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Fahrer akzeptiert Urteil nach tödlichem Unfall nicht

Schönebeck Fahrer akzeptiert Urteil nach tödlichem Unfall nicht

Seit die 13-jährige Tochter nicht von der Schule nach Hause kam, weil ein betrunkener Autofahrer sie auf dem Heimweg überfahren hatte, ist für die Familie in Schönebeck alles anders. Nun werden die Hinterbliebenen erneut mit dem Schrecken vom Februar 2015 konfrontiert. Der Todesfahrer ist in Berufung gegangen. Ab Mittwoch wird verhandelt.

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Ein Kreuz am Straßenrand erinnert an die 13-Jährige, die durch einen alkoholisierten Fahrer zu Tode kam.

Quelle: Matthias Anke

Schönebeck. Der Groß Pankower, der im Februar 2015 bei Schönebeck (Gemeinde Gumtow) unter Alkohol am Steuer ein 13-jähriges Mädchen getötet hat, ist gegen seine Verurteilung in Berufung gegangen. Der Fall wird ab Mittwoch am Landgericht Neuruppin ein drittes Mal verhandelt.

Vom Amtsgericht zu Haft verurteilt

Der Todesfahrer war schon im März 2016 erstmals vom Amtsgericht Perleberg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Gericht stellte damals fest, dass der Fahrer alkoholbedingt „absolut fahruntüchtig“ gewesen sei – er hatte 1,13 Promille. Zudem habe er noch nach dem Zusammenstoß mit dem Mädchen Fahrerflucht begangen, während sein Beifahrer zum Unfallopfer ging. Erst zweieinhalb Stunden später stellte sich der Fahrer der Polizei.

Schon damals legte der Unfallfahrer Berufung ein – doch die erneute Verhandlung wurde wieder ausgesetzt. Grund: Nach einem Auszug aus dem bulgarischen Zentralregister – der Täter ist Bulgare – wurde er 2011 schon einmal wegen Fahrens unter Alkohol zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Damals lagen dem Gericht diese Unterlagen nicht vor. Der Angeklagte selbst erklärte, sich an keine Verurteilung erinnern zu können – nur an den Führerscheinentzug. Die Unterlagen sind nun da.

Die 13-jährige Schülerin war am 24. Februar 2015 auf dem Heimweg von der Schule gewesen. Sie war an der Bushaltestelle an der B 103 ausgestiegen und wollte die Straße überqueren, als der damals 36-Jährige sie erfasste. Das Mädchen war sofort tot.

Heftige Diskussionen über Verkehrssicherheit

Der tödliche Unfall an der Bushaltestelle bei Schönebeck hatte zu heftigen Diskussionen über die Verkehrssicherheit an der B 103 geführt. Die Schulkinder aus dem Ort müssen die Bundesstraße überqueren, um vom Bus ins Dorf oder zum Anschlussbus zu kommen. In dem Bereich gilt Tempo 70, daran hält sich aber nicht jeder. Im Juli 2015 war eine Petition mit 2800 Unterschriften zur Verkehrssicherheit an außerörtlichen Bushaltestellen an den Petitionsausschuss des Potsdamer Landtages übergeben worden. Initiiert hatten sie die Eltern des verunglückten Mädchens.

Von Dagmar Simons

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