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Feuer frei Richtung Pritzwalk

Schönhagen Feuer frei Richtung Pritzwalk

Was von der vorösterlichen Woche übrig blieb: Am Ende war das Feuer, nur in Pritzwalk nicht. Oder etwa doch?

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Die Rauchsäule stieg hoch und senkte sich dann wieder gen Pritzwalk.

Quelle: Atzenroth

Schönhagen. Das ist vielen Menschen ein brennendes Bedürfnis, so auch in diesem Jahr: Feuer an Feuer reihte sich von Dorf zu Dorf, wenn man am Donnerstagabend in der Prignitz zwischen Perleberg und Pritzwalk unterwegs war. Es war der erste Osterfeuerabend, und er wurde weidlich genutzt. Etwa in Spiegelhagen, wo das Feuer schon traditionell so groß ist, dass man es kilometerweit auch von B 189 aus sieht. Fuhr man weiter in Richtung Pritzwalk, so loderte auch bei Retzin ein ansehnliches Feuer. Und dann schließlich ein absolutes Highlight: Groß Pankow. An der roten Ampel stehend, schaute man und fuhr schließlich in eine dicke Rauchwolke hinein – unweit des Bahnhofs, so schien es, hatten sich die Menschen hier um das Feuer versammelt. Einzig Pritzwalk war feuerfrei – zum zweiten Mal nach-einander gab es hier nichts dergleichen, obwohl viele doch eigentlich danach dürsten.

Wie der Greifarm eines Aliens packte der Radlader das Holz und warf es ins Feuer

Wie der Greifarm eines Aliens packte der Radlader das Holz und warf es ins Feuer.

Quelle: Bernd Atzenroth

Oder etwa doch? Eine Rauchwolke senkte sich über die Stadt an der Dömnitz. Und wenn man sich über die B 103 der Kreuzung mit der L 111 nach Putlitz näherte, dann wurde es immer schwerer zu glauben, dass hier nicht doch jemand noch in der Stadt einen Haufen Holzschnitt aufgeschichtet und angezündet hat. Oder war es etwa wieder eine Feuerwehrübung wie am Abend zuvor in Heidelberg? Doch wer genau hinschaute, sah, dass sich die Wolke aus nordwestlicher Richtung über Pritzwalk legte. Also musste, wer sich auf die Spuren des Qualms machen wollte, Richtung Putlitz fahren. Sofort tauchte eine weitere, kleinere Rauchsäule über Hasenwinkel auf. Aber die große Rauchquelle kam aus Schönhagen. Von diesem Ortsteil aus wurde Pritzwalk über drei Kilometer also zugeräuchert, positiv betrachtet, um so auch der Kernstadt das Osterfeuerfeeling zu verabreichen – oder wie die berühmten bösen Zungen behaupten, um den Verantwortlichen in der Stadt den Allerwertesten heiß zu machen. Das ist irgendwie auch beides konsequent, denn eine Menge Brennholz, das in Pritzwalk nicht verbrannt werden konnte, landete dann in Schönhagen, wo man gleich zwei Osterfeuer hätte anzünden können. Denn dort waren zwei riesige Haufen aufgeschichtet worden. Jedoch durfte dummerweise nur einer davon angezündet werden. Was mit dem anderen werden sollte, stand zunächst in den Sternen.

Doch versteht man sich hier bei den Organisatoren von Kulturverein und Feuerwehr Schönhagen auf unbürokratische Lösungen: Als sich der erste Haufen langsam in Glut und dann in Asche verwandelt hatte, wurde kurzerhand ein Radlader organisiert, der nach und nach den zweiten Haufen abräumte und als Nachschub auf das noch glimmende Feuer kippte. Das minutenlange Spektakel heizte die Stimmung zusätzlich an.

Und am Ende stand dann noch, um es im Feuerwehrdeutsch zu sagen, eine weitere besondere Einsatzübung: Löschangriff nass, oral verabreicht.

Am Feuer und am Versorgungsstand vom Pritzwalker „Torwächter“ feierten mehr Leute, als in Schönhagen wohnen

Am Feuer und am Versorgungsstand vom Pritzwalker „Torwächter“ feierten mehr Leute, als in Schönhagen wohnen.

Quelle: Bernd Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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