Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Keine Sommerpause für Windparkgegner

Prignitzer Kreistag soll Entwurfsplanung für Windräder diskutieren Keine Sommerpause für Windparkgegner

Wenn sich der Prignitzer Kreistag nach der Wahl neu formiert, sollen seine Mitglieder sich möglichst bald mit einem Thema befassen, das nicht nur kompliziert ist, sondern auch ordentlich polarisiert: die Entwurfsplanung für neue Windkraftanlagen. Im Nachbarkreis ist man da schon einen Schritt weiter.

Voriger Artikel
Weg mit dem Holperpflaster
Nächster Artikel
Vom Energie-Riesen zum Regional-Anbieter

Fariba Nilchian aus dem Pritzwalker Ortsteil Bölzke kämpft gegen den Bau von Windrädern im Waldgebiet Hohe Heide.

Quelle: dpa

Bölzke. Fariba Nilchian aus dem Pritzwalker Ortsteil Bölzke, die seit Jahren in der "Initiative gegen Windräder in Wäldern" gegen den Bau von Windrädern im Waldgebiet Hohe Heide kämpft, möchte das Thema an die Abgeordneten herantragen. Damit will sie dem Beispiel von Charis Riemer aus dem Nachbarkreis folgen, die in der jüngsten Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel heftige Kritik an der Entwurfsplanung geübt hatte. Grund war unter anderem, dass zwei Umweltberichte fehlten. Ob die Mitglieder des OPR-Kreistages das Thema auf die Tagesordnung nehmen, ist indessen noch offen.

"Der größte Aufreger ist ja, dass der Entwurf die totale Augenwischerei ist", sagte Fariba Nilchian, die trotz der Sommerpause der Regionalen Planungsgemeinschaft in Sachen Widerstand weiter aktiv ist. Denn die im Plan ausgewiesenen, für Windräder geeigneten Flächen weisen laut Nilchian nicht den tatsächlichen Zustand, sondern ein fiktives Gebilde aus. Die Windeignungsgebiete berücksichtigen nämlich nicht die bereits bestehenden Windparks - und das kritisierten auch schon andere Gegner der zunehmenden Bebauung mit Windriesen. Denn somit werden all die im künftigen Entwurf vorgesehenen Abstandsregelungen zum nächsten Windpark oder zur Wohnbebauung quasi ad absurdum geführt. "Ich denke, die Planer und die Vertreter der Planungsgemeinschaft sind sich dessen bewusst, dass genau das ihr angreifbarster Punkt ist."

Bedenklich ist aus Fariba Nilchians Sicht auch die geplante Abstandsregelung zur Wohnbebauung: "Nach einem Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer soll ja der zehnfache Abstand der Höhe eingehalten werden." Da kann man sich leicht ausrechnen, wie viele Windräder bei 200 Metern Höhe in der Region noch gebaut werden könnten. "Die Dinger sind nun einmal doppelt so hoch wie vor zehn Jahren", so die Bölzkerin. Da helfe es wenig, den Abstand von empfohlenen 500 Metern im alten - aktuell noch geltenden Regionalplan - auf später 1000 Meter zur Wohnbebauung aufzustocken. Sie hofft, dass die überproportionale Förderung der Windenergie in wenigen Jahren ein Ende haben wird.

Bis dahin dürfte der Kampf ein harter bleiben: Dass 200 Meter hohe Windräder in der Hohen Heide - einem der letzten zusammenhängenen Waldgebiete der Region - gebaut werden sollen, war ein großer Schock für Fariba Nilchian. "Genauso entsetzt war ich aber, dass in der Wittstocker Heide, in unberührter Natur, mehrere große Windparks entstehen sollen."

Das nächste Projekt für die BI ist laut Fariba Nilchian ein ornithologisches Gutachten für die Pritzwalker Seite der Hohen Heide. Die Heiligengraber haben dies bereits vor zwei Jahren veranlasst und sich als Gemeinde gegen die Bebauung positioniert. "Wir haben hier leider geschlafen", bedauert Fariba Nilchian mit Blick auf die Stadt Pritzwalk.

Von Beate Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg