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Fotos von der Balkanroute in Wittenberge

Ausstellung Fotos von der Balkanroute in Wittenberge

Die Flucht vieler Menschen nach Europa ist auch für die Schüler der Ibis-Grundschule in Wittenberge ein Thema. Der Fotograf Eric Marquardt stellte den Mädchen und Jungen seine Aufnahmen von der Balkanroute vor und diskutierte mit den Mädchen und Jungen.

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Eric Marquardt zeigte auch Bilder von ausgelassenen Kindern in Idomeni.
 

Quelle: Michael Beeskow

Wittenberge.  „Das ist gefährlich“, meinten am Montag Schüler angesichts von überfüllten Schlauchbooten auf der Ägäis. Eine Schülerin versuchte sich vorzustellen, wie das ist, wenn eine ganze Familie auf der Flucht ist und dabei Angehörige verliert.

Der Fotograf Erik Marquardt war in die Ibis-Grundschule in Wittenberge gekommen, um seine Bilder von der Balkanroute der Flüchtlinge zu zeigen. Bereits im Juni 2015 hielt er sich in Griechenland auf, also, noch bevor der große Flüchtlingsstrom einsetzte. „Wer sind diese Menschen“, habe er wissen wollen. Angesichts von Vorurteilen wie „Das sind alles Kriminelle“ oder „Das sind nur junge Männer“ habe er Licht ins Dunkel bringen wollen. Er habe die schwierige Lage der Menschen erlebt, berichtete Erik Marquardt, der auch Mitglied im Bundesvorstand der Grünen ist. Seither habe er immer wieder Orte auf der Balkonroute aufgesucht, mit den Menschen gesprochen und Bilder gemacht. Zahlreiche Ausstellungen entstanden. Einige seine Bilder von den Flüchtlingen sind gerade im Potsdamer Bildungsforum zu sehen.

 Erst vor wenigen Tagen weilte Erik Marquardt in dem Flüchtlingslager Idomeni, über das dieser Tage so viel berichtet wird. Dabei habe er ein etwas anderes Bild gewonnen, nicht nur Verbitterung und Traurigkeit. „Chaoten, die mit Steinen werfen, habe ich in der einen Woche nicht erlebt.“ Er hat Bilder mitgebracht, auf denen Feste gefeiert werden und Kinder fröhlich bei ihren Spielen sind. „Die Menschen sind froh, dass sie hier sind. Das ist alles viel besser als die Lager im Libanon und Jordanien“, erklärte Eric Marquardt in einem Gespräch. „Die Menschen haben auch glückliche Momente, insbesondere Kinder.“ Seinem Eindruck nach sind in Idomeni 50 Prozent der Anwesenden Kinder. „Duschen gibt es nicht, nur drei Wasserhähne“, berichtet er. In den etwas größeren Zelten würden die Kinder gewaschen. Auf einem seiner Bilder ist ein Mann zu sehen, der in einem ausgedienten Kühlschrank haust. Trotz dieser schwierigen Verhältnisse gehen die Flüchtlinge von Idomeni aber nicht weg. Wohl weniger, weil sie auf das Wunder einer Grenzöffnung hoffen. „Sie haben Angst, in den anderen Lagern eingesperrt und dann abgeschoben zu werden.“

 Eric Marquardt zeigte Bilder von überglücklichen Menschen, die die Überfahrt im Schlauchboot nach Griechenland geschafft haben. Er erzählte auch, dass der illegale Grenzübertritt von der Polizei geahndet werde. „Das ist aber ungerecht, wenn Menschen in Not noch bestraft werden“, meinte eine Schülerin. Es gab aber auch Fragen, wieso Flüchtlinge sich teure Handys leisten können. Der Krieg verschont auch Reiche nicht, erklärte Eric Marquardt. Auf die Frage, warum Flüchtlinge, die dem Staat viel kosten, nicht arbeiten dürfen, konnte er nur auf die schwierige Gesetzeslage verweisen.

Schulleiter Peter Awe sagte, es sei wichtig, dass sich Schüler möglichst früh darüber Gedanken machen, warum Menschen fliehen. Auch dass Kinder in ihrem Alter unter ganz anderen Bedingungen leben. Die Ausstellung, die auf Vermittlung des Prignitzer Kreisverbandes von Bündnis 90/Grüne in die Montessori-Schule kam, ist auch der Öffentlichkeit zugänglich. An den beiden Samstagen, 16. und 23. April, ist sie von 9.30 bis 14.30 Uhr zu sehen. Anmeldungen, etwa für Schüler anderer Schulen, sind unter gs@montessori-wittenberge.de bis Anfang Mai jederzeit möglich.

Von Michael Beeskow

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