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Fluglärm vom Sommersberg stört Anlieger

Pritzwalk Fluglärm vom Sommersberg stört Anlieger

Pritzwalker Bürger fühlen sich von Motorfliegern belästigt, die die Segelflugzeuge vor allem am Wochenende in die Thermik ziehen. Die Betreiber auf dem Sonderlandeplatz Pritzwalk-Sommersberg halten sich aber an alle Auflagen. Den Fluglärm müssen Anlieger ebenso ertragen wie Straßen- oder Schienenlärm, so die Luftfahrtbehörde.

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Torsten Land vor dem Motorflugzeug, mit dem derzeit die Segler in die Thermik gezogen werden.

Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. Wenn sich Enrico Wolf oder Markus Schäfer am Wochenende auf ihrer Terrasse erholen wollen, finden sie nicht so richtig ihre Ruhe. Weit über ihnen zieht ein Motorflugzeug seine Kreise. Wieder und wieder. Und dröhnt, finden die Männer. Enrico Wolf wohnt im westlichen Pritzwalk, Markus Schäfer im Ortsteil Schönhagen. Der Motorflieger ist ein Schleppflugzeug, das vom Sonderlandeplatz Pritzwalk-Sommersberg Segelflugzeuge in den Himmel zieht. „Wir finden, dass das eine sehr große Lärmbelästigung ist“, sagt Markus Schäfer.

In der Woche haben die beiden Männer kein Problem mit dem Fluglärm. „Aber an Wochenenden oder Feiertagen ist das eine Belastung“, so Wolf. „Das Dröhnen des Flugzeugs dringt sogar durch geschlossene Fenster“, ergänzt Schäfer. Die beiden waren beim Ordnungsamt der Stadt Pritzwalk, um ihre Beschwerde loszuwerden. „Wir sollten eine schriftliche Eingabe machen und eine Art Flugprotokoll führen“, berichtet Schäfer. Er und Wolf seien auch auf dem Flugplatz gewesen: „Da wurde uns gesagt, dass es auch ein neues, leiseres Flugzeug gibt. Das habe aber noch keine Genehmigung“, erzählt Wolf. Schäfer nervt nicht nur der Motorlärm, er hat auch Angst, dass irgendwann ein Flugzeug abstürzen könnte.

Beschwerden der Anwohner angesprochen

Laut Karin Schrödter, Fachgebietsleiterin des Pritzwalker Ordnungsamtes, liegt die Zuständigkeit für Beschwerden über Fluglärm bei der Luftfahrtbehörde Berlin Brandenburg in Schönefeld. „Laut Information der Luftfahrtbehörde von Juni 2017 gibt es in Anbetracht der geringen jährlichen Flugbewegungen keine zeitlichen Einschränkungen.“ Im April 2017 habe die Stadt bereits während einer Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit auf dem Gelände der Segelflugschule das Gespräch mit den Betreibern gesucht. „Hier wurden auch die Beschwerden der Anwohner angesprochen. Der Betreiber erläuterte, dass vorgeschriebene Überflughöhen eingehalten werden und bewohnte Gebiete nur überflogen werden, wenn dies notwendig ist“, so Schrödter.

Steffen Streu, Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, versichert, dass solche Beschwerden auf jeden Fall ernst genommen werden. Seine Antwort auf eine Anfrage an die Oberluftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg: „Zum Sonderlandeplatz Pritzwalk-Sommersberg gibt es bisher eine einzige Beschwerde eines Anwohners vom Juni 2017. Dieser Beschwerdeführer war der Auffassung, dass auf dem Sonderlandeplatz nur Windenstarts zulässig seien. Das ist nicht der Fall. Im Rahmen der weiteren Überprüfung konnte ein Verstoß gegen die Flugplatzgenehmigung nicht festgestellt werden.“ Soweit die Piloten ihre Flüge „unter Beachtung der Auflagen durchführen, müssen die Anwohner den Fluglärm ebenso hinnehmen wie das beim Straßen- und Schienenverkehr der Fall ist, so Streu.

Neuer Schleppmotorsegler zugelassen

Torsten Land, Betreiber von „Abenteuer Segelflug“ auf dem Sommersberg, hat durchaus Verständnis für die Bürger. „Wir versuchen ja schon, vor allem am Wochenende viel Betrieb auf die Winde zu legen.“ Die Platzrunde, die die Flugzeuge beim Start drehen, habe die Zulassungsbehörde aber festgelegt. „Wir starten nach dem Standardverfahren.“ Land hofft auch bei den Bürgern auf Verständnis: „Immerhin bilden wir hier zu 80 bis 90 Prozent Piloten aus, die später die Urlaubsflieger steuern.“ Eine gute Nachricht hat er auch: Der neue Schleppmotorsegler wurde vergangenen Donnerstag endlich zugelassen. „In dieser Woche erwarten wir die Papiere“, freut sich der Pilot. Allerdings sei das Flugzeug nicht für jede Anhängerlast zugelassen. Deshalb werde es nach wie vor auch Betrieb mit dem älteren Schleppflugzeug geben.

Von Beate Vogel

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