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Frehne hieß einst „Verehne“

Die Bürger des Marienfließer Ortsteiles feiern heute die Ersterwähnung vor 740 Jahren Frehne hieß einst „Verehne“

Das Prignitzdorf Frehne feiert jetzt das 740-jährige Bestehen. Markant sind die einstige Brauerei, das Gutshaus und die kleine Kirche auf einem Hügel mitten im Dorf. Am heutigen Samstag wird am Ortstreff groß gefeiert. Gespielt wird dabei zum Beispiel „Bierglasschieben“, kündigte Ortsbürgermeister Burkhard Freese an.

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Typisches Wahrzeichen: die alte Brennerei in Frehne.

Quelle: Fotos (2): Beate Vogel

Frehne. Als „Verehne“ wurde das Prignitzdorf Frehne 1275 erstmals erwähnt. „Es war wohl ein Slawendorf“, weiß Ortsvorsteher Burkhard Freese. Die ursprüngliche Siedlung stand etwas weiter weg von der heutigen. Da der Ort nun 740 Jahre besteht, soll am heutigen Samstag groß gefeiert werden. Rund um den Ortstreff ist alles vorbereitet: Das Festzelt steht, Tische und Bänke warten auf die Besucher. Zu Speis und Trank soll es ein buntes Programm geben.

Frehne ist ein ehemaliges Gutsbauerndorf mit etwa 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und 200 Hektar Wald. Wer aus Richtung Meyenburg ins Dorf fährt, dem fällt als erstes die einstige Brennerei ins Auge. Der rote Ziegelbau mit dem hohen Schornstein ist ein Industriedenkmal. Ein Teil ist inzwischen abgerissen. Dahinter liegt das große Gutshaus. Das dreiflügelige Gebäude wurde 1724 von der Familie von Graevenitz errichtet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus- und umgebaut. Die Adelsfamilie von Graevenitz bestimmte als Besitzer des Rittergutes Frehne über viele Generationen die Dorfgeschichte mit. Heute befindet sich das Gutshaus in privater Hand, der einstige Park ist verwildert.

Zu DDR-Zeiten bestimmte die Landwirtschaft das Dorfleben. „Wir hatten die LPG Typ I, II und III, Tierproduktion und Pflanzenproduktion“, erinnert sich Freese, der 2001 Bürgermeister des Dorfes wurde. Und zwar für einen Tag, erzählt er schmunzelnd: „Ich wurde am 30. Dezember 2001 in einer Stichwahl zum Bürgermeister gewählt, am 1. Januar 2002 trat die Gemeindegebietsreform mit der Fusion zur Gemeinde Marienfließ in Kraft und ich war nur noch Ortsbürgermeister.“ Aus dem Ortsbürgermeister wurde später der Ortsvorsteher.

Dorfbevölkerung wird immer älter

Auch Frehne leidet unter sinkenden Einwohnerzahlen, sagt Freese. Im Moment leben um die 200 Frehner in dem Ort. Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 50 und 60 Jahren. „Die jungen Leute ziehen weg und kommen nicht wieder“, bedauert Freese. Dabei gab es früher im Dorf einen Kindergarten, eine Krippe, zwei Gaststätten, eine Schule, zwei Konsums, die Molkerei und die Brennerei. Heute hat das Dorf laut Freese einige Handwerksbetriebe wie Fensterbauer, Klempner, Klärgrubenbauer und Abrissunternehmen. Steuereinnahmen kommen auch aus Windkraftanlagen, die in den Windparks Frehne Nord und Frehne West stehen. Vereine gibt es bis auf die Frehner-Meyenburger Schützengilde hier nicht, das kulturelle Leben organisiert der Ortsbeirat. „Wir haben zum Beispiel viele Eigenleistungen in den Umbau der Gaststätte zum Ortstreff gesteckt.“ Die Gemeinde hat den Spielplatz gekauft und dort neue Geräte installiert. Burkhard Freese findet immer genug Freiwillige aus dem Ort, wenn etwa bei Festen tatkräftige Unterstützung benötigt wird. So backen für die Kaffeetafel zum Dorfjubiläum viele Frauen den Kuchen. „Manche sind sogar traurig, wenn ihre Hilfe nicht mehr gebraucht wird, weil schon so viel da ist.“

Das Fest zum 740-Jährigen beginnt am Sonnabend um 14.30 Uhr mit der Kaffeetafel. Am Nachmittag werden Bogenschießen, Laserschießen und Bierglasschieben angeboten. Für Musik sorgen die Jagdhornbläser aus Pritzwalk. Für die Kinder stehen Hüpfburg und Eiswagen bereit. Ab 19 Uhr ist Tanz mit einem Andrea-Berg-Double.

Von Beate Vogel

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