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Filmstudenten drehen im Plattenbau

Pritzwalk Filmstudenten drehen im Plattenbau

Filmstudenten der Filmuniversität Potsdam richten sich derzeit eine Pritzwalker Plattenbauwohnung für den Dreh eines Films ein. In dem 15-minütigen Streifen geht es um einen Mann, der nach dem morgendlichen Duschen ausrutscht und sich nicht mehr bewegen kann. Acht bis neun Tage sollen die Arbeiten dauern.

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Studenten der Filmuniversität Babelsberg drehen einen Kurzfilm in Pritzwalk. Am 7. März sahen sie sich den künftigen Drehort, eine Neubauwohnung am Meyenburger Tor in Pritzwalk an (v. l.): Fridolin Lehmann, Judith Prollius, Alicia Ohntrup und Loni Eichien.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Ein kurzer Film, der die ganz großen Fragen behandelt: Das haben sich Studenten der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg auf die Fahnen geschrieben. Entstehen wird der Film in einer Plattenbauwohnung in Pritzwalk. Die jungen Filmschaffenden sehen sich in dieser Woche bereits die Drehorte an, kümmern sich um Übernachtungsmöglichkeiten, Requisiten und vieles mehr.

„Das wird unser Zweitjahresfilm“, erklärt Fridolin Lehmann. Der 26-jährige leitet die Produktion des Films und bereitet sich damit auf sein Berufsleben vor. Denn Fridolin Lehmann studiert Film und Fernsehproduktion. „An der Filmuniversität Babelsberg“, werden alle Studienrichtungen angeboten, die in der modernen Filmproduktion nötig sind“, sagt Fridolin Lehmann.

Kampf ums Überleben

Bei dem Film, der eine Länge von 15 Minuten haben soll, führt Ali Tamim die Regie. Der Film handelt von einem alten Mann, dem das Schlimmste passiert, was einem Menschen passieren kann“, heißt es in der Kurzbeschreibung „Synopsis“ des Films. „Nach seiner morgendlichen Dusche rutscht er aus, stürzt und bricht sich zwei Wirbel in der Wirbelsäule. Er ist brustabwärts gelähmt.“ Der Protagonist kann lediglich seine Arme bewegen. Ohne jede Hilfe führt er einen verzweifelten Kampf ums Überleben.

„Der Film ist als Kammerspiel angelegt. Das heißt, nahezu die gesamte Handlung spielt sich in der Wohnung des Mannes ab“, sagt Fridolin Lehmann. Das es sich um eine Plattenbauwohnung handeln sollte, war klar, und daran herrscht ja in Berlin-Brandenburg kein Mangel. Wie aber ist das Drehteam auf Pritz­walk gekommen. „Wir haben mit vielen Vermietern gesprochen, aber die Wohnungsbaugenossenschaft Pritzwalk hat sich sehr entgegenkommend gezeigt“, sagt der Produktionsleiter. Den studentischen Filmleuten stehen drei Wohnungen in einem Neubaublock in Pritzwalk-Nord zur Verfügung. In der Wohnung des eigentlichen Drehs dürfen die Studenten zum Beispiel eine Wand herausbrechen, weil das für die gewünschten Aufnahmen notwendig ist. „Und auch sonst hilft man uns in Pritzwalk, wo es nur geht. So etwas kennen wir aus Berlin gar nicht“, schwärmt Fridolin Lehmann.

Authentisches Mobiliar aus den 70er Jahren

Gemeinsam mit Judith Prollius, Alicia Ohntrup und Loni Eichien, die als angehende Szenografinnen für die Ausstattung, Kulisse und Requisiten verantwortlich zeichnen, besichtigt Fridolin Lehmann die Plattenbauwohnung. Sie steht seit einiger Zeit leer, doch das soll sich natürlich für den Film ändern. „Wir wollen die Wohnung in jedem Fall im Stil der 1970er Jahre der DDR einrichten“, verrät der Produktionsleiter. Wer authentische Möbel, Dekorationsgegenstände oder ähnliches zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich bei ihm zu melden. Gedreht werden soll dann ab 3. April, wobei inklusive Vor- und Nachbereitung acht bis neun Tage veranschlagt werden.

Die Hauptrolle ist noch nicht besetzt, den Studenten schwebt vor, einen namhaften Schauspieler zu gewinnen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Studentenfilm Preise bei Filmfestivals erhält. Denn dieses Podium ist fürs Erste die naheliegende Form der „Auswertung“, wie es in der Fachsprache heißt. Einen endgültigen Titel hat das Werk ebenfalls noch nicht. „Der Arbeitstitel lautet ’Der Alte’“, sagt Fridolin Lehmann. „Aber dieser Titel ist wegen der Krimiserie mit andere Assoziationen besetzt.“

Die jungen Leute benötigen vielfältige Hilfe. Zwar haben sie ein Budget von 3500 Euro zur Verfügung, doch damit kommt man bei einer Filmproduktion nicht weit.

Wer Einrichtungs- und Alltagsgegenstände aus den 1970er Jahren besitzt, kann sich an das Team wenden unter Fridolin Lehmann Fridolin.Lehmann@Filmuniversität.de

Von Andreas König

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