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Prignitz Feuer in der Puppenstube
Lokales Prignitz Feuer in der Puppenstube
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00:19 21.09.2017
Wo hakt es beim Brandschutz in der Puppenstube? Die Feuerwehr beriet auf spielerische Weise. Quelle: Kerstin Beck
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Lenzen

Einen interessanten und aktionsreichen Nachmittag erlebten kleine und große Gäste am vergangenen Samstag im Lenzener Burggarten, in dem zum diesjährigen 12. Prignitzer Kinder- und Jugendtag eingeladen worden war. Lediglich vier Stunden dauerte das Geschehen, und die Zeit wurde von den Gästen gern genutzt, um sich bei Mitmachangeboten der zahlreichen Stände gemeinnütziger Einrichtungen der verschiedensten Art zu beteiligen.

So wartete der Gastgeber Burg Lenzen mit einem Storchenquiz auf, und bei einem BUND-Stand konnte man sich im Stelzenlaufen üben. Ein Wissensquiz über den menschlichen Körper war beim Verein „pro Familia Brandenburg“ auszufüllen, bei der Suchthilfe konnten sich die Kinder ihre eigenen Andenken an diesen Tag mit einem Brenneisen herstellen. Bei „EvaMigra“ aus Perleberg war sogar ein nicht ganz einfach zu bedienendes Geschicklichkeitsspiel aus Holz aufgebaut.

Zulauf beim kreativen Drucken

Besonderen Zulauf erhielt die Künstlerin Isolde Gorsboth aus Rühstädt, die mit einer Druckpresse auf dem Burggelände erschienen war. Doch statt Lettern gab es hier natürliche Vorlagen wie getrocknete Blätter, so dass jeder angehende Künstler mit Druckfarbe seine eigene Kreation schaffen durfte.

Als wohl lehrreichster Stand erwies sich ein Infomobil der Feuerwehr, an dem sich auch die Sparkasse Prignitz beteiligt hatte. Hier war eine Art Puppenhaus aufgebaut, „in dem wir lauter falsche Sachen, die nicht sein dürfen, reingelegt haben“, so der diensttuende Hauptbrandmeister. Doch ein pfiffiger Zehnjähriger erkannte die potenziellen Brandursachen sofort: „Im Kinderzimmer liegen Streichhölzer, das darf doch nicht sein, und im Büro brennt es unter dem Bügeleisen!“

Es fing gleich an zu qualmen

Natürlich fing alles sofort an, fast echt zu qualmen, und der Feuerwehrexperte erläuterte nunmehr die Bedeutung von Rauchmeldern, die inzwischen im Land Brandenburg in öffentlichen Gebäuden Pflicht sind und auch bald in allen Privatwohnungen installiert sein müssen.

Für die Erwachsenen war wohl der Wahl-O-Mat zum Aufkleben der große Anziehungspunkt. Hier konnte schon einmal abgestimmt werden: Für die Ausweitung der Videoüberwachung waren die Meinungen geteilt, bei den Themen Förderung der ökologischen Landwirtschaft sowie Förderung weiterer Projekte gegen Rechtsextremismus gab es einstimmig Zustimmung und bei der These, Deutschland solle zu einer nationalen Währung zurückkehren, nur Nein-Stimmen.

Zwei Gelegenheiten sind übrigens noch, das interaktive Wahl-Tool auszuprobieren: am 18. September in Zossen und einen Tag später in Frankfurt (Oder).

Jubel für die Hip-Hop-Gruppe

Und wohl alle Gäste wurden vom Bühnenprogramm in den Bann gezogen. So trat auch eine Hip-Hop-Gruppe auf, die besonders von jungen Flüchtlingen aus der Prignitz, die Gelegenheit bekommen hatten, per Bus zu diesem Ereignis anzureisen, bejubelt wurden.

Und manche von ihnen besuchten sogar die Lenzener Kirche. Hier hatte die Wittenberger Katechetin Martina Herms für einen Tag die ansonsten im Wittenberger Gemeindehaus momentan zu besichtigende Fotoausstellung „Kinder spielen überall“ aufgebaut. Und sogar hier gab es Aktionen: Es konnte im Taufbecken „geangelt“ und zwischen den Bänken Kuscheltiere gefunden werden.

Jessica Muhs vom Kreisjugendring, der den Nachmittag veranstaltet hatte, zog eine positive Bilanz des Nachmittages: „Es könnten immer mehr Besucher sein, aber diejenigen, die hergekommen sind, sind voll beschäftigt und haben Spaß, und das ist doch die Hauptsache!“

Von Kerstin Beck

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