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Feuerwehrfrauen auf dem Vormarsch

Perleberg Feuerwehrfrauen auf dem Vormarsch

Frauen in der Feuerwehr sind trotz zahlreicher Vorurteile gar nicht mehr so selten wie vor Jahrzehnten. In der Perleberger Feuerwehr ist die Anzahl der Frauen derzeit steigend. Unter den taffen Feuerwehrfrauen ist seit gut einem halben Jahr Sonja Kurwinnus, die sich dazu entschieden hat Leben zu retten und der Bevölkerung zu helfen.

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Sonja Kurwinnus ist stolz darauf in der Perleberger Feuerwehr zu sein und freut sich auf viele weitere spannende Jahre.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. In unserer Gesellschaft gibt es für Frauen keine Grenzen, keine Beschränkungen, heißt es oft. Männer und Frauen sind gleichberechtigt, so steht es im Grundgesetz. Trotzdem gibt es immer noch Berufe, Hobbys und Aktivitäten, die eine regelrechte Männerdomäne sind. So auch bei der Feuerwehr. „Es heißt Feuerwehrmann und nicht Feuerwehrfrau“. „Frauen sind dafür nicht stark genug“ und „Männer müssen Leben retten“ sind oft Vorurteile und Einwendungen aus der Gesellschaft.

Bei der Perleberger Feuerwehr ist der Frauenanteil steigend. „Zur Zeit zählen wir fünf Kameradinnen in unserer Mannschaft“, sagt Wehrführer Christoph Passow. Darunter vier, die im Laufe des vergangenen Jahres dazu kamen oder aus der Jugendfeuerwehr zu den aktiven wechselten. „Jeder wird bei uns gleich behandelt. Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten.“ Die Arbeit wird geschätzt, ob Mann oder Frau. Jeder kann in der Perleberger Feuerwehr mitmachen.

In Perleberg dienen immer mehr Frauen in der Wehr

Unter den taffen Feuerwehrfrauen ist seit gut einem halben Jahr Sonja Kurwinnus, die sich dafür entschieden hat, Leben zu retten und der Bevölkerung zu helfen. „Durch Berichte in der Zeitung bin ich auf die Feuerwehr aufmerksam geworden. Ich habe viel über Brände und Unfälle in der Region gelesen“, erzählt Sonja. Sie findet es erstaunlich, wie schnell Hilfe vor Ort ist und wie viele freiwillige Feuerwehrkameraden jederzeit einsatzbereit sind. Was dahinter steckt, war ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. „Ich entschloss mich, zur Feuerwehr zu gehen. Die ersten Male war es nur, um einmal den Kameraden über die Schulter zu schauen. Ich war erstaunt über die Vielfalt und das große Wissen, was dahinter steckt. Das habe ich nicht erwartet“, so die Feuerwehrfrau. Doch sie blieb dabei und von Dienstabend zu Dienstabend lernt sie dazu. Inzwischen hat sich auch die anfängliche Aufregung gelegt, wie sie selbst verriet. Sie fühlt sich nun richtig angekommen und unter den Kameraden als Feuerwehrfrau aufgenommen. Vor wenigen Wochen hat sie erfolgreich die Grundausbildung mit der Prüfung zum Truppmann eins absolviert. Zu Einsätzen ging es bis dato noch nicht, das wird nun in geraumer Zeit ein nächster großer Schritt sein. „Ich bin nicht übermotiviert, sondern zu einhundert Prozent dabei. Jeder lernt von jedem, alle halten zusammen und stützten sich gegenseitig. Das macht die Feuerwehr aus.“

Leben retten ist eine große Aufgabe

Sonja selbst ist topfit. Macht in ihrer Freizeit viel Sport und ist in weiteren Vereinen aktiv tätig. Beruflich ist sie Krankenschwester. „Oft bin ich durch den Schichtdienst sehr eingespannt und kann leider nicht immer zu jedem Dienstabend kommen.“ Trotzdem nutzt sie jede Gelegenheit, ihr Wissen über die Feuerwehr weiter auszubauen. „Mein Ziel ist es natürlich, weiterhin an Fortbildungen teilzunehmen. Klar interessiert es mich auch, wie es sich unter Atemschutz anfühlt. Auch dafür bin ich bereit, solange es geht.“ Leben retten steht bei ihr an oberster Stelle. Doch warum wird Feuerwehr immer als Männersache abgetan?„Meiner Meinung nach ist das ein altes Klischee, das es immer noch in der Gesellschaft gibt“, sagt Elisa Schlosser, eine weitere Feuerwehrfrau in der Wehr. Sie selbst möchte Notfallsanitäterin werden. „Die Emanzipation entwickelt sich immer weiter, doch nicht das Denken der Bevölkerung.“ Erst die nächsten Generationen werden zeigen, ob sich daran etwas ändern wird. Doch wir können schon jetzt daran mitwirken, indem wir die Geschlechter gleichstellen. Menschen helfen, ob von Mann oder Frau, das spielt keine Rolle, das Helfen steht im Vordergrund.

Diese Meinung vertritt auch Annemarie Krohn, die ebenfalls seit Kurzem in der Feuerwehr aktiv ist und die Grundausbildung erfolgreich absolvierte. „Mein Ziel war es, etwas Sinnvolles mit der Freizeit anzufangen. Was bietet sich da mehr an als die Feuerwehr.“

Leben zu retten und Verantwortung zu tragen, ist eine große Aufgabe für die Freizeit – egal ob Mann oder Frau. Perleberg ist ein gutes Beispiel, dass Feuerwehr auch mit Frauen geht.

Von Marcus J. Pfeiffer

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