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Fleißige Kürbisschnitzer zu Halloween

Triglitz in der Prignitz Fleißige Kürbisschnitzer zu Halloween

Für Ute Weiland und ihre beiden Kinder gibt es zu Halloween nichts Schöneres, als Kürbissen ein gruseliges Aussehen zu geben. Sie sind am Samstag auf dem Hof der Familie in Triglitz (Prignitz) zu sehen.

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In der Kürbisschnitzerei: Leonie, Niklas und Ute Weiland in Aktion.

Quelle: Michael Beeskow

Triglitz. Dass es viel Arbeit ist, davon merken die Triglitzer Kürbisschnitzer nichts. Ute Weiland, deren Sohn Niklas (10) und ihre Tochter Leonie (13) sind mit solcher Begeisterung bei der Sache, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen können, als Kürbissen ein Gesicht zu geben. Nur gruslig oder zumindest gespenstisch müssen die geschnitzten Bilder sein, eben so richtig passend zu Halloween.

John Travolta, Marilyn Monroe und die Medusa

Von Jahr zu Jahr haben sich die drei Schnitzer gesteigert. Als sie 2009 begannen, da waren Niklas und Leonie schon mit Auge, Nase, Mund zufrieden. Die Formen, die sie heute aus den Kürbissen hervorzaubern, sind äußerst filigran; ein Gespensterschiff mit Totenkopf und geblähten Segeln; John Travolta ohne Kopf, Marilyn Monroe als Hexe und das furchterregende Haupt der Medusa, aus dem statt Haaren ein Gewirr von Schlangen wächst.

Die Anregungen holt sich Ute Weiland aus der amerikanischen Zeitschrift „Pumkin Masters“, dem wohl führenden Blatt in Sachen Halloween. „Es besteht eine große Auswahl an Vorlagen“, sagt Ute Weiland.

Sägen und Messer aus den USA

Die Strukturen sind so fein, dass sie mit einem normalen Messer nicht mehr zu schnitzen sind. Inzwischen sind Ute Weiland und ihre Kinder mit kleinen Sägen und professionellen Kürbisschnitzmessern ausgerüstet. „Aber es ist ein Problem, diese Werkzeuge zu bestellen“, berichtet die Kürbis-Künstlerin. In Deutschland hat sie keinen Anbieter gefunden, so musste sie sich Sägen und Messer aus den USA schicken lassen.

Es sind so etwa 20 Kürbisse, die die drei Schnitzer gestalten. Die Früchte werden im eigenen Garten angebaut. „In diesem Jahr sind sie aber ziemlich klein“, bedauert Ute Weiland. Warum, das kann sie sich nicht erklären. Einzelne Kürbisse bekommt sie auch geschenkt oder sie kauft sie dazu.

Kürbisrekord in Pritzwalk: 763 Kilogramm

Im Keller liegt noch ein Riesenkürbis, schätzungsweise 100 Kilogramm schwer. „Drei Männer mussten ihn auf einer Trage transportieren“, erklärt Ute Weiland. Er ist ein Nachkomme aus der Riesenkürbiszucht der Pritzwalker Gärtnerei Lüders, die auch in diesem Jahr mit 763 Kilogramm den schwersten Kürbis in Brandenburg auf die Waage brachte. So gesehen ist der 100-Kilogramm-Kürbis ein Winzling. Auf jeden Fall stellt er aber eine besondere Herausforderung für Ute Weiland dar. Sie überlegt noch, wie sie ihn gestaltet: „Vielleicht einen kotzenden Kürbis, der sein Innerstes erbricht.“

Zombies, Nonnen und Skelette – Hauptsache blutig

Auf dem Hof von Ute Weiland und Mario Paap (der Familienvater ist vom Halloween-Fieber nicht ganz so angetan) können die Besucher heute Nachmittag die Kürbis-Kunstwerke bestaunen. Bei Anbruch der Dunkelheit werden die Lichter in den Kürbissen angesteckt, erst dann kommen sie richtig zur Geltung. „Seit drei Jahren feiern wir bei uns Halloween“, sagt Ute Weiland. Der Hof wird geschmückt. Es gibt Skelette und Särge. Die Besucher kommen in Kostümen. Zombies und Nonnen bevölkern den Hof. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Heute muss es für manche ja schon richtig blutig sein, um sich zu gruseln“, erzählt Ute Weiland. Eine einfache Hexe, das reicht nicht mehr.

Glühwein am Lagerfeuer

Auch in der Familie gehen die Ansichten auseinander. Leonie mag es schon etwas blutiger, während Niklas dies weniger mag. „Doch wir achten schon darauf, dass kleine Kinder nicht erschreckt werden“, sagt Ute Weiland. Auf dem Hof wird gegrillt, es gibt Glühwein, die Kinder backen Stockbrot am Lagerfeuer. Anfänglich kamen ein paar Nachbarn. Inzwischen findet sich das halbe Dorf ein.

Von Michael Beeskow

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