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Prignitz Feuerwehrübung beim Dorffest
Lokales Prignitz Feuerwehrübung beim Dorffest
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18:54 20.08.2016
Der Topf ist bereits verbrannt, und noch steht Philipp Holzmann in Flammen – aber nicht mehr lange. Quelle: FotoS (2): Atzenroth
Kemnitz

„Brennt Philipp heute?“ Die bange Frage einer Kemnitzerin wurde beim Dorffest am Samstagnachmittag schnell beantwortet. Während im Festzelt gerade das reichhaltige Buffet mit selbst gebackenem Kuchen eröffnet wurde und die Kinder auf der Hüpfburg sprangen und an einem Mini-Teich Plastikenten angelten, schien vor dem Zelt Philipp Holzmann kurz danach in Flammen aufzugehen und zum Opfer eines Fettbrands zu werden – der Topf auf der Herdplatte vor ihm war wohl angebrannt, auch wenn Ortswehrführer Mario Bock noch ein klein bisschen nachgeholfen hatte. Doch die Kemnitzer Brandschützer hatten hier alles im Griff. Philipp Holzmann trotze den Flammen, die schnell bis zu 800 Grad heiß werden können, und musste nicht einmal seine Kleidung wechseln.

Im Ort hat man Philipp Holzmann liebgewonnen, die Feuerwehr ist nicht immer glücklich über den 1,82 Meter großen Unglücksraben, den sie ständig bei Übungen aus Brandherden, Unfallautos oder anderem befreien und durch die Gegend schleppen müssen. Immerhin: Philipp hat abgespeckt und wiegt statt einst 85 nur noch 75 Kilogramm. „Die Eisenplatten am Bauch haben wir abgenommen“, sagt dazu sein „Schöpfer“ Thomas Siegfried, seines Zeichens nicht nur Ortsvorsteher, sondern auch Gerätewart und Ausbilder bei der Kemnitzer Wehr. Er hatte zu Übungszwecke einen eigenen Dummy für seine Brandschützer gebaut, der seit 2012 gerade aufgrund seiner Unbeweglichkeit sehr gut zur Ausbildung der Feuerwehrleute taugt. Irgendwann hatte der Dummy den Namen Philipp Holzmann weg. In den Ortswehren ist er einmalig – lediglich die Pritzwalker Stadtwehr hat ein Original-Dummy. Einen selbstgebauten Übungsmenschen besitzt aber niemand weit und breit.

Bock und Siegfried freuen sich darüber, dass es in Kemnitz immerhin zehn bis zwölf aktive Feuerwehrleute gibt, die auch alle gut ausgebildet sind – alleine sechs von ihnen sind im Tragen von Atemschutzgeräten geübt. Trotzdem sind es natürlich wie überall immer noch zu wenige Brandschützer, so dass man mit der Nachbarwehr aus Boddin (Gemeinde Groß Pankow) kooperiert. „Wir hatten schon Einsätze zusammen, und darum üben wir auch gemeinsam“, erklärt Mario Bock. Die Boddiner Wehr stellte auch beim Dorffest ihr modernes Löschfahrzeug vor. Ähnliches würden sich die Kemnitzer auch gerne wünschen, aber im Moment ist das wirklich ein Wunschtraum. Dabei unterstützt die Stadt Pritzwalk die Kemnitzer, wo es nur geht. Eine eigene Jugendwehr haben die Kemnitzer nicht – sie schicken ihre Kinder dafür nach Beveringen, wo auch der Brandschützernachwuchs aus anderen Orten wie Alt Krüssow mitmacht. Werbung in eigener Sache wollten sie trotzdem machen auf dem Dorffest und außerdem zeigen, wie gefährlich ein Fettbrand werden kann. Das feuerwehrtechnische Zentrum hatte zudem drei Feuerlöscher zur Verfügung gestellt, deren Handhabung man ausprobieren konnte.

Von Bernd Atzenroth

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