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Prignitz Großes Finale der Lotte-Lehmann-Akademie
Lokales Prignitz Großes Finale der Lotte-Lehmann-Akademie
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00:20 15.08.2018
Sangen im Gran Finale mit (v.l.n.r.): Anisa Kureishi, Maximilian Klakow, Beatrice Fanetti, Claudia Lepe, Christian Reyes und Diatra Zuleika. Quelle: Jens Wegner
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Perleberg

Das Beste kommt zum Schluss: Eine ohnehin schon in diesem Jahr großartige Lotte-Lehmann-Akademie fand am Freitag einen überaus würdigen Abschluss. Es ist kaum vermessen zu sagen, dass es das beste Gran Finale seit Jahren war – und das will angesichts der eigentlich immer hohen Qualität etwas heißen.

Großartige Stimmen, mimisches Talent und eine wunderbare Inszenierung – das Gran Finale der Lotte-Lehmann-Akademie 2018 bot alles, was man sich davon erhoffen konnte. Hier ein paar Szenen eines Abends, den niemand so schnell vergessen dürfte, der dabei war.

Da sind natürlich die großartigen Stimmen der Sängerinnen und Sänger – es gab niemanden, der im Vergleich zu den anderen auch nur etwas abfiel – vielleicht ragte die grandiose russische Sängerin Ekaterina Zhuravleva noch etwas heraus. Auffällig war in diesem Jahr, dass weit mehr gute Männerstimmen in allen Stimmlagen zu hören waren als etwa im vergangenen Jahr. Dadurch ließ sich das Programm auch etwas variabler gestalten.

„Die Liebe ist der schönste Tod“

Da war diesmal auch eine sehr stimmige Bühneninszenierung, der die Regisseurin Nina Kühner ihren Stempel aufgedrückt hat. Der Titel „Die Liebe ist der schönste Tod“ versprach bereits die gesamte Bandbreite der großen Gefühle.

Alle Akteure waren ständig auf der Bühne, der Fokus verschob sich immer nur von einem Sänger zur nächsten Sängerin oder zum folgenden Duett, während alle anderen gestisch fast teilnahmslos drumherum agierten. Ständige Konzentration war da gefordert. Die Sängerinnen und Sänger zogen das Konzept stringent durch – nicht einmal angesichts des Applauses für die einzelnen Darbietung verließen sie ihren mimischen Rahmen.

Die Inszenierung begann, wie im Vorjahr auch schon, vor der eigentlichen Aufführung. Da saß der aus Meyenburg stammende Sänger Maximilian Klakow, der mit schwarz geschminkten Augen den Tod verkörpern sollte, schon die ganze Zeit am Bühnenrand und agierte im Hintergrund, als Bürgermeisterin Annett Jura, der Potsdamer Staatskanzleichef Martin Gorholt sowie Angelo Raciti, künstlerischer Leiter der Lotte-Lehmann-Akademie, ihre Begrüßungsworte sprachen.

Und dann war da ein wieder einmal meisterhafter Scott Curry, der den ganzen Abend die Sängerinnen und Sänger einfühlsam am Flügel begleitete.

Unglaubliche Entwicklung der Teilnehmer

Begeisternd die unglaubliche Entwicklung der Akademie-Teilnehmer – wer sie bei den ersten Konzerten erlebt und sich dabei schon von den vielen Talenten begeistern lassen hat, erkennt in Sachen Präsenz, Stimmeinsatz und auch Selbstbewusstsein im Auftreten bei dem ein oder anderen noch einmal eine deutliche Steigerung.

Beispielhaft dafür sind der Bassbariton Christian Reyes und Claudia Lepe beide aus Chile. Reyes und die ebenfalls großartige Ingrid Leyton stellten den Schiffer Michele und seine Frau Giorgetta in Giacomo Puccinis Oper „Il tabarro“, zu deutsch der Mantel, dar. Die Handlung könnte nicht besser dem Thema der Inszenierung entsprechen: Nach dem Tod des gemeinsamen Kindes hat Giorgetta eine Beziehung zu Luigi aufgenommen, dargestellt von Ricardo Galvez, Tenor mit Latino-Schmacht-Potenzial. Als Michele dahinter kommt, bringt er ihn um. Der 14 Minuten lange Part aus der 1918 uraufgeführten Oper war ein absoluter Höhepunkt des gesamten Abends, getoppt vielleicht nur von den beiden Darbietungen, die alle Akteure gemeinsam darbrachten.

Ricardo Galvez und Anisa Kureishi bei einem dramatischen Duett. Quelle: Jens Wegner

Am Schluss gab es dann nicht nur stehenden Applaus, sondern aus Anlass der zehnten Akademie Dankespreise an Steve Hausmann, André Wormstädt, Bernhard von Barsewisch und Kurt Treger für ihre jahrelange Unterstützung der Akademie.

Einer konnte diesmal wegen seiner temporären Stimmbandlähmung nicht viel sprechen. Doch Angelo Raciti war es wichtig, noch einmal zu erklären, was ihn selbst zu all dem motiviert: „Diese Kunstform ist 400 Jahre alt, aber für mich ist Oper immer wieder ein Wunder.“ Und nichts Abgehobenes, sondern mitten aus dem Leben gegriffen.

Nun geht es gleich weiter, denn der Abschluss der Akademie ist zugleich der Auftakt für die Lotte-Lehmann-Woche, die es mittlerweile seit 20 Jahren gibt.

Von Bernd Atzenroth

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