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Prignitz Flüchtlingszahl im Landkreis stagnieren
Lokales Prignitz Flüchtlingszahl im Landkreis stagnieren
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18:48 07.12.2016
Christian Müller, Erster Beigeordneter in der Prignitz. Quelle: Beate Vogel
Perleberg

606 Flüchtlinge sollten im Landkreis Prignitz nach den Vorgaben im Jahr 2016 aufgenommen werden – tatsächlich aufgenommen wurden bislang 615 Flüchtlinge, zumindest nach dem Stand vom August 2016. Zum Vergleich: Das Soll für das ganze Land Brandenburg liegt bei etwa 19 000 Geflüchteten. 3,6 Prozent davon werden nach einem festen Schlüssel auf den Landkreis Prignitz verteilt. Insgesamt ist die Anzahl der gestellten Asylanträge in einem Zeitraum von Januar bis August nach der Schließung der Balkanroute und dem Abschluss des EU-Türkei-Abkommens deutlich rückläufig. Während bundesweit die Flüchtlinge vor allem aus Syrien, Afghanistan und Irak kommen, spielen in der Prignitz auch Flüchtlinge aus der russischen Föderation eine Rolle.

Das alles geht aus einer Mitteilung von Christian Müller, Erster Beigeordneter des Prignitzer Landrats, zur Unterbringung von Asylsuchenden hervor, die am Donnerstag den Prignitzer Kreistag passieren wird, der um 17 Uhr im Haus 1 des Perleberger Gymnasiums tagt. Derzeit erhalten im Landkreis Prignitz dieser Mitteilung zufolge insgesamt 820 Asylbewerber Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Darunter befinden sich 491 Männer und 329 Frauen. In den Familien leben insgesamt 313 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Bis zum 31. Oktober sind in diesem Jahr 136 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Prignitz aufgenommen worden. Sie sind in der Regel 16 oder 17 Jahre alt.

„Betreuung durch die Awo

Momentan werden die Asylsuchenden im Landkreis Prignitz wie schon in den vergangenen Jahren ausschließlich in Wohneinheiten untergebracht. Insgesamt wurden bisher im gesamten Landkreis 423 Wohnungen sowie die Gemeinschaftsunterkunft in der Wahrenberger Straße 43 in Wittenberge angemietet. Aufgrund der aktuell stagnierenden Flüchtlingssituation werden die ersten Wohnungen derzeit aber wieder aufgelöst. Die Flüchtlinge werden auch, etwa im Bereich Pritzwalk, jetzt mehr in den Städten konzentriert. Besonders konzentriert sind die Flüchtlinge in Perleberg, wo es 31 auf 1000 Einwohner sind. In Wittenberge sind es 18 auf 1000 Einwohner, Pritzwalk liegt mit 14 auf 1000 im Mittelfeld.

Laut Christian Müller gab es bislang 2016 keine zwangsweise Aufenthaltsbeendigung. Die Abschiebeverfügungen, die jetzt mehrere der in Wolfshagen bei der Drahtverarbeitung arbeitenden Pakistaner und wahrscheinlich auch andere erhalten, sind in dieser Statistik nicht inbegriffen. Doch dürfte es auch noch lange dauern, bis einer von ihnen wirklich abgeschoben wird, haben die Betroffenen doch Widerspruch gegen die Verfügung eingelegt. Allerdings verzeichnet die Statistik für das laufende Jahr 77 freiwillige Ausreisen, davon 18 Serben im Rahmen der organisierten Sammelrückführung am 27.  April und 27 Albaner im Rahmen einer Maßnahme am 29. Juni. Aktuell gebe es 13 Anträge auf freiwillige Ausreise. Die Möglichkeit dazu kann jederzeit wahrgenommen werden, es sei denn, es läuft bereits ein Abschiebeverfahren.

„Die Betreuung der Asylbewerber im Landkreis Prignitz erfolgt durch die Awo Prignitz als Dienstleister für den Landkreis“, heißt es in der Mitteilung. Gerüchte, dass sich dies ändern soll, werden vom Kreis nicht bestätigt. Bei sechs Bildungsträgern werden derzeit im Landkreis Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten.

Von Bernd Atzenroth

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