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Prignitz Feuerwehr verhindert Doppel-Selbstmord
Lokales Prignitz Feuerwehr verhindert Doppel-Selbstmord
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06:45 28.05.2015
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Pritzwalk

Die Meldung auf der Internetseite der Pritzwalker Feuerwehr wirkt vor allem auch wegen ihrer Knappheit so drastisch: „Zwei Personen wollten in suizidaler Absicht von einem Hausdach springen. Vor Ort gelang es dem Rettungsdienst, dass die beiden sich besannen und zurück ins Haus und nach unten kamen. Die erste Einsatzkraft der Feuerwehr Pritzwalk meldete der Leitstelle den Einsatzabbruch für alle weiteren auf der Anfahrt befindlichen Feuerwehrkräfte.“

Mädchen als Dauerausreißer bekannt

Das Drama, das sich hinter diesen kurzen Worten verbirgt, ist dagegen schon viel älter. Und auch der Einsatz der Rettungskräfte ist nicht der erste, zu dem sie in eine Betreuungseinrichtung in die Freyensteiner Straße gerufen wurden. Die zwei 14-Jährigen, die an diesem Tag vom Dach des Hauses nach unten springen wollten, haben bereits eine regelrechte Heimkarriere hinter sich. Während das eine Mädchen berichtet, aus einer Familie zu stammen, in der ein Elternteil in einer Justizvollzugsanstalt einsitzt, erzählt die andere Jugendliche, dass sie auf Wunsch ihrer Eltern in der Betreuungseinrichtung lebe: „Die wollten mich nicht mehr.“ Beide wollen bereits seit geraumer Zeit entweder wieder nach Hause zurück oder aber wegen freundschaftlicher Kontakte in eine andere Jugendeinrichtung vermittelt werden. „Deshalb laufen wir immer weg“, berichteten die beiden, was unter anderem auch die Pritzwalker Polizei seit geraumer Zeit in Atem hält. „Stimmt, sie gelten bei uns als so genannte Dauerausreißer“, bestätigt eine Polizeisprecherin von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Eklat um die beiden 14-Jährigen

Am Mittwoch nun kam es zum Eklat in der Einrichtung: Erst kündigten die Mädchen ihren Selbstmord an, nach dem Suizidversuch sollten die beiden – entgegen der Auffassung des Jugendamtes – in den geschlossenen Teil der Psychiatrischen Klinik in Neuruppin überwiesen werden. Die dortigen Ärzte aber lehnten ihre Aufnahme schließlich ab, weil die Grundlage für eine pychiatrische Behandlung fehle. Die Mädchen würden nur ein wenig den Aufstand proben.

Danuta Schönhardt, zuständige Fachbereichsleiterin beim Landkreis Prignitz, weiß, dass die beiden Mädchen im Umgang nicht einfach sind. „Aber die beiden sind auch verzweifelt, weil keiner sie will, obwohl sie sich nur eine richtige Familie wünschen.“ Am Donnerstagvormittag will Danuta Schönhardt in der Betreuungseinrichtung an einer Krisensitzung teilnehmen.

Von Claudia Bihler

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