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Firma will Solarpark an der Bahnlinie bauen

Meyenburg Firma will Solarpark an der Bahnlinie bauen

Die Investorfirma Enerparc möchte Solarmodule östlich der Bahnlinie zwischen Penzlin-Süd und Bergsoll errichten. Die Meyenburger, auf deren Gemarkung die Flächen liegen, reagieren eher zurückhaltend auf das Ansinnen. Insgesamt ist die große Euphorie in Sachen Photovoltaikanlagen zurückgegangen.

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Östlich der Trasse (hier rechts) zwischen Penzlin-Süd und Bergsoll soll der Solarpark entstehen, wenn die Meyenburger zustimmen.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Lange war es ruhig um das Thema Solaranlage an Bahnstrecken. Jetzt stellte sich in Meyenburg ein Investor vor, der eine Fläche an der Bahnlinie zwischen dem Gemeindeteil Bergsoll und Penzlin-Süd bebauen will. Entschieden ist aber noch nichts: Der Bau- und Wirtschaftsausschuss, dessen Mitgliedern Vertreter der Firma Enerparc das Projekt vorstellten, will noch einmal detaillierte Informationen zu dem Projekt, berichtete Meyenburgs Bauamtsleiterin Uta Nebert. „Die Hauptfrage war: Was hat die Stadt davon?“

Vorgesehen ist, in der Gemarkung Meyenburg eine etwa 13 Hektar große Fläche mit Solarmodulen zu belegen. „Das Gebiet läge östlich der Bahnschienen zwischen Berg­soll und Penzlin-Süd“, erläuterte die Bauamtsleiterin. Der Ertrag der Anlage soll bei zehn Megawatt peak liegen. Gebaut werden solle so schnell wie möglich. Enerparc möchte das Ok der Kommune für die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens, damit sich das Unternehmen im Ausschreibungsverfahren über die Bundesnetzagentur mit der Fläche bewerben kann. „Das können sie erst, wenn es einen Aufstellungsbeschluss gibt“, erklärt die Bauamtsleiterin. Doch das sei letztlich die Entscheidung der Stadtverordneten.

Schon einmal Anlagen an der Bahn geplant

Das ist bei der Solaranlage in der Kiesgrube Meyenburg im Norden der Stadt genauso gewesen, die im Januar planmäßig ans Netz ging. Wobei der Investor hier das Glück hatte, dass der Aufstellungsbeschluss von der Stadtverordnetenversammlung bereits einige Jahre zuvor gefasst worden war. Damals war noch eine andere Firma am Bau der Anlage interessiert gewesen, sprang dann aber ab. Dank dieser Umstände konnten die nötigen Planungsverfahren ungewöhnlich schnell abgewickelt werden.

Die Firma Gehrlicher Solar hatte bereits 2012 mehrere Photovoltaikanlagen entlang verschiedener Bahnstrecken geplant. So sollte eine etwa elf Hektar große Solarfläche an der Bahnlinie nahe dem Halenbeck-Rohlsdorfer Ortsteil Brügge entstehen.

Die Zeit der großen Solarparks ist vorbei

Für Photovoltaikanlagen ab einer Größe von 750 Kilowatt werden ab 2017 im Rahmen des reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) über die Bundesnetzagentur jährlich 600 Megawatt (MW) ausgeschrieben. Die Investorfirmen können sich zu den jeweiligen Terminen mit ihren Projekten bewerben. Insgesamt ist für Photovoltaik ein Ausbaukorridor von 2500 MW pro Jahr das Ziel, informiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seiner Internetseite. Als Gebotsmenge gilt die Stromleistung, die eine Anlage produzieren soll.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jännersdorfer Heide im Norden des Amtes Meyenburg ist in den vergangenen Jahren eine der größten Photovoltaikanlagen Deutschlands entstanden. Die Berliner Firma Parabel ließ auf dem ehemals munitionsverseuchten Gelände den 90 Hektar großen „Solarpark Jännersdorf“ bauen, der gut 40 MW liefern kann. Parabel ließ auf eigene Kosten über 30 Kilometer eine Trasse verlegen, damit der Strom bei Falkenhagen ins Umspannwerk eingespeist werden kann. Der Solarpark Krempendorf wurde aufgrund der geänderten Förderbedingungen im EEG für Photovolatikanlagen dann nur noch im ersten Bauabschnitt errichtet. Immerhin wurden dafür noch einmal auf 33 Hektar Module mit einer Leistung von 24 MW errichtet.

Ein Solarpark sollte nach den Vorstellungen des Unternehmens entlang der Bahnstrecke zwischen Pritzwalk und Kuhbier entstehen, der andere zwischen Pritzwalk und Falkenhagen. Diese beiden sollten – im zweiten Anlauf hatte das Unternehmen den Umfang etwas reduziert – etwa 25 Hektar groß werden. Bis heute ist aus den Projekten aber nichts geworden. Die Vertreter waren damals sehr hartnäckig vorgegangen. Das kam bei den Prignitzern vielleicht nicht so gut an.

In Pritzwalk hatte es großen Widerstand im Stadtparlament gegeben, an der Bahnlinie bei Meyenburg war die Firma nicht an die nötigen Flächen herangekommen. Dort hatte sich die komplette Mitgliederversammlung der von dem Projekt betroffenen Agrargenossenschaft Meyenburg gegen die Solaranlagen ausgesprochen. Den Bau der Solaranlagen betrachteten sie als „Eingriff in die Produktionsabläufe“. Der Boden sei überdies „der beste in ganz Meyenburg“, hieß es. In Pritz­walk spielten in der damaligen Debatte auch touristische Aspekte eine Rolle. Die Firma Gehrlicher Solar setzte am Ende ein Großprojekt bei Perleberg um: Auf dem dortigen ehemaligen Militärflugplatz stehen auf gut 60 Hektar Solarmodule.

Meyenburger wollen noch einmal beraten

Die Meyenburger wollen sich nun erneut mit dem möglichen Neubau der Solaranlage an der Eisenbahn beschäftigen. Dafür soll die Investorfirma noch Informationen liefern: Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Verlauf der Kabeltrasse, Steuereinnahmen für die Stadt. „Das ist ja kein so positives Argument mehr, da in den ersten Jahren eigentlich keine Steuern fließen.“, erläuterte Bauamtsleiterin Nebert.

Da die nächsten Beratungen des Bau- und Wirtschaftsausschusses erst für den Frühsommer angesetzt sind, dürfte die Firma Enerparc auch den nächsten Ausschreibungstermin der Bundesnetzagentur verpassen.

Von Beate Vogel

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