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Prignitz Fischen fürs Forschen
Lokales Prignitz Fischen fürs Forschen
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00:18 31.10.2016
Das Team vom Institut für Binnenfischerei kontrolliert aktuell wieder die Stepenitz. Quelle: Wolfram Hennies
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Perleberg

Auch in diesem Jahr sind seit Anfang Oktober jeden Freitag Robert Wolf und Robert Frenzel vom Potsdamer Institut für Binnenfischerei mit einem Boot auf der Stepenitz in Perleberg zwischen Wittenberger Torbrücke, Jungfernbrücke und Ziegelhofbrücke unterwegs. Sie fangen dort mit Hilfe eines Elektrobetäubungsgerätes Fische, haben es aber nicht auf Exemplare für die Pfanne abgesehen. Ihr Interesse gilt zwei Fischarten: dem Lachs und der Meerforelle. Das Fischen dauert bis kurz vor Weihnachten, denn die Männer wollen herausfinden, ob und wie viele Tiere zum Laichen in die Stepenitz zurückkehren.

Niedriger Wasserstand behindert die Arbeit

1999 wurden in die Stepenitz erstmals 50 000 Junglachse und 10 000 junge Meerforellen eingesetzt, um mit dem Programm Elb­lachs 2000 wieder Lachs- und Meerforellenbestände aufzubauen. 2002 waren die ersten geschlechtsreifen Lachse und Meerforellen in der Stepenitz. „Die größte Chance, rückkehrende Lachse zu beobachten, liegt zwischen Mitte November und Mitte Dezember. Ein idealer Platz dafür ist hier in Perleberg“, sagt Wolf. In diesem Jahr sind die Fänge aber bescheiden, letzten Freitag ein Lachs, an diesem Freitag eine Meeresforelle. „Der Grund ist der niedrige Wasserstand in den Flüssen, es war zu warm und es fehlte der Regen“, erläuterte Wolf.

Viele Rückkehrer gesichtet

Die Besonderheit der Stepenitz besteht nicht nur in der Sauberkeit des Wassers, sondern in ihrem Strukturreichtum. Sie ist meist unbegradigt und fließt in Mäandern, hat Kiesbänke und Totholz, die Ufer sind gehölzbestanden – all das lieben die Fische. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts standen Lachse und Meerforellen auf den Speisezetteln der Prignitzer. Seit rund 50 Jahren galten sie in Brandenburg als ausgestorben. Wehre verhinderten die Wanderung über die Elbe ins Meer und zurück in die Laichgewässer, die Wasserqualität der Elbe tat ihr Übriges. Mittlerweile sind viele zurückkehrende Laichfische gesichtet worden, der Fortpflanzungszyklus kann offenbar wieder geschlossen werden.

Von Wolfram Hennies

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