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Böse Überraschung für Feuerwehr

Nester mit lebenden Raupen im Feuer Böse Überraschung für Feuerwehr

Nichts Böses ahnend waren Feuerwehrleute aus Wittenberge auf ein Firmengelände gekommen, um brennenden Abfall zu löschen. Zu späte bemerkten sie, dass in einem Fass Nester mit noch lebenden Raupen des Eichenprozessionsspinners brannten. Ein Feuerwehrmann musste sofort ins Krankenhaus. Der vermeintlich harmlose Einsatz könnte nun weitere Folgen haben.

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Die Wittenberger Feuerwehrleute ahnten nichts Böses, als sie das brennende Fass löschten. Doch in seinem Inneren lauerte eine Gefahr für die Gesundheit ...

Quelle: Feuerwehr

Wittenberge. Es sah aus wie ein wenig spektakulärer Routineeinsatz: Doch bei Löscharbeiten auf dem Gelände einer Firma im Bent­wischer Weg in Wittenberge erlitt ein Feuerwehrmann schwere Hautreizungen. „Offenbar waren in einem Stahlfass Nester des Eichenprozessionsspinners verbrannt worden“, sagte Norman Rauth, bei der Feuerwehr Wittenberge für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Feuerwehrleute waren am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr zum Firmengelände im den Bentwischer Weg geschickt worden, weil dort laut erster Meldung „Abfall in einem großen Container“ brennen sollte. Beim Eintreffen der zehn Feuerwehrleute stellte sich die Lage etwas anders dar. „Unrat brannte in einem Fass“, wie sich herausstellte. Allerdings hatte dieser Brandherd es in sich. hieß. Die Flammen waren zwar schnell gelöscht, aber was die Feuerwehrleute in der noch rauchenden Tonne sahen, kam ihnen mehr als komisch vor.

Feuerwehrmann hat stark juckende Pusteln

„Es war eine zähe Masse, in der sich teilweise noch etwas bewegte“, schildert Norman Rauth den Anblick, der sich den Einsatzkräften bot. Das, was sich bewegte waren offenbar noch lebende Raupen des Eichenprozessionsspinners. Doch damit nicht genug. Einer der Feuerwehrleute, die den Brand gelöscht hatten, musste sich ins Krankenhaus nach Perleberg begeben, weil er am ganzen Körper stark gerötete, juckende Pusteln hatte. Die Ärzte bestätigten die Diagnose Eichenprozessionsspinner. „Ob noch mehr Symptome auftreten oder weiterer Feuerwehrleute betroffen sind, lässt sich mit Sicherheit erst in drei Wochen sagen“, schätzet Norman Rauth ein.

Uniformen müssen aufwendig gereinigt werden

Wegen der Gefahr, die von den Nesselhärchen der Raupen ausgeht, müssen sämtliche Uniformen der am Einsatz beteiligten Feuerwehrleute aufwendig im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises in Perleberg gereinigt werden. Das ist schon deswegen keine leichte Aufgabe, weil die Feuerwehruniformen besonders imprägniert sind. Diese Schutzschicht soll durch die Reinigung einerseits nicht zerstört werden, andererseits gelten die Nesselhaare des Eichenprozessionsspinners als extrem haftend und in ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung über mehrere Jahre haltbar.

Das Wittenberger Unternehmen befasst sich im Auftrag verschiedener Institutionen damit, Nester des Eichenprozessionsspinners aus Baumkronen von Eichen abzusaugen, um die Belastung für die Menschen zu verringern.

Raupenreste in speziellen Anlagen verbrennen

„Biogefährliche“ Abfälle wie die hautreizenden Raupenreste des Eichenprozessionsspinners müssen normalerweise in eigens dafür vorgesehenen Verbrennungsanlagen beseitigt werden. „Ein Stahlfass ist definitiv keine spezielle Entsorgungsanlage“, sagte Norman Rauth. Die Feuerwehrführung prüft derzeit, ob Anzeige wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung erstattet wird. Die Nesselhaare des Spinners können auch Atembeschwerden und schwere Allergien hervorrufen.

Von Andreas König

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