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Prignitz Tochter verbietet Aufstellen der Loriot-Statue
Lokales Prignitz Tochter verbietet Aufstellen der Loriot-Statue
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13:48 16.06.2016
Dieses Loriot-Denkmal halten die Tochter des Künstlers und andere für wenig gelungen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Falkenhagen

Keine feierliche Enthüllung, keine Party, keine staunenden oder kritischen Blicke: Die Loriot-Skulptur, die am 25. Juni vor dem Hotel und Restaurant in Falkenhagen enthüllt werden sollte, wird nicht aufgestellt. Darüber informierte der Geschäftsführer der Firma TUL-Agroservice aus Falkenhagen, Gerhard Plack. Zu dem Transport-, Umschlag- und Logistik-Unternehmen gehört auch das Hotel. „Wir haben Post von der Anwaltskanzlei der Tochter von Loriot erhalten“, sagt Gerhard Plack. Darin sei der Wille Susanne von Bülows, einer Tochter des Humoristen, zum Ausdruck gekommen, weder einem geplanten „Loriot-Event“, noch der dem Aufstellen einer Loriot-Skulptur zuzustimmen.

Vor dem Hotel in Fakenhagen wird kein Loriot-Denkmal aufgestellt. Die Tochter des Humoristen,. Susanne von Bülow, hat das für den 25. Juni 2016 vorgesehene Enthüllen des Denkmals anwaltlich untersagen lassen. Quelle: Andreas König

Eine Bitte Klageandrohung

Die Aufforderung sei als Bitte formuliert, wobei die Anwälte Susanne von Bülows versichern, dass ihre Mandantin nicht zögern würde, etwaige Rechtsverletzungen mit gerichtlicher Hilfe zu unterbinden.“ Dieser Bitte kommen Gerhard Plack und die TUL-Agroservice nach. „Die Skulptur wird daher nicht aufgestellt“, sagt der Geschäftsführer der MAZ.

Nicht schön genug? Streit um Loriot-Denkmal: Loriots Geburtsstadt Brandenburg/Havel will Denkmal nicht aufstellen

Skulptur wird trotzdem angekauft

Allerdings werde die Skulptur, die der in Brandenburg an der Havel lebende Bildhauer Udo Jahn van ­Ziörjen geschaffen hat, zum vereinbarten Preis angekauft, bestätigte Gerhard Plack. Was er damit mache, könne er noch nicht sagen, auf jeden Fall „wird sie nicht zu Werbezecken verwendet“, sagte der Geschäftsführer. Er bedaure die Ablehnung zutiefst, habe er doch nicht in erster Linie vorgehabt, mit der Skulptur für das Hotel zu werben.

Geschäftsführer denkt über Nutzung der Grundplatte nach

Die bereits fertiggestellte Grundplatte vor dem Hotel bleibt nun erst einmal leer. Allerdings will sich der TUL-Chef damit nicht abfinden. „Wir machen und schon Gedanken darüber, wie wir sie nutzen können“, sagt Gerhard Plack. Susanne von Bülow, die von der MAZ zu der Angelegenheit befragt wurde, möchte sich nicht öffentlich äußern. Die Tochter Loriots gilt als klagefreudig. Schon mehrfach ist sie gerichtlich gegen die aus ihrer Sicht unrechtmäßige Nutzung von Teilen des Loriotschen Werkes, gegen Zitate oder Verletzungen der Rechte an der eingetragenen Marke Loriot vorgegangen.

Skulptur setzte sich im Wettbewerb nicht durch

Die 2,30 Meter hohe Skulptur war als Beitrag für einen vom Brandenburger Kulturverein ausgerichteten Wettbewerb gedacht. Die Jury favorisierte jedoch andere Entwürfe. Das Rennen machte schließlich das Waldmopszentrum der Berliner Künstlerin Clara Walter. Dass Udo Jahn van Ziörjen seine Statue dennoch fertigstellte, mag daran gelegen haben, dass ihm sein Bekannter Gerhard Plack den Kauf zusicherte und später vertraglich garantierte. Der Bildhauer wurde nunmehr von Gerhard Plack gebeten, die Gäste wieder auszuladen, die am 25. Juni nach Falkenhagen kommen sollten. Gerhard Plack bedauert, „dass es so gekommen ist, bittet jedoch den Künstler um Verständnis. Das betreffe alle, „die an den Vorbereitungen zu diesem eigentlich schönen Ereignis beteiligt waren“.

Mäzenatentum sei heutzutage unerlässlich

Ihm sei es nicht um die Werbung gegangen, er habe ein anderes Ziel verfolgt, stellt Gerhard Plack klar. Seiner Ansicht nach sind Mäzene, also Gönner und Förderer der Kunst heutzutage unerlässlich, um überhaupt einen Kunstbetrieb zu gewährleisten. Wie es mit der nicht aufgestellten Loriot-Figur weitergehen soll, ließ der Falkenhagener Unternehmer offen. In jedem Fall trifft auf seine jetzige Situation ein Spruch Loriots aus dem „Jodeldiplom“ zu: Mit der Statue hat Gerhard Plack „etwas Eigenes“.

Von Andreas König

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