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„Frag doch erst den Landwirt“

Bauern starten Aufklärungskampagne „Frag doch erst den Landwirt“

Der Bauernverband will mit Unterstützung anderer Verbände und der Kommunen verstärkt im Verbraucherdialog ein realistisches Bild von der modernen Landwirtschaft und dem Tierschutz vermitteln. Der Slogan, der auch auf gelben Warnwesten zu lesen sein wird, werde „Frag doch erst den Landwirt“ lauten. Man will die Verbraucher in die Ställe einladen.

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Viel Licht, viel Luft, viel Aktionsraum – einer der neuen Offenställe der Agrargenossenschaft Karstädt.

Quelle: Foto: Fischer

Karstädt . Da die Prignitz von der Landwirtschaft geprägt ist, hängt Wohl und Wehe der Region auch von der Lage der Landwirtschaft ab. Darüber waren sich die Teilnehmer eines Verbändefrühstücks einig, zu dem der Kreisbauernverband Prignitz (KBV) am Donnerstag nach Karstädt eingeladen hatte. Teilnehmer waren neben Landwirten Vertreter der Wachstumsregion Autobahndreieck Wittstock, des Regionalen Wachstumskerns Westprignitz, der Kreishandwerkerschaft, der Wirtschaftsfördergesellschaft, des Kreislandwirtschaftsamts, des Anglerverbands, der Jägerschaft und des Kreisseniorenbeirats.

„Es herrschte Konsens“, erläuterte der KBV-Vorsitzende Lothar Pawlowski der Presse, „dass die Verbände an einem Strang ziehen müssen, um die Interessen der Region zu verteidigen – von der Agrarwirtschaft über die Finanzausstattung der Kommunen bis hin zur geplanten Kreisgebietsreform.“ Kernthema des Meinungsaustauschs seien das Volksbegehren gegen Massentierhaltung und die Forderungen des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg gewesen. „Denn betroffen ist davon nicht nur die Landwirtschaft, es sind auch die Veredlungsbetriebe, die beispielsweise Stärke, Haferflocken, Cornflakes, Wurst- und Fleischwaren oder Milchprodukte herstellen sowie die Vermarkter – also die gesamte Region“, so Pawlowski.

Bei dem Treffen sei festgestellt worden, dass ein Erfolg des Volksbegehrens zur massiven Gefährdung der gewachsenen Strukturen der Nutztierhaltung in Brandenburg führen kann. Pawlowski: „Die populistische und einseitige Vorgehensweise des Aktionsbündnisses Agrarwende mit gezielt gestreuten Halbwahrheiten wird von uns als diffamierend für den bäuerlichen Berufsstand empfunden und deshalb abgelehnt. Mit Halbwahrheiten und wenig Kenntnis soll den Adressaten ein moralisches Wohlgefühl übergeholfen werden, auf der richtigen Seite der Bewegung zu stehen.“

Doch die Forderungen seien weder fachlich fundiert noch den tatsächlichen Verhältnissen gerecht werdend. Deshalb will der Bauernverband mit Unterstützung anderer Verbände und der Kommunen im Verbraucherdialog ein realistisches Bild von der modernen Landwirtschaft und dem Tierschutz vermitteln. Der Slogan, der auch auf gelben Warnwesten zu lesen sein wird, werde „Frag doch erst den Landwirt“ lauten. Man wolle die Verbraucher in die Ställe einladen, damit diese mit Wissen und nicht nur nach Gefühl entscheiden. Veranstaltungen jeder Art, auch die Tour de Prignitz, sollen genutzt werden, um für die moderne Prignitzer Agrarwirtschaft zu werben. Zudem würden Plakate, Banner und eine Broschüre für die Aufklärungsoffensive genutzt.

Der KBV-Vorsitzende informierte Karstädt, dass Schweinehalter und Milchproduzenten in der Prignitz derzeit ein Rekordtief bei den Erlösen hätten – mit wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region: „Investitionen gehen auf Null, Einkäufe werden reduziert – es geht ums Überleben.“

Von Ulrich Fischer

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