lebensmittelverkäufer, sondern auch rollende Nachrichtenzentrale. Überall hört er mal den einen oder anderen neusten Tratsch, schließlich kennen ihn seine Kunden schon lange und auch er kennt seine Kunden: „Klar gehört es dazu, dass man sich über die neusten Ereignisse austauscht.“ An diesem Tag ist alles in bester Ordnung, freut sich der Fahrer: „Alle sind gesund und Todesfälle gab es auch keine.“ Dann fügt er hinzu: „Nur die Kohlen sind leider schon abverkauft.“

Von Claudia Bihler

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