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Prignitz Hier feiern Ost-und Westdeutsche die Einheit
Lokales Prignitz Hier feiern Ost-und Westdeutsche die Einheit
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01:15 03.10.2018
Immer allen voran fährt der Lanzer Bürgermeister Hans Borchert, der seit 1990 die erste Feier zur deutschen Einheit ins Leben gerufen hat. Quelle: Kerstin Beck
Lütkenwisch

„Als ich meinen ersten Nuckel bekam, hatte ihn meine Mutter in Schnackenburg gekauft, denn das war unsere Stadt zum Einkaufen, nicht etwa Wittenberge oder Lenzen“, erinnert sich der Lanzer Bürgermeister Hans Borchert. Das war 1942. Und das hat sicher auch ein klein bisschen damit zu tun, dass es seit 1990 an der ehemaligen Elbgrenze die Feier zur deutschen Einheit gibt – in jenem Jahr ist Borchert auch zum Oberhaupt der Gemeinde gewählt worden.

Alternierend dazu wird im gegenüber liegenden niedersächsischen Schnackenburg gefeiert, „wo die Feier in den ungeraden Jahren ausgerichtet wird“, so der 76-jährige. „Nur einmal mussten wir es ausfallen lassen, aber nicht aus organisatorischen Gründen, sondern weil Hochwasser war!“

Die Löcknitztaler Blasmusikanten umrahmen die Feier zur deutschen Einheit an der Lütkenwischer Fährstelle. Quelle: Kerstin Beck

Wenn dieser Tage vom 1. bis zum 3. Oktober die Einheitsfeier ganz groß in Berlin am Brandenburger Tor mit einer Million erwarteten Besuchern begangen wird, wird hier am 2. Oktober ebenfalls gefeiert – zwar mit etwas weniger Gästen, aber immerhin das 13. Mal.

Lütkenwisch feiert die Einheit bereits das 13. Mal

Das Prozedere ist immer dasselbe: Um 18 Uhr beginnt am Lütkenwischer Ortsausgang ein Laternenumzug mit Musik in Richtung Fährstelle, und nach dem Anzünden des großen Lagerfeuers, welches inzwischen die Bezeichnung „Traditionsfeuer“ bekommen hat, hält das Dorfoberhaupt eine handgeschriebene Festansprache. Diesmal wird sich die Rede insbesondere an die jüngsten Teilnehmer wenden, „denn unsere Jugend soll die Erlebnisse, die wir Älteren an die DDR-Zeit haben, in die Zukunft transportieren!“

Inzwischen ist es ein "Traditionsfeuer" - das große Lagerfeuer, an dem sich die Gäste von hüben und drüben treffen. Quelle: Kerstin Beck

Anschließend ist mit den Gästen von der anderen Seite der Elbe, insbesondere aus Schnackenburg, ein geselliges Beisammensein, umrahmt von den Löcknitztaler Blasmusikanten, angesagt. Für Speis’ und Trank ist selbstverständlich gesorgt, „und die Fähre wird solange fahren, bis der letzte Gast aus Niedersachsen sich auf den Weg gemacht hat“, so Borchert.

Auch in Wootz in der Lenzer Wische gibt es eine Einheitsfeier. Die Mitarbeiterinnen der dortigen Kita hatten vor 30 Jahren die Idee „was für die Kinder zu machen“. Und hier läuft es umgekehrt: Beginnend an der historischen Fährstelle, die bereits vor Jahrhunderten die Dörfer Wootz und Gorleben miteinander verband, gibt es ab 19 Uhr einen Fackelumzug, zu dem jeder Interessierte eingeladen ist. Anschließend geht es zur „Sandkuhle“ neben dem Sportplatz, wo ebenfalls ein geselliges Beisammensein stattfindet.

Durch die Wische-Bewohner bekommt die Wootzer Einheitsfeier einen regen Zuspruch

„Vorbereitet wird die Feier immer durch unser altbewährtes Oktoberteam, welches auch für ein schönes Lagerfeuer sorgt“, so Irmtraud Mewes, die vor 30 Jahren bereits mit dabei war. „Und früher sind auch noch Gorlebener zu diesem Fest gekommen, das ist aber eingeschlafen und sehr schade“, erzählt die ehemalige Kita-Angestellte dazu.

Gemeinsamkeit aus Ost und West. Quelle: Kerstin Beck

Aber durch die Wische-Bewohner bekommt die Wootzer Einheitsfeier einen regen Zuspruch, „denn es gibt nicht nur frisch gezapftes Bier, sondern als lokale Spezialität einen „Bürgermeisterteller“ mit Gegrilltem und die Einnahmen werden einem hiesigen Verein gespendet. Und daran halten wir auch fest, weil es allen schmeckt“, verrät die 64-Jährige.

So wie der Lanzer Bürgermeister an der dortigen Feier festhält. „Denn wir haben hier viel erreicht, wir haben eine neue Straße von Lanz nach Lütkenwisch bekommen und wir haben die Fähre und seit wenigen Jahren auch einen Rufbus dahin!“ Aber das ist eine ganz, ganz andere, lange Geschichte voller Humor, Mutterwitz und letztlich verwalterischer Schlauheit. Wer sie erfahren möchte, ist zur Feier an der Lütkenwischer Fährstelle eingeladen – der Bürgermeister wird sie gern erzählen.

Von Kerstin Beck

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