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„Freie Heide“ inspirierte die Künstler

Zempow „Freie Heide“ inspirierte die Künstler

Ob mit dem Pinsel, der Säge oder der Feder – der Protest gegen das Bombodrom in der Wittstock-Ruppiner Heide bewegte zahlreiche Künstler aller Gattungen. So hinterließ der Maler Wolfgang Dicks drei Gemälde zur Entwicklung der Heide, die bis heute in einer Ausstellung in Gadow zu sehen sind.

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Das Triptychon des Malers Wolfgang Dicks zeigt die Entwicklung der Heide. Es ist in der Gadower Kirche zu sehen.

Quelle: Christian Bark

Zempow. Der Protest gegen das geplante Bombodrom in der Wittstock-Ruppiner Heide inspirierte nicht nur 17 Jahre lang Friedens- und Naturaktivisten zum Protest. Auch zahlreiche Künstler aller Gattungen entdeckten ihr Betätigungsfeld im Thema „Freie Heide“. „Die Auseinandersetzung auf künstlerischer Ebene mit dem Bombodrom wirkt bis heute nach“, sagt Ulrich Schnauder aus Zempow. Er war einer der Gründer des „Kunst- und Kulturvereins ’Freie Heide’“ zu Beginn der 2000er. „Werke von hochkarätigen nationalen und internationalen Künstlern sollen dann einprägsame Orte in der gesamten Region markieren“, beschreibt er eines der ersten Projekte des Vereins, das „bom b-o-dream“ von 2003. Es sollte durch seinen Raumbezug die Ausmaße der militärischen Planungen verdeutlichen. Der gemeinnützige Verein konnte damals für mehrere Aktionen Fördermittel akquirieren, die dann Künstlern zugute kamen, die entweder die Bombodrom-Gegner zum Weitermachen animierten oder eine ganz eigene Form des künstlerischen Protestes ermöglichten. Nachdem die Heide 2009 dann „frei“ war, habe sich auch der Verein aufgelöst.

Die Strohspirale war im Jahr 2000 Ort kultureller Begegnung in Zempow

Die Strohspirale war im Jahr 2000 Ort kultureller Begegnung in Zempow.

Quelle: privat

Neun Jahre zuvor hatten die Aktivisten mit einer großen Strohspirale in Zempow eine unübersehbare kulturelle Begegnungsstätte geschaffen. Dort fanden Konzerte und andere Veranstaltungen statt. „Man soll die Spirale sogar vom Mond haben sehen können“, sagt Ulrike Laubenthal vom Verein Friedensscheune Zempow. Zu sehen seien bis heute noch viele der Mahnsäulen in den angrenzenden Orten der Heide. Sie seien künstlerische Zeugen der Bürgerinitiative von damals. Sie persönlich sei von der Mahnsäule in Rägelin beeindruckt. Diese zeige das Gegenteil von dem, was die Aktivisten getan hätten, nämlich drei Affen, von denen einer nichts höre, einer nichts sehe und einer nichts sage. Einprägsam sei auch die Mahnsäule in Schweinrich, die gegen den Bombenkrieg wettere.

Bausteine im Kampf um die freie Heide

In der Malerei hat zum Beispiel Wolfgang Dicks Spuren beim Thema „Freie Heide“ hinterlassen. Sein Triptychon ist bis heute in der Gadower Dorfkirche zu sehen, die eine kleine Ausstellung zur „Freien Heide“ beherbergt. Die drei Gemälde entstanden laut Renate Schüler vom Förderverein der Dorfkirche kurz vor und nach dem Ende des Bombodroms 2009.

Mahnsäulen wie jene in Schweinrich sind ebenfalls Ausdruck künsterischen Protestes

Mahnsäulen wie jene in Schweinrich sind ebenfalls Ausdruck künsterischen Protestes.

Quelle: Madlen Wirtz

Das erste Werk zeige unter dem Namen „Der Untergang“ die militärische Nutzug des Bombodroms durch die Sowjets, was jedoch eine Folge des Zweiten Weltkriegs gewesen sei. Im Bild „Die Erweckung“ sind viele „Freie-Heide“-Aktivisten wie Barbara Uebel, Annemarie Friedrich oder Wolfgang Dicks selbst zu sehen. Es war ausgehend vom ersten Ostermarsch 1993 entstanden, wie Renate Schüler berichtet. „Die Auferstehung“ zeige dann die Rückeroberung der Heide durch die Natur. Kunst und Kultur waren laut Renate Schüler vielleicht nicht der entscheidende, aber sicher ein bedeutsamer „Baustein im Kampf um die ’Freie Heide’“.

Von Christian Bark

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